Der Traum der Australier

Der Traum der Australier- The Legendary Ghan


Und wir erinnerten uns daran, wie wir 2005 diese Nord Süd Trasse mit „The Ghan“ absolvierten. Ein Erlebnis, das wir noch heute nicht missen möchten. Allerdings passte die Ghan Story nicht in das Buch über das Outback von Queensland, da wir damals nach einem Kurzaufenthalt in Adelaide nach Cairns geflogen sind. Deshalb möchte ich diese Erlebnisreise im „Zug der Träume“, einen Namen über den man streiten kann, hier erzählen.
Die Vorgeschichte über einen der größten Wünsche aller Australier, nämlich eine Zugverbindung von Nord nach Süd zu bekommen, gehört zum Kulturgut der Australier. Nun also war es auch für uns so weit. Die Fahrt mit dem Überlandexpress Darwin - Adelaide. Doch der Name „North South Overland Train“ passt den Aussies überhaupt nicht. Zu wenig poetisch, zu banal, zu wenig merkantil. „The Legendary Ghan“! Das zieht doch viel eher.
Seit 1863, nachdem Stuart als Erster den Kontinent Australien von Adelaide bis zur Nordküste durchquert hatte, träumen die Aussies von einer solchen Zugverbindung.

Schon 1872 feierte man die Vollendung der Verbindung zwischen Port Augusta und Farina. Mit der Inbetriebnahme der Strecke Darwin (Palmerston) nach Pine Creek 1883 entstand die Idee einer Transkontinentalverbindung. Bis zu deren Verwirklichung sollten aber noch 132 Jahre vergehen. Katherine zierte mit dem einzigen richtigen Bahnhof die Strecke. Dieser wurde bis 1949 auch regelmäßig um- und ausgebaut. Die schlechte Ertragslage in den Goldfeldern und bei der Mineralproduktion führte zu einer immer mehr nachlassenden Auslastung der Züge, die bald nicht mehr täglich fuhren. Andere Transportanbieter waren billiger. Bereits 1975 hatte die NAR (North Australian Railway) ein Defizit von 5 Millionen AUD. So fuhr der letzte Zug auf dieser Strecke am 29. Juni 1976. Offiziell existierte ab 11. Februar 1981 in Katherine kein Bahnhof mehr. Nach der Restaurierung 1982 gehört er heute zum kulturellen Erbe, auch wenn Einwohner und Besucher ihn regelrecht verunstalteten.

Am Anfang der Erschließung oder Durchquerung der Nord- Süd- Passage sind viele Forscher, viele Reisende durch die unsagbaren Schwierigkeiten des Outbacks zum Teil sogar dort gestorben. Pferde halfen bei der Überwindung der Strecke nur wenig. Deshalb wurden die Kamele benötigt. Die meisten kamen von Pakistan, damals eine „Kolonie“, ein Teil von Britisch Indien. Zunächst bewährten sie sich beim Transport der Forscher, später arbeiteten sie für die Siedler und die Miner, die den Entdeckern folgten. Die Kamele und ihre Treiber, meist Afghanen, waren gesellschaftlich nicht anerkannt. Obwohl man sie so sehr brauchte. Da die Aussprache „Afghane“ für die Aussies zu lang war, riefen sie diese Kamelkarawanen einfach „Ghan“. Immer bestand Misstrauen. Deshalb lebten diese großen und offenbar bösartigen Tiere und die fremdländischen Treiber, die Cameleers, gezwungenermaßen am Rande der Ortschaften in „Ghantowns“. Gemieden und entfremdet.

Ein fahrplanmäßiger normaler Zugverkehr auf den 1600 Kilometern zwischen Adelaide und Alice Springs begann 1929. Dieser 3. August 1929 war ein großer Tag in der Geschichte von Südaustralien. Endlich ein Zug von Adelaide nach Stuart Town, dem heutigen Alice Springs. Vorher hatten die Betreiber die Gleise der ersten Zugverbindung aus einem angeblich trockenen Flussbett noch einmal verlegen müssen, da es doch vorkam, dass Kamele bei Hochwasser den Weitertransport der Passagiere übernahmen. Beim Bau dieser ersten Linie brauchte man noch dringend die Hilfe der Kamele, ohne die ein Materialtransport an die Baustellen undenkbar war. Schwierigkeiten gab es damals ohne Ende. Angeblich sollen sogar Termiten die Holzteile der Strecke in Späne „umgearbeitet“ haben. Die Mär berichtet von einem durch Wasser eingeschlossenen Zug. Hier soll der Lokführer, ein Mister Twilly, die Passagiere über zwei Wochen mit Wildziegen, die er schoss, ernährt haben. Außerdem hat er ein während des unfreiwilligen Stopps verstorbenes Kind unter einer der Brücken begraben. Wahrheit und Legende liegen in Australien nicht nur dicht nebeneinander. Oft sogar aufeinander.

Weiterlesen: Das Kamel in Australien

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