Endstation Adelaide

Von The Alice bis Adelaide

Und heute? Die zweitgrößte Stadt des NT entzückt mit seiner bunten Anlage, den zahlreichen Geschäften, den interessanten Kirchenbauten und einer beeindruckenden „naiven“ Wandmalerei, die von Aborigines, von Kamelen, den Forschern, den Siedlern und den Touristen erzählt. Der Holländer Henk Guth hat auch ein 360° Panoramabild geschaffen, das im Panorama Guth zu besichtigen ist. Obwohl Ludwig Leichhardt wahrscheinlich nie in dieser Gegend war, immerhin hat er 1844/45 die Landschaft um Katherine erforscht, erinnern Straßen und Gebäude an diesen in Australien so berühmten Deutschen.
Der Besuch des Desert Parks war ein Erlebnis. Der 1,6 Kilometer lange Rundkurs zeigt alles auf, was man von der Wüste in Zentral Australien erwartet. Sand, Wüste, vertrocknete Vegetation, sandige Flussbetten, auch die spärlichen Büsche, Wasserflächen, Lehmkuhlen. Salzpfannen, Kängurus, Emus. Dazu noch etwas, was man nicht erwartet. Jede Menge einheimische Vögel, Niedrigwald und Fische. Richtig. Wirklich Fische. In den kleinen Tümpeln der Lehmkuhlen, ja sogar in den kleinen Pfützen an den Wurzel- Erosionen leben kleine Fische. Und man denkt sofort an die Aboriginal Aussage über die Gegend um den Uluru: „Empty? Lifeless? Boring? Noway!“ Diesen Eindruck verstärkt die Ausstellung über das Leben der Tiere und das Wachsen der Pflanzen im Outback. Denn immerhin besteht Australien zu 70% aus Wüste.

Pünktlich waren wir wieder beim Zug. Diese Aussies sind ausgesprochen geduldig mit ihren Gästen. Auch wenn diese den Small Talk nur schlecht beherrschen.
Die Strecke zwischen Alice und Adelaide ist schon älter. Man merkt es auch am unruhigeren Fahren des Zuges.
Nach etwa 150 Kilometern überquert der Zug den Finke River. Eine mächtige Brücke mit 15 Bögen von jeweils 30 Metern Breite ermöglicht dies. Nach 1000 Kilometern Verlauf wird dieser Fluss vom Norden der MacDonnell Ranges in den Lake Eyre in Südaustralien fließen. Ein heiliger Fluss. Nicht zuletzt, weil er nur zwei Mal im Jahrhundert sein Flussbett voll ausfüllt. „Larapinta“ nennen die Ureinwohner ihren Versammlungsplatz am Fluss. „Larapinta“ wird mit dem englischen Word „serpent“ Schlange übersetzt. Außerdem liefert der Fluss an vielen Stellen den Aboriginals Wasser aus Wasserlöchern, die für die Ureinwohner oft eine kulturelle Bedeutung haben.

Und schon passieren wir die nächste Sehenswürdigkeit. An der 1170 Kilometermarke steht das „Iron Man Monument“. Das ist eine Markierung für die millionste betonierte Bahnschwelle auf der Zugstrecke zwischen Tarcoola und Alice Springs. Die Skulptur wurde von Bahnarbeitern errichtet.
Nach wenigen weiteren Kilometern kommt ein Grenzstein, der die Landesgrenze Northern Territory zu South Australia markiert. Von hier sind es „nur“ noch 1287 Kilometer bis Adelaide. Der Stein wurde am 12. Oktober 1979 errichtet.

Als wir Tarcoola passierten war es schon dunkel. Eine Stadt ist nach einem Pferd genannt, das 1893 den Melbourne Coup gewann. Früher ein wichtiger Zwischenstopp für die Züge nach Alice, weil 1890 hier große Goldlagerstätten gefunden wurden. Ein Zugaufenthalt, um die Kohle- und Wasser Reserven für die Weiterfahrt zu ergänzen. Hier treffen sich die Eisenbahnlinien von „The Ghan“ und des „Indian Pacific“. Und vorbei an Pimba, einen Ort, der für Autofahrer auf den Stuart Hwy sicherlich interessant sein könnte, weil hier die B97 von Roxby Downs auf den Stuart Hwy trifft, ging es in den frühen Morgenstunden durch Port Augusta. Früher (1872) einst der Bahnhof für Fahrten bis Farina auf der Old Ghan Route. Heute noch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Perth und Sydney (Eyre Hwy), sowie Adelaide nach Darwin (Stuart Hwy).

Die Gegend wir grüner. Es wechseln auch immer wieder kleine Siedlungen entlang der Bahnlinie ab. Aber wir haben ja noch Zeit für den Morgenkaffee in der Kabine, für das Daybreak Breakfast. Als nächste größere Ansiedlung durchfahren wir Crystal Brook. Benannt nach dem klaren Wasser im Fluss, der 1840 von Edward Eyre seinen Namen bekam. Der Ort ist das Herz eines großen und ergiebigen Weizen- und Gerstenanbaugebietes. 80 Kilometer kommt Snowtown. Mit den großen Getreidesilos eines der vielen Güterfrachtzentren in Südaustralien.

Der Bahnhof von Adelaide liegt am Rande des Grüngürtels, der die Innenstadt umgibt. Und wieder ist alles hervorragend organisiert. Die Weiterreisenden wissen, wo sie hin müssen. Und auch für uns ist ein Sammelpunkt angegeben, zu dem wir unsere Koffer geliefert bekommen.
Unsere Teilnahmebelege für die Fahrt und die Anstecknadeln hätten wir beinah in der Kabine vergessen.
Welch Glück, dass ich die Koffer schnell fand. So erhaschten wir das letzte Taxi vor dem Bahnhof. Die Fahrt nach Glenelg ging über uns bekannte Strassen. Da links die Tankstelle, wo mich 2003 beinahe ein Raser überfahren hätte.

glenelgDas Hotel in Glenelg war frisch renoviert. Nicht schlecht. Und diesmal gab es beim Telefonat mit dem German Club in Adelaide keine Schwierigkeiten. Die freuten sich schon auf die Buchlesung am nächsten Tag. Und hatten fleißig dafür geworben. Eine grundlegende Erkenntnis aus den Gesprächen bei all den drei Lesungen in Australien war, wie zerrissen und unterschiedlich die Denkweise der naturalisierten Deutschen zu uns Europäern geworden ist.
Am Nachmittag haben wir die alten Erinnerungen an Glenelg durch einen Bummel auf der Promenade aufgefrischt. Die Stadt muß Geld haben. Denn überall wurde gebaut und verschönt.

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OzBus Reporter

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