The Wall of China

The Wall of China im Mungo Nationalpark The Wall of China im Mungo Nationalpark

Hier am Parkplatz beginnt dann der 60 Kilometer lange „one way“ Rundkurs, der uns zunächst durch den Dünenbereich der Chinesischen Mauer führt. Wir fahren zu Beginn der Tour ein ganzes ein Stück südlich durch den Lake Mungo, der seit 18 Tausend Jahren trocken ist. Die Erosion hat im Sand allmählich bestimmte Gebiete frei gelegt, in denen man urzeitliche Gegenstände für den täglichen Gebrauch, wie zum Beispiel Muschelschalen, die von den Ahnen der Ureinwohner stammen, gefunden hat.

Am Red Top Tank sind Informationstafeln über Flora und Fauna im Mungo NP aufgestellt. Wichtig, weil die hier wachsenden Pflanzen das Überleben der Kängurus garantieren. Trotzdem bleibt es, abgesehen vom Wall, eine trockene, öde, langweilige und staubige Fahrt durch diesen Teil des Weltkulturerbes.

Auf einigen Tafeln lesen wir Hinweise auf die „Desert Maker“, also die Wüstenmacher. Die Kaninchen hatten natürlich auch dieses Gebiet bald okkupiert. Wie so oft in DU sind allerdings manche Angaben recht widersprüchlich. Glaubt man den Rangern im Mungo NP, dann hätte Thomas Austin aus Geelong 1854 nur 13 Kaninchen aus England eingeführt. Es waren aber 24. Und diese Zahl ist historisch! Und die Verbreitung der Tiere, die bald die Millionengrenze erreichten, über Australien wird auf den Tafeln nachvollzogen. 1854 Victoria, 1866 NSW, 1907 Westküste von WA. Die Kaninchenweibchen werfen 3 bis 5 Mal im Jahr. Somit rund 25 junge Rabbits. Das tun sie aber nicht bei kühlen Temperaturen oder bei Regen. Ob das der Grund war, warum der Norden von WA, das Northern Territory und Queensland von der Kaninchenschwemme verschont blieben?

1864 brachten die Siedler die ersten Rinder und Schafe in dieses Gebiet. Eigentlich ein von Anfang an unbedachtes Handeln. Dazu kommen noch die vielen schon angeführten Fehler bei der Besiedlung. Obwohl 1922 die Gol Gol Farm in viele Parzellen zerteilt wurde, um so den heimkehrenden Soldaten aus dem 1. Weltkrieg eine Grundlage zur Sicherung des Lebensunterhaltes zu schaffen, gab es schon 1923 am Mungo Lake nur noch drei solcher Farmen, die überlebt hatten. Der Boden gab nicht mehr her. Und schon gar nicht die Futtermenge für so viele Tiere, deren Weideflächen immer enger, salziger und dürftiger wurden.

Wieder fahren wir an Überresten von Zaunspfählen vorbei. Sicher die ehemaligen Grenzen einer solchen Farm. An einigen Abschnitten wird der Weg ziemlich eng und kurvig. Nun sind wir im Mallee Gebiet. Bald kommt ein Parkplatz „Mallee Stop“, von dem man einen 500 Meter langen Walk durch den Mallee Busch laufen kann. Es war mittlerweile Mittagszeit, Noon. Und die Sonne stand hoch am Himmel, so wie die brütende Hitze, die über dem Mallee Land stand. Durch solche Landschaften sind wir auf dieser Reise so oft gelaufen, dass wir weiter gefahren sind.

Allens Plain TankFeral Goat ControlFeral Goat Control ist eine Vorrichtung zum Einfangen verwilderter Ziegen, die durch ein Gangsystem zu einer Tränke gelockt werden und nicht wieder raus können.
Noch ein Stückchen weiter, dann erreichen wir Allens Plain. Hier wird im Prospekt extra auf zwei besondere Sehenswürdigkeiten hingewiesen. Zum einem diese Hütte, die einst von der Mungo Station hierher gebracht wurde. Die ist mittlerweile ziemlich baufällig und verrottet. Durch diese unzähligen Kaninchengänge ist kein fester Bodenhalt mehr garantiert. Überall kann der Boden plötzlich einbrechen. Und dann gibt es dort wird noch Allens Plain Tank. Das ist ein Waterhole in einer natürlichen Bodensenke, die man eingedeicht hat. Hier läuft bei Regen oder Hochwasser das Wasser der Umgebung ab. Fast nicht zu glauben, dass die Aussies beim Hochwasser 1956 hier Wasserski gefahren sind.

Blick auf die Wall of Chine aus dem WestenSchild  Lake Mungo NationalparksDie nach einigen Kilometern kommende Rabbit Treatment Area stammt aus den Jahren 1990/1991. Ein Versuch, der Kanincheninvasion Einhalt zu gebieten. Doch noch immer ist man der Kaninchen Plage ausgesetzt. Von hier, auf der letzten Etappe des Rundkurses, sehen wir die Mauer oder den Wall nunmehr vom Westen. Da kommt noch der Southwest Mallee Bushfire Scheme Fire Trail. Das ist eine unbepflanzte breite Schneise, die man nach dem großen Feuer 1974 anlegte, um im Wiederholungsfall ein schnelles Ausbreiten des Feuers zu verhindern.

Zanci Settlement ist eine der drei Stationen, die 1923 überlebten. Nur noch die Vorderwand des Hauses mit dem Schornstein des Ofens ist zu besichtigen. Ziemlich entfernt vom Haus auch noch die aus Pinien errichteten Ställe mit der Dachdeckung aus Spinifex Gras. Die Schafschererei stammt von der Mungo Station und wurde hier neu aufgebaut.

So sind wir dann weiter gefahren. Haben noch einmal die Einöde des ausgetrockneten Lake Mungo mit dem China Wall im Hintergrund bestaunt und landeten schließlich am Ende der Runde wieder im Visitor Centre. Die dort befindliche und zu besichtigende Woolshed stammt noch von 1869.

Heute weiß man, dass diese Gegend um die Willandra Lakes eigentlich weiter großflächig und ohne diese totale Abforstung auch landwirtschaftlich hätte genutzt werden können. Es gab überhaupt keinen Grund, der für eine Parzellierung des Landes 1923 sprach.

1934 kaufte Albert Barnes das gesamte Land, das er bis 1978 behielt und dann an den „NSW National Park and Wildlife Service“ verkaufte. Und am 21. März 1979 wurde der Mungo Nationalpark gegründet und öffentlich festgeschrieben. Der Service erwarb 1984 die Zanci Station und im Oktober 2002 die Liegenschaften Leaghur und Garnpung im Norden So vergrößerte sich das geschützte Territorium auf über 90 Tausend Hektar. Allmählich gelingt es auch, die Auswirkungen der Überweidung der Flächen auf das Pflanzenwachstum einzudämmen. Der Boden regeneriert sich, neue Pflanzenkolonien entstehen. Es wird eine Selbstregulation angestrebt. Mit positiven Auswirkungen auf Flora und Faune. Eine unglaubliche Artenvielzahl in der Vogelwelt, darunter schwarze Schwäne und Pelikane, dankt den Rangern und den vielen Volontären für ihre Mühen.

Nicht zu vergessen sei auch die Erhaltung bzw. Wiederherstellung alter kolonialer Gebäude oder anderer Markierungen.

Und mit der reichlich getankten Sonne im Denken und im Herzen sind wir scheinbar viel schneller als auf der Hinfahrt wieder nach Mildura gefahren. Ein eindrucksvoller Besuch.

Nach dem Abendspaziergang genossen wir im TV noch die Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Eröffnung der Harbour Bridge. Wie in DU üblich, alles eine Nummer größer als eigentlich erforderlich. Aber sehr spektakulär und sehenswert.

Foto: Dieter Tischendorf

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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