Coward Springs

Es blieb eine der uns bewegenden Fragen, warum so viele landwirtschaftliche Betriebe in den Pioniertagen hier scheiterten? Das waren doch erfahrene Landwirte, die wohl auch ein Risiko richtig einschätzen konnten.

Die Antwort ist relativ einfach. Die Vielzahl der vorhandenen Quellen täuschte die Rinderzüchter und die Farmer. Sie mussten scheitern, weil sie zwar das Wasser sahen, aber die Tauglichkeit der Vegetation für Viehzucht völlig falsch einschätzten. Das vorhandene Grün war schnell aufgefressen, mit dem Nachwachsen haperte es. Sie beachteten nicht, dass viele Bohrlöcher mit der Zeit in das Great Artesian Basin versinken. Und durch oberflächliche Kanäle kommt das Wasser erst an entfernten Stellen wieder zum Vorschein, um neues Weideland zu „produzieren“. Dem trägt noch heute die freie Rindhaltung im Distrikt Rechnung.

Beresford RuineBeresford Dam, eine alte, verfallene Bahnstation, ein schön umwachsener Wasserteich und die rostige ehemalige Wasserdestillationsanlage. Trotzdem eine grüne Oase in der roten Wildnis. Hier kreuzt die alte Gleisanlage, die mal einen kleinen Bogen gemacht hatte, wieder den Track und ist nunmehr wieder westlich von uns. Es gab sogar mal früher eine Radarstation. Noch heute dient das Wasser des Teiches dem Vieh der Anna Creek Station als Tränke. Die Viehzüchter haben aus den Niederlagen der frühen Jahre gelernt. Man ist ökonomischer und überlegter im Anlegen der Brunnen geworden. Solche Pleiten wie 1896, wo man nur 27 von 84 Brunnen für das Vieh nutzten konnte, dürfen sich nicht mehr ereignen.

Das Wasser von Beresford Dam diente nicht nur dem Vieh der Anna Creek Station, sondern auch den Dampf Lokomotiven. Das ging, wegen einer weiteren sehr interessanten und kaum bekannten Verwendung des Wassers nach Behandlung durch den „Kennicott Wasser Enthärter“ während des 2. Weltkrieges. Man behandelte das mineralreiche Wasser des GAB und verhinderte so die Ablagerung von Kalk oder sogar Gips in den Lokomotiven. Der Enthärter war nicht mehr nötig als ab 1954 Diesellokomotiven zum Einsatz kamen.

Red Sandhill - Coward SpringsUnser nächstes Ziel hieß Coward Springs. Und wieder sahen wir, nicht zu weit von der Strasse, Sandhügel. Diesmal aber mit viel dunklerer Färbung und mehr Grün als bei den Red Sandhills. Und das ehemalige Schienenbett ist mal wieder östlich von uns. In der Saison wird Coward Springs zu einem bekannter Camp Ground. Auch berühmt durch die Vogelbeobachtungen und die Kamelsafaris im Dezember.


Quelle - Cowards SpringsCorporal Thomas Coward war Mitglied der Egerton Warburton Expedition, die 1858 diese Gegend erforschte. Sie haben hier eine Quelle gefunden, die noch heute, mittlerweile beschützt und abgegrenzt, sprudelt.

Das dichte Grün um die Quelle darf nicht täuschen über die öde, stachlige und verlorene Landschaft gleich 20 Meter dahinter. Durch dieses Gestrüpp bin ich, um zu sehen, ob hinterm Horizont noch was Interessantes kommt, etwa einen Kilometer gelaufen. Dann reichte es. Nach der leichten Anhöhe (alter Bahndamm(?), Schutzwall vor Sandstürmen (?), Sandhill(?)) sah die Gegend wieder genauso aus. Mit ziemlichen Kratzern an den ungeschützten Beinen bin ich zum Auto zurück. Mein Gott! Was für ein Land. Und welcher Mut gehörte dazu, hier zu forschen oder gar noch zu siedeln. Vielleicht ist der Aufenthalt in der Gruppe abenteuerlich und schön. Draisine Coward SpringsBei unserem Besuch, außerhalb der Saison, fanden wir alles geschlossen und eine trübe Gegend. Da hilft auch nicht der kleine Schienenwagen, der die Geschichte der Egerton Warburton Expedition erzählt.

Eigentlich hatte man damals eine Kette von Quellen gefunden, von denen heute noch 12 aktiv sind. Die Ureinwohner nannten diese Oase in der roten Einöde Pitha Kalti-Kalti, was crooked Box Tree (gebogener, immergrüner Buchsbaum) bedeutet. Eine Oase und ein Rastplatz für das Urumbula Volk, wenn es nach dem Norden wanderte, um mit den dortigen Stämmen Handel zu treiben.

1886/87 versank der Brunnen in der Tiefe und wurde erfolglos, wohl auch unsachgemäß, mit einem Deckel verschlossen. Die Folge ist ein künstliches 200 Hektar großes Feuchtland um den ursprünglichen Brunnen. Man machte das Beste draus und pflanzte 1898, wie in Oodnadatta, Marree und am Lake Harry (Birdsville Track), erfolgreich Dattel Palmen. Kaum zu glauben, dass hier zu Zeiten der Eisenbahn auch ein Hospital und ein Hotel standen.

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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