Beginn der Besiedlung

Der Beginn der Besiedlung des Wilpena Pound

Alles ließ sich so gut an. Damals in den 50er Jahren. Man rodete den Regenwald. Mit großen Stahlwalzen planierten die Siedler den Boden. Eine unfassbar schwere Arbeit. Mühselig wurde der Busch kultiviert, um dann 1851 mit der Schafzucht zu beginnen, da diese der Schlüssel zum Erfolg und zum wirtschaftlichen Überleben schien. Doch zwischen 1864 und 1866 hatten die Schafe die geschaffenen Weideflächen leer gefressen. Nach dem Raubbau am Regenwald folgte die Überweidung. Dann schlug die Natur zurück. In der folgenden Trockenperiode starben 20 Tausend Schafe und zwei tausend Rinder. Wer damals noch auf Besserung gehofft hatte, wurde durch das drauf folgende Hochwasser eines anderen besseren belehrt.

Die Motive der Hill Familiy, die damals in Glenallen, nahe Hawker lebte, sich für den Anbau von Weizen zu entscheiden, bleiben unklar. Doch zunächst lief ja auch alles zur Zufriedenheit. Sie rodeten das Land, bauten Weizen an.

So ungefähr hatte die damalige Unterkunft ausgesehen. Man lebte zunächst im Wilpena Pound in einer aus Kiefernholz errichten und mit Lehm verschmierten Hütte, weil man durch Rodung und Kultivierung zunächst Ackerland gewinnen wollte. Und in den frühen 90er wurde die Hütte dann durch ein Steinhaus ersetzt. Die Weizenernte warf Gewinn ab. Man plante für die Zukunft. Dafür sprechen die verwendeten Steine und die Art des Hauses. Hill Homestead war für einen ständigen Aufenthalt geplant. Und immer noch missachteten sie die Warnung, dass ihre landwirtschaftliche Farm 140 Km nördlich der Goyder’s Line lag. Doch sahen sich die Hills zu ihrer Entscheidung berechtigt. Der Schatten der hohen Felsen, der immer höhere Niederschlag im Wilpena Pound als in der Umgebung, kaum Schnee, waren ihre Argumente für den Weizenanbau. Alles ging gut. Der Erlös war zwar nicht hoch, aber er reichte. Bis 1914, als das Hochwasser die Zufahrtsstrasse durch die Schluchten nach Wilpena und zur Homestead zerstörte. Sie konnte sich keinen Neustart leisten, konnten die Schulden nicht bezahlen. Es war aus.

In der nachfolgenden Geschichte erzähle ich die Story von Jeni Hill, die mit ihren 5 Brüdern und 4 Schwestern hier im Wilpena Pound lebte. Es ist die Geschichte, die jeder Besucher auf den weißen Tafeln vor dem Haus lesen kann. Eine Geschichte, die berührt, weil sie vielleicht vermeidbar gewesen wäre. Hätten man nur auf diesen Woodroffe Goyder gehört, statt ihn zu verspotten und zu verlachen.

Eine bedeutende Neuerkenntnis habe ich von Flinders Ranges mitgenommen. In Arkaroola, einem kleinen Ort an der westlichen Grenze des Gammon Ranges NP gedenkt man eines Wissenschaftlers, der den Begriff „Petrichor“ prägte. Das bezeichnet einen charakteristischen Geruch, der in bestimmten Gegenden kurz vor und nach dem Regen auftritt.

Darüber schrieb der Geochemiker Richard Grenfell Thomas 1964 in „Nature“ einen Beitrag. Er soll schon 1943 vermutet haben, dass der Geruch durch ein bestimmtes gelbes Öl, das bei Regen aus dem Lehmboden gelöst wird, entsteht. Ätherische Substanzen, die von Tieren und Pflanzen stammen. Der Name leitet sich vom griechischen „Petro“ (Stein) und von „Ichor“ (das Blut der Götter) ab. Ein Öl, das jedem Parfüm standhält. Über 50 verschiedene Substanzen hat man bereits darin entdeckt. Ein Duft, der viele Dichter zu Schwärmereien veranlasste. Und diesen Hang zur Poesie soll dieser Richard Grenfell Thomas, an den man mit einer Gedenktafel am Mt. Painter erinnert, auch gehabt haben. Ein Mann der versuchte die Wissenschaft der Geologie mit poetischen Denken und musischen Schlussfolgerungen darzustellen. Natürlich in seiner Zeit auch verlacht und verspottet. Seine Freundschaft zu Reg Sprigg, damals ein Geologiestudenten, ergab, dass er in 40er an einer Expedition zu einem Uranfeld am Mt. Painter teilnahm. Als Geologe sagte er schon damals voraus, dass sich östlich der Berge leicht abbaubares Uran befinden müsse. Aber man nahm ihn nicht ernst. 25 Jahre später fand man die reichen oberflächlichen Lagerstätten von Beverly nordöstlich von Paralana Hot Springs, dessen radiaktive (Radon) heißen Quellen nicht ganz unbekannt sind. Dieser Reg Sprigg hatte nicht zuletzt wegen der Vermutung von Thomas niemals aufgegeben, in diesem Gebiet weiter zu suchen. Bis er fündig wurde. Kupfer, Zink und Uran wurden bis 1961 abgebaut. Der Reinheitsgrad des leicht oberflächlich abzubauenden Uranerzes erlaubte die direkte Lieferung nach Übersee. Allerdings wurde das Lager dann nach zu intensivem Abbau wegen Uneffektivität aufgegeben.

1968 kaufte Reg die einstige Schaffarm Arkaroola. Und machte daraus eine Art „Garten Eden“ der Flinders Ranges. So wurde er gewollt oder ungewollt auch zum Begründer des Ökotourismus in Down under.

Alle Welt sprach bis zu seinem Tod 1994 von Reg Sprigg, einen der bedeutendsten Geologen Australiens. Aber niemand oder nur sehr wenige, die hier waren und über den Besuch schrieben, erwähnten Richard Grenfell Thomas. Reginald „Reg“ Sprigg war wohl der einzige, der die Bedeutung und Weitsicht des poetischen Gelogen Thomas zu würdigen wusste.
Davon ahnten die ersten Siedler damals natürlich nichts.

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