Die älteste Kultur - 3


Die älteste Kultur der Welt, die überlebte!



Teil 3

Allein über die Deutung dieser Aussage könnte man viele Seiten schreiben, man sollte sich aber immer vor Augen halten, dass der Zeit- Raum Begriff der westlichen Welt nicht dem der Ureinwohner Australiens entspricht.

Neben der Regenbogenschlange gab es noch andere spirituelle Wesen, die aus der Erde krochen und den Himmel, mit der Sonne, den Sternen, den Regen, den Menschen und die Natur schufen. Die Orte, aus denen diese Wesen an die Oberfläche kamen, sind heute heilige zeremonielle Plätze.
Der Weg der großen Regenbogenschlange entsprach der Süd Nord Energieausbreitung über die Erde. Nachdem diese geschehen war konnten sich nun die verschiedenen „Stämme“, wie Känguru, Emu, Reptilien und die vielen, vielen Anderen an den unterschiedlichen Merkmalen gegenseitig erkennen. Es war Gesetz, dass niemand hungern sollte. Aber es durfte auch niemals ein Mitglied der gleichen Rasse gegessen werden. Denn es gab ja Nahrung für alle.

Devils Marbels - Eier der Wanambi



Noch heute sind die Eier der Wanambi, gewaltige, ovale Steine über viele Quadratkilometer verstreut bei Wauchope am Stuart Hwy zu sehen. „Devils Marbels (Teufels Murmeln)“ haben die ethnologisch unkundigen Australier, die Erbauer der Overland Telegraph Line (OTL), die Steine getauft. Und aus touristischen Gründen blieb der Name bis heute.

Die Stämme lebten zusammen auf dem Land, das ihnen die Mutter des Lebens gegeben hatte. Sie wussten, dass dieses Land für immer ihnen gehört und dass niemand es ihnen wegnehmen darf. Hier liegt der Schlüssel für das unterschiedliche Verhalten der Aborigines gegenüber den ersten Siedlern. Gäste bewirten, eventuell mit ihnen auch etwas teilen? Ja! Aber gewaltsame Wegnahme? Das wäre ein Bruch des Gesetzes der Regenbogenschlange. Das musste unter allen Umständen verhindert werden!

Stammeshierachie


Noch heute leben die Stämme in einer strengen Hierarchie, gegliedert nach Alter und Wissen. Die Stammesältesten (Elders) bestimmen durch ihre hohe Autorität das Leben in der Gruppe. Aber jedes Stammesmitglied hat bei gegebenen Voraussetzungen, wie Wissen und Autorität, die Chance ebenfalls Elder zu werden. Die Entscheidung des Stammesältesten, oft nach gemeinsamer Beratung getroffen, ist für den Stamm bindend.
Während die ersten Weißen das Aboriginal People mit den steinzeitlich lebenden Papua auf Neuguinea verglichen, und folglich auch so behandelten, waren diese Neuankömmlinge für die Ureinwohner die Seelen von Verstorbenen, die auch wieder gehen würden. Eine verhängnisvolle Fehleinschätzung. In den Augen der Ureinwohner, die 300 Sprachen und Dialekte hatten, war die englisch Sprache völlig ungeeignet, ihre Heimat zu beschreiben. Was sich ja dann auch in den vielen Fehldeutungen bei der Übersetzung von Aboriginal Begriffen bemerkbar machte.
Bei der Ankunft der Weißen lebten viele Ureinwohner an der klimatisch günstigen Ostküste. Trotzdem war das rote Zentrum um den Uluru damals dichter besiedelt als heute.

Es gab Gruppenverbände von bis zu 700 Personen, die sich in sesshafte und nomadisierende Gruppen (20 bis 50 Personen) unterteilten. Und die landschaftlich natürlichen Begrenzungen, wie Berge oder Flüsse waren auch die Grenzen für den Lebensraum. Ziemlich unbekannt ist, dass es häufig Grenzstreitigkeiten, sogar kriegerische Auseinandersetzungen deswegen gab.

Noch heute wird von den so genannten „Riesen Outback Farmen“ erzählt, in denen früher bis zu 2.500 Ureinwohner (heute ca. 200 Menschen) lebten. Diese großen Flächen wurden benötigt, da die Ureinwohner keinen landwirtschaftlichen Anbau betrieben. Sie lebten von den spontanen Erträgen des kontrollierten Abbrennens bestimmter Flächen. Dieses „Fire stick farming“ ist nach Meinung der Experten nicht der Ausdruck einer Unterentwicklung oder Unfähigkeit. Es ist eigentlich die, spontan in Australien entstandene, Urform der Landwirtschaft. Die Ureinwohner brauchten nichts zu verändern oder zu verbessern. Das das Land ernährte alle.

So wuchs in den vielen Jahrtausenden des Zusammenlebens auch die Verbundenheit des Aboriginal People mit ihrem Land. Und mit den Jahrhunderten perfektionierten sie die Überlieferungen und die Lebensregeln seit ihrer Entstehung. So entstand ein ungeschriebener Verhaltenskodex für das Leben miteinander, das Leben in und mit der Natur und die Glaubensvorstellungen. Übermittelt und sicher auch vervollständigt wird dieser Kodex durch Tänze und Gesänge von Generation zu Generation überliefert. Diese Zeit bezeichnen die Anangu in Zentralaustralien als Tjukurpa Time. Andere Namen dafür sind Tjurkurrpa-, Altjeringa oder auch Palaneri Zeit. Aber sie beinhalten immer das gleiche oberste Gesetz für Kultur, Ordnung des Zusammenlebens, der Regelung für das Leben mit der Natur.
Ein Verhaltenskodex, der den Menschen zu Lalai, der Traumzeit, gegeben wurde. Zu dieser Zeit, als die Erde und alles was es darauf gibt von diesen spirituellen Wesen, die man auch totemische Vorfahren nennt, erschaffen bzw. erträumt wurde. Ihre Taten sind ein Teil des Lebens, so wie Menschen ein Teil von Tieren sind und Tiere ein Teil von Menschen sind.
Mit Akribie haben sich die Ureinwohner von je her mit den Beziehungen untereinander, mit der besonderen Rolle von Frauen und Männern in ihrer Gemeinschaft beschäftigt.

Geschlechterrollen


Wie gesagt, in ihrer Vorstellung existieren drei Welten. Die Welt des Ungeborenen, die Welt des Lebendigen und die des Toten.
Diese untereinander verwobenen Welten bedingen die Realität des Tages, indem die männlichen und weiblichen Energien mit der gegenwärtigen Realität in Einklang leben. Dabei ist gerade die schöpferische Kraft des Weibes, die nach ihrer Meinung im westlichen Kulturkreis kontinuierlich unerdrückt wird, die geheime Kraft, die alles initiiert. Besonders auch die Realität des Mannes, dessen Energie eigentlich degenerierend und endlich angesehen wird. Die Frauen verkörpern die Macht des Lebens und des Lebengebens, die Männer stehen als Synonym für den Tod und das Töten. Durch die soziale, persönliche und rituelle Nutzung der Interaktion der Energien beider Geschlechter beeinflussen die Frauen die Sippe in den Entscheidungen lenkend und positiv.
Und in der Sexualität meinen die Ureinwohner in der westlichen Zivilisation durch die Unterdrückung der passiven schöpferischen Kraft der Frauen, die Entwicklung zu einer „statischen“ Gesellschaft zu erkennen. Während sie die Gesellschaft der Ureinwohner als eine „ekstatische“ bezeichnen.
Ich finde es schon sehr interessant, und das werden die Geschichten im nachfolgenden Kapitel belegen, wie die Gleichberechtigung der Frau, ihr Recht auf freie Entscheidung durch „angeblichen Ungehorsam“ bereits in den Legenden der Traumzeit erzählt wird. So war die Gleichberechtigung seit der Traumzeit keine prinzipielle Thematik. Vielleicht aber ein „Problem“ am häuslichen Herd. Aber auch männliche Ureinwohner sind eben nur fehlerhafte Männer. Und auch die werden mahnend in den Legenden erzählt

 

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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