Salt Interception

Bookpurnon- Steindenmal Bookpurnon Steindenmal

Das Salt Interception Scheme

Wer die Möglichkeit hat, den Murray zu begleiten, muss unbedingt bei (Lock 4) in Bookpurnong (Loxton) die wirklich hochinteressanten Ausführungen über das „Salt Interception Scheme“ lesen.

Es gibt insgesamt 11 solcher Schemes im Verlauf des Flusses. Die Notwendigkeit ergab sich, weil der Boden hier sehr salzhaltig ist. Mit dem Regenwasser kommt Salz in die Ebenen, die durch die tausendjährigen Ablagerungen der Urmeere sowieso schon sehr salzhaltig sind. Und auch der hohe Grundwasserspiegel bringt salzhaltiges Wasser an die Oberfläche. Mit der Folge, dass das Pflanzenwachstum im Murray Darling River Basin stark zurückgeht. Also wurden im Abstand von 20 Kilometern vom Flussbett des Murray River 20 Bohrlöcher angelegt. Aus denen fördert man das salzhaltige Grundwasser nach oben, entsalzt es und leitet es in den Fluss. Dabei konnte man registrieren, dass das Wasser aus sieben Meter Tiefe bedeutend salzhaltiger ist als das aus 45 Meter Tiefe im Upland. Die Floodplains scheinen also schon eine ziemliche natürliche Entsalzung vorzunehmen. Die Maßnahmen zur Entsalzung des Wassers erbringen nicht nur gutes Wasser für die Landwirtschaft, für Pflanzen und Bäume im Murray Darling Basin. Nein als gewollter Nebeneffekt werden auch jährlich 40 Tonnen Salz entfernt und gewonnen. Das ist Salz, das man hauptsächlich in kristallisierter Form als Calcium Salz in Gips verwendet. Aber auch die Umwandlung in Speisesalz (NaCl) oder der Einsatz in der Landwirtschaft und der Industrie zum Beispiel als Zusatz zu Pools, in der Gerbindustrie, sogar für die Eisproduktion, bei der Herstellung von Bittermittel, von Magnesiumsulfat usw. sind möglich.
Wie sehr diese Maßnahmen der Natur helfen kann man in Bookpurnong an einem Steindenkmal sehen. In den drei eckigen Stein ist der Anschnitt eines Baumstammes eingefügt. Wenn man sich entsprechend der Jahresringe die Verfärbung des Holzes betrachtet sieht man ganz deutlich, wie dunkel, also krank die mittleren Bereiche sind, und wie gesund hell der Stamm im Außenbereich wurde, als salzarmes Wasser an die Wurzeln gelangte.

Nach dieser kurzen Einführung zum Murray River lade ich den Leser nun herzlich ein, uns auf der Tour zu begleiten. Aber zuvor muß ich noch erwähnen, dass der Murray River einer der wenigen Flüsse auf der Welt ist, der eine Flagge hat. Eine? Nein! Eigentlich sind es zwei.

Die Idee entstand 1850 als ein R.W. Beddome die Murray River Liga ins Leben rief. Mit einer Flagge, so nahm er an, würde es leichter sein, den Fluss als eine unternehmerische Möglichkeit von der Mündung in Goolwa bis zum Quellgebiet in den Snowy Mountain den Geschäftsleuten in NSW und SA anzubieten. Und 1853 hisste Captain Randell als die Randell Brüder ihre erste Fahrt nach Goolwa unternahmen, die Murray River Flagge. Es gibt heute zwei Flaggen. Die Originalflagge zeigt ein rotes Kreuz, dass die Fahne in vier Kästchen einteilt. Die fünf Sterne im Kreuz repräsentieren die Kolonien und in der oberen Ecke steht der Union Jack als Verbindung zu Großbritannien.

Niemand weiß, warum dieser Harry Godson 1964 eine genähte Fahne in Renmark in Auftrag gab. Eine Fahne mit vier dunkelblauen horizontalen Streifen. Und diese blieb für geraume Zeit in Renmark am Fahnenmast. Es wird vermutet, dass diese zweite Fahne einfacher und billiger in der Herstellung ist.Fahne des Upper Murray River Fahne des Lower Murray RiverHeute wird die Original Flagge als „Upper Murray Flag“ bezeichnet, die für den Flussbereich oberhalb von Wentworth (NSW) verwendet wird. Die vier blauen „Balken“ sollen den Darling, den Murrumbidgee, den Lachlan und den Edwards als die Hauptzuflüsse des Murray River symbolisieren. Aber auch hier gibt es schon wieder andere Deutungen. Die neuere Flagge ist nunmehr die „Lower Murray Flag“ und gilt flussabwärts von Wentworth.
Beim jährlichen „Wooden Boat Festival“ in Goolwa kann man beide Flaggen am Mast flattern sehen.
Bevor wir mit dem Murray River Trip beginnen sind noch einige Bezeichnungen zur Orientierung zu beachten.
Die sind nun wieder typisch australisch und dokumentieren, dass man den Murray River zwar als gesamt australischen Fluss anerkennt. Aber??
Aber mit dem jeweiligem Staaten typischen Touch.

Karte des Murray RiversKarte Des Lower Murray RiversWie bereits gesagt. Das den Fluss umgebende Land wird von der Mündung bis Blanchetown Murrayland genannt. Dem folgt bis zur Grenze nach Victoria das Riverland. Und auch in Victoria heißt die Landschaft um den Fluss bis Swan Hill ebenfall Riverland.
Aber eben viktorianisches Riverland, das bis Mildura reicht. Dort treffen sich Riverland und Sunset Country. Sunraysia, also Sonnenstrahlenland, ist ein weiterer in Mildura oft gebräuchlicher .Name. Dann folgt eine Passage zwischen Kondrook und Cobram, mit Echuca in der Mitte. Dort nennen die Menschen die Gegend um den Fluss, ob in Victoria oder in NSW „The Golden River Country“. Und in Echuca hat man dem Fluss noch den Ehrennamen Rich River gegeben. Dann geht es als einfacher Murray River weiter. Bald aber beginnt die Riverina, ein fruchtbares Gebiet, das natürlich vom Murray profitiert. Ab Albury bis zur Quelle hat der Fluss den schon fast bescheidenen Namen Upper Murray.

Foto: Dieter Tischendorf

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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