Maku Iran

Wir haben einen Reiseleiter und zwei Busfahrer: einen, der fährt und einen, der telefoniert. Manchmal telefonieren sie auch gleichzeitig, ob miteinander ist schwer zu sagen. Auch im Bus müssen wir Mantel und Kopftuch tragen, schließlich sind die Fahrer im Bus.

Ich fühle mich wie auf dem Grund eines Nusskuchens, als wir in Maku ankommen, so steil sind die Felswände. Unser zweiter Fahrer dirigiert den Bus durch ein Tor in einen Hof, der von hohen Mauer eingefasst ist. Mittagessen. Wir folgen den gesprungene Betonplatten ins beste Hotel der Stadt, wo wir an den anderen Gästen vorbei ans Ende des Saals gelotst werden.

Wir können wählen: Rinder-Kabab, Lamm-Kabab oder Hackfleisch-Kabab. Beim Getränk folge ich dem Rat meiner Ärtzin und bestelle eine Cola, weil die Produktion besser überwacht wird. Mit meinem Kabab bekomme ich ein „ZamZam“ - original iranische Cola im Plastikbecher.

Stundenlang fliegen Backsteinhäuser, abgebrannte Felder, Minarette an uns vorbei. Die Berge machen Platz und eine Regenwolke zieht ihren Vorhang langsam über die Hochebene. Die einzigen Unterbrechungen unserer Fahrt sind die Polizeikontrollen. Bei fünf höre ich auf zu zählen.

Ist es die Anspannung des vergangenen Tags, die Hitze unter meiner Ganzkörperverschleierung oder schlichtweg das Ende des Urlaubs und der Beginn einer Reise? Ich bin müde und habe keinen Hunger. Am liebsten würde ich nur im Hotelzimmer bleiben. Das ist der einzige Ort, an dem ich nicht ständig kontrollieren muss, ob meine Handgelenke und Knöchel verdeckt sind.

Aber auch hier gibt es Schwierigkeiten: Das Klopapier ist aus. Kein Problem, denk ich mir und will schon zur Rezeption gehen, da fällt mir ein, dass ich meinen Mantel nicht anhabe, und mein Kopftuch schon gar nicht. Kurz entschlossen rufe ich beim „House keeping“ an, aber niemand geht ran. Also wieder Mantel und Kopftuch anziehen, runter zur Rezeption, Klopapier verlangen („Are you sure there is no toilet paper?“), wieder ins Zimmer und warten, bis jemand klopft. In der Zwischenzeit liege ich in vollem Ornat auf dem Bett, denn die Tür darf ich natürlich nur voll bekleidet öffnen. Es könnte ja ein Mann sein.

Ich verzichte auf das Abendessen.

Foto: Isabelle Hiestand

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