Opale

Opale sind eigentlich unregelmäßige Silikate. Quarzähnlich, aber mit dem Unterschied, dass sie 6 bis 10 % Wasser enthalten. Und dieses Wasser bewirkt die Farbvielfalt, je nach Winkel des Lichteinfalls. Deshalb gibt es den Trick, bei Nachlassen des Spiegeleffektes, den Edelstein einfach ins Wasser zu legen. Das wussten schon die alten Römer.
90 % des Weltvorkommens der Opale findet man im Great Artesian Basin zwischen Brisbane und Adelaide in Australien. Während der Kreidezeit bildeten sich durch Verwitterung von ganzen Gebirgen Unmassen Schutt, das im Alluvium (jüngste erdgeschichtliche Abteilung des Quartärs) zu Sedimenten der neuen Binnenmeere wurde. Als die Meere verschwanden, lagen die Sedimente im Torfgestein (Mergel) oder Sandstein (Muttergestein) in der Wüste oder Steppe. Nicht mal allzu tief. Die drei Hauptvorkommen in DU sind:

-Coober Pedy, Südaustralien : Helle Opale (das weltgrößte Vorkommen von weißem Opal).
-Queensland Fields um die Orte Opalton, Longreach, Culpie und Yowah: Boulder Opale und
-Lightning Ridge: Schwarze und sogenannte Kristall-Opale.

Unglaublich aber wahr. Der bisher größte gefundene Opal 1930 in den Minen von Andamooka (nahe dem Lake Torrens) bei Roxby Downs wiegt 6843 Kg. Der Edelstein ist im Bergbaumuseum von Sydney zu besichtigen.

Opal Miner in Coober PedyEs ist sehr beeindruckend, wie die Miner die Erdmassen aus der Tiefe durch so kleine runde Löcher auf die Oberfläche beförderten. Früher mit Handwinden, oder aber auch durch Wind oder Motorkraft. „The Big Winch“ auf einem Hügel, gleich gegenüber unseres Oasis Tourist Parks, ist ein solches Beispiel und eine markante Stelle in der Stadt. Gleichzeitig auch ein schöner Aussichtspunkt über die eigentlich flache, aber doch sehr hüglige Landschaft.
The WinchDer Abraum (auch Mullock genannt) gelangt heute durch Vakuum Sauger an die Oberfläche. Selbst hier hat sich bei diesem Abraum eine interessante „Sekundärverwertung“ entwickelt. „Noodling“ heißt das amateurhafte (Touristen) oder profihafte (Bewohner) Weitersuchen nach Opalen im Abraum. Wie mir unser Guide bei der Stadtrundfahrt sagte, verdienen sich einige Bewohner da ein sehr schöne Zubrot.

Der Name Coober Pedy kommt als Anlehnung von Aboriginal Begriffen. „Kupa“ heißt bei den Ureinwohnern „uneingeweihter oder weißer Mann“. Und „piti“ bezeichnet ja bekanntlich ein Loch. Diesen Namen bekam der Ort aber erst 1925. Schon 1825 waren die ersten europäischen Schatzsucher hier. Und nach dem „Opalrausch“ entstand um die Felder ein kleiner Ort der sich Stuart Range Opal Field nannte. Und der selbst gegebene Zusatz zu Coober „bloody“ Pedy soll ausdrücken, dass hier Menschen leben, die sich eine eigene Art der Lebensqualität, mehr unter als über Tage, geschaffen haben.

Seit tausenden Jahren wanderten die Ureinwohner durch diese Gegend. Sie mussten wegen der Trockenheit ein Leben als Nomaden führen, schon um genügend Tiere für die Ernährung zu jagen. Solche Plätze, wo vorübergehend durch Nahrungs- und Wasserangebot sich viele Gruppen trafen, waren bald heilige Stätten, auch für Zeremonien. Natürlich kannten die Ureinwohner diese glänzenden Steine, die Opale. Im Film über ihr Leben wird Tullywollaston als Vater der Opale bezeichnet.

1917 erreichte die Eisenbahn den Ort. Und nach dem 1. Weltkrieg zog es viele ehemalige Soldaten nach Coober Pedy, um hier das Glück zu finden. Sie arbeiteten unter Tage und sie lebten und wohnten unter Tage. In Dugouts.

Halden des Opalabbaus in Coober PedyZurzeit der großen Depression fielen die Preise für Opale derart, dass eine weitere Förderung unrentabel wurde. Und als alle dachten, Coober Pedy würde wie so viele Goldstädte verschwinden, fand die Ureinwohnerin Totti Bryant einen sensationell großen Opal im 11 Mile Field. Und löste damit ab 1946 einen neuen Rush aus.

Jetzt noch mehr als früher suchten die Kupas wie verrückt in den Pitis nach Opalen. Das Ergebnis sieht man auf dem Bild aus der Tourist Information. 
Eine Mondlandschaft. Da all die Geröllberge aus der Tiefe kommen, ahnt man, wie es unter der Erde, ausgehöhlt, aussieht. Das nächste Bild gibt dafür eine kleine Kostprobe.

Unter der Erde in Coober PedyNoch größer und breiter sind die Höhlen, die das Hotel, Wohnräume oder den Museums Shop und den Vorführraum bilden.

Heute verkaufen allein in Coober Pedy 30 Shops Opale. Und der Aufkauf als Händler muß sich mehr lohnen als die Förderung. Denn deren Häuser waren mit Abstand die schönsten im Ort. Einer hat sein Haus aus Steinen, die von einem Steinbruch aus 25 Kilometer Entfernung stammen, bauen lassen. Und die Bebauung etwas außerhalb des Stadtzentrums ist heute für Betuchte das Mittel der Wahl. Durch die Schürfung und Ablagerung liegt das Stadtzentrum mittlerweile in einem kleinen Talkessel. Interessant fand ich den Trabbi (Trabant), den sich wohl ein ehemaliger Ostdeutscher aus Nostalgie auf sein Haus gesetzt hat.

Es leben viele ehemalige Deutsche und auch Holländer, die nach dem 2. Weltkrieg nach DU kamen, unter den Menschen aus 45 Nationen noch heute in der Opalstadt. So werden im Distrikt rund 3.500 Einwohner geschätzt, von denen über 60% europäischer Abstammung sind.

Lakonisch meinte unser Stadtführer zum Leben in den Höhlen. „Oh es ist alles einfach. Wenn man mehr Platz braucht sprengt man sich einfach ein weitere Loch!“ Ganz so unproblematisch sah ich das zwar nicht. Und auch die Preise für solche „Dugouts“, zwischen 12 Tausend bis 80 Tausend Dollar, sind für diese öde und verlassene Gegend, in der man am Tag außer Touristen kaum einen Einheimischen auf der Strasse trifft, ganz schön happig. Obwohl der Vorteil von ständig 22°C Raumtemperatur, unabhängig vom Wetter „oben“, nicht zu unterschätzen ist. Dafür wird in Cooper Pedy bei solchen Geschäften kaum die Überweisung des Geldes akzeptiert, Es gilt immer noch das alte Prinzip „Cash means be safe“

Eine amüsante Abwechslung bei der Tour brachten zwei junge Holländerinnen, die natürlich mit Flip Flops antraten. Rutschten und stolperten sie schon beim Noodling über den Abraum, so schlitterten sie in den Höhlen bei jedem Anstieg oder jeden noch so leichten Abwärtsweg hilflos an der Wand lang. Sehr unterhaltsam.

Weiter lesen: Eric der Saurier

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

Begleitet die OzBus Reporterin auf ihrer Tour

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