Mount Warning

Mount Warning Panorama Mount Warning Panorama
Unser alpiner Part an der Ostküste

12. Januar 2004. Die ganze Nacht hat es geregnet und sogar das Auto war sauber. Im Packen und Abreisen sind wir mittlerweile versiert. Zurück zum Pacific Hwy. Wir wollen nach Ballina. Viel hatten wir über den gesuchten Badeort gelesen. Ein Zentrum an der Ostküste soll er sein. Es ist bewölkt aber ziemlich schwül. Ein kurzer Stopp in Coffs 

Harbour am „Big Point“ Banane. Angeblich eine nationale Ikone. Bild lohnte wirklich nicht!
Die Strasse liegt nach Norden parallel zum Clarence River. Bei schönem Wetter wäre die Nutzung der Fähre sicher ein Erlebnis. Aber so? Erstaunt bin ich über die vielen freien Betten in den Motels trotz der Schulferien. Natürlich sind fast alle Gelände am Straßenrand abgezäunt. Die Reise durch die Wiesen, die unterschiedlichen Bäume und Büsche ist sehr abwechslungsreich. Unvergessen bleibt auch dieser „500 Meter Tunnel“ eines Blütenmeeres. Gelbe, violette, rote und blaue Büsche lassen uns wie durch einen Tunnel fahren. Eine lobenswerte Einrichtung ist die Ankündigung der Überholstrecke, trotzdem hat so ein übermütiger Spinner wieder einmal 300 Meter vor einer solchen Strecke noch zwei PKW und einen Truck überholt. Ingesamt sieben Fahrzeuge wurden zur Vollbremsung gezwungen. Noch heute erscheint es mir wie ein Wunder, dass es nicht einmal zu einem Auffahrunfall kam. Der Schnösel verschwand mit überhöhter Geschwindigkeit. 

Viele touristische und sportliche Radler waren auf diesem Wegabschnitt unterwegs. Kurz vor Ballina überquerten wir auf großer Brücke den Richmond River. Dann erreichten wir schon den Ort. 200 Kilometer wie aus dem Handgelenk. Wir hatten einen typischen Seebadeort erwartet. Sind aber in einem lang gezogenen dreiteiligen hektischen Städtchen gelandet. Es gefiel uns nicht. Im Visitor Centre hatte man keine Zeit für uns. Vielleicht waren auch so viele Leute auf der Strasse, weil ein kalter Wind vom Meer her das Wasser schaumig in Wellen so hoch blies, dass sich nicht mal die Surfer raus trauten. Wir haben noch die große Mehrzweckhalle bewundert, sind durch Ost Ballina zu Shelly Beach gefahren und entschlossen uns auf „gut Glück“ weiter noch Norden zu reisen. Nach zwei Versuchen fand ich die Küstenstraße nach Byron Bay über Lennox Head. Aber auch dort gefiel es uns nicht. Zuviel Wind, zu kalt. Das konnten auch die malerischen Ausblicke von den Aussichtspunkten auf das Meer nicht wettmachen. So sind wir den Scenic Drive, der sich bald vom Meer entfernte, bis Byron Bay gefolgt. Den exklusiven Badeort wollten wir uns nicht leisten. 

Erstaunlich. Hier waren sogar einige Hotels ausgebucht. Ein weltweit gesuchtes Erholungszentrum. Oft voll belegt durch junge Leute, die dem Hobby als Cliffhanger unterhalb des Leuchtturms frönen. Alles macht einen gepflegten und anspruchsvollen Eindruck. Besonders die Hotelpreise, die mit Sydney mithalten konnten. Sogar die Benzinpreise lagen hier um 7 Cent pro Liter höher als irgendwo anders in NSW. Vielleicht haben Preise und geographischen Lage miteinander zu tun? Immerhin ist Byron Bay der östlichste Teil Australiens. Auf einem Rastplatz studieren wir die Karte. Und gleich fiel mir ein Ort mit dem unaussprechlichen Namen Murwillumbah auf. Dort steht ein besonderer Berg, der Mount Warning, den man einfach besteigen muß. Ein kurzes Stück befuhren wir wieder den Highway. Erstmals seit Port Hedland haben wir wieder Anhalter gesehen. Ab Mooball ging es über eine Nebenstrasse ins Tal. 

tweed valleyIn meinen Aufzeichnungen steht dick unterstrichen „Oh, du herrliches Tweed Valley!“ Mehr als alle Beschreibungen kann das Foto von Quinton Marais dies bestätigen. Ist hier die Zeit stehen geblieben? Malerische und Gemütlichkeit ausstrahlende kleine gepflegte Anwesen, mit bunten Farben. Palmen und Bananenstauden im Garten. Hier kauft man in Selbstbedienung am Gartenzaun, und wirft den Kaufpreis in eine Kiste. So läuft das wohl schon seit 100 Jahren. Dazu passt auch die weiß getünchte Holzbrücke, über die es nach Murwillumbah geht. „Place of many possums (Ort der vielen Beutelratten)“ oder „Big Camping Place (großer Rastplatz)“ nennen die Ureinwohner das Areal. Die alte Stadt wurde 1870 gegründet. Und im Visitor Centre erklärte uns ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Angestellter, man benötige keinen Trapper oder Forscher als historisch zu erwähnende Figuren. „Wir haben den Berg!“ Natürlich wusste er, dass schon 1823 John Oxley den Fluss Tweed River nannte, dass 1860 der erste Europäer hier siedelte. Aber das war nicht so von Bedeutung. Und er empfahl uns ein Motel am Pacific Hwy am Ufer des Tweed River, mit dem wir sehr zufrieden waren. Der Ort ist eine saubere und ruhige Kleinstadt, liegt in einem großen Talkessel. Es gibt eine große Zahl alter und renovierter Bauten. Aber vereinzelt auch neue, sehr moderne Häuser. Kaum zu glauben, dass die Stadt 1907 durch ein großes Feuer fast vollständig zerstört wurde. 

Neun Kilometer östlich, in Tumbulgum, stehen noch viele alte Gebäude aus der Gründerzeit. Der gesuchte Vorort ist ein Geheimtipp für Ausflüge, für Fischen oder Bootstouren. Eine bogenförmige Nebenstrasse (Riverside Drive) führt vom Highway durch den Ort. Wir sind in einer welthistorischen Gegend gelandet. Der Vulkan, dem all diese Naturschönheiten zu verdanken sind, wird als der größte der südlichen Hemisphäre und als der zweitgrößte der Welt eingestuft. Durch vulkanische Aktivität entstand vor rund 23 Millionen Jahren in drei Etappen eine flache schildartige Landschaft ohne diese steilen, geformten Wände, die man sonst bei Vulkanen findet. Das damalige schildartige Plateau war 2000 Meter hoch. Also doppelt so hoch wie der heutige Berg (1157m). Und es umfasste eine Fläche vom 5000 Km², die der doppelten Größe des Saarlandes entspricht und sich zwischen dem heutigen Lismore/ Ballina im Süden und Canungra im Norden befand. Die westliche Grenze war die Gegend um Kyogle und im Osten reichte die Anhöhe bis 100 Km in den heutigen Ozean. 

Dann arbeiteten die Baumeister der Ewigkeit, nämlich Wasser und Wind, Erosion und Zeit an der weiteren Formung. So entstanden das Tal mit den Hügeln und die Berge um das Tal. Die fruchtbare Erde bot alle günstigen Bedingungen für üppiges Wachstum in dem subtropischen Klima, dass eines der angenehmsten in ganz Australien sein soll. Dem nicht zu heißen Sommer mit maximal 32°C folgt ein sehr milder Winter mit 20°C. Es gibt hier kaum Luftdruckveränderungen.

Mt. Warning CalderaSo wurde eine Weltsensation über Jahrmillionen geschaffen. Der Mt. Warning. Ein vulkanisch entstandenes Basin mit Mittelkegel bezeichnet die Wissenschaft als Caldera Formation. Calderas (Spanisch: Kessel) entstehen, wenn große Ansammlungen von Magma nur wenige Kilometer unter der Erdoberfläche lagern. Die langsame Auskristallisation der Gesteinsschmelze führt zu randständigen ringförmigen Einrissen an der Oberfläche. Durch Druckzunahme im Erdinneren reißen diese Spalten auf und die plötzliche Entlastung presst heiße Gesteins- und Aschströme aus den Spalten. Nach dem erstem Lavafluss, der nachfolgenden Asche- und Gesteinseruption kam es in der dritten Phase zur langsamen Basaltbildung der Rhyolith Lava, die als hartes widerstandfähiges Gestein den Krater quasi verstopft. Dabei wurde der Zentralbereich des Daches wie ein Kolben in die Magmakammer gezogen. Fertig ist der Kessel! In der Tweed Valley Schüssel, die immerhin 60 Km² umfasst, wird der mächtige Tweed River durch das Wasser der Ränder des Kessels gespeist. Der Baumeister Natur erschuf bei der Bearbeitung des Schildes ein Gebiet mit sechs Nationalparks. Eine der erstaunlichsten Relikte ist, dass seit Gondwana unverändert ein antarktischer Buchenwald isoliert hoch über den Wolken auf der Spitze der Berge wächst. Der Regenwald sucht in der Welt seinesgleichen. 125 verschiedene Pflanzen, über 200 unterschiedliche Vogelarten, 30 Fledermaustypen und mehr Beuteltiergruppen als irgendwo sonst auf der Welt.

Trotz vielfältiger Schönheiten bleibt der Mt. Warning die eigentliche Sensation. Hier lebte früher ein friedlicher Aboriginesstamm. Es sollen die friedfertigsten Ureinwohner in ganz Australien gewesen sein. Niemals gab es zwischen ihnen und den weißen Siedlern kämpferische Auseinandersetzungen. Der Berg ist ein Heiligtum. Bis in die Traumzeit reichen die mythischen Gesänge über ihn. „Wollumbin (Kämpfender Häuptling der Berge)“ nennen sie ihn. Aber auch „Nganduwae (cloudy catcher, Wolkenfänger)“ ist ein weiterer treffender Name. Da war Cook 1770 unprosaischer. Nachdem er mit der „Endeavour“ in die Brandung der Klippen bei Point Danger nahe Tweeds Head kam, und den Berg als ein gutes Warnzeichen für Seeleute einschätzte, nannte er ihn so. Immerhin treffen jeden Morgen die ersten Australien erreichenden Sonnenstrahlen immer den Mt. Warning. 1871 kam der Pflanzer und Botaniker Michael Guilfoyle, der in Kingscliff eine Plantage betrieb, zusammen mit seinen beiden Söhnen auf die Idee, den Berg zu besteigen. Gründlich hatten sie sich auf einen beschwerlichen Marsch eingestellt. Doch gestand Guilfoyle nach der Besteigung, dass ihm mehrmals die Idee zum Umkehren gekommen war. 2 ½ Tage brauchten die Drei zur Erstbesteigung. In einem Bericht sagten sie übereinstimmend, dass der Gipfelblick von der höchsten Stelle ins Tweed Country alle Strapazen und Entbehrungen vergessen machte.

Mount WarningAlso wollten wir auch auf den Berg. Es war eine gute Idee schon in den frühen Morgenstunden mit dem Aufstieg zu beginnen. Fünf Stunden müsse man einplanen, sagten der Hotelier und der Herr vom Visitor Zentrum. Der Nationalpark, in dem der Berg als Mittelpunkt steht, hat eine Fläche von 2380 Hektar. Mit dem Auto sind wir bis zum Parkplatz am Fuße des Berges gefahren. Dabei überquerten wir auch zwei kleine Brücken. Und ich konnte nicht glauben, dass dieses „Flüsschen“ bald der mächtige Tweed River wird. Durch eine grüne Wandelhalle aus Laubbäumen und tropischen Gewächsen geht es leicht aufwärts. Die tiefe bewachsene Schlucht zur Rechten zeigt, dass wir schon ganz schön hoch sind. Und immer noch im Auto. Und der schier endlos hohe Steilhang hinter dem Tal ist noch nicht einmal der Berg, sondern nur eine Gesteinsfalte. Rechts und links stehen kleine Anwesen. Kunsthandwerker oder Vermieter bieten ihre Leistungen an. Da kommt schon der Caravan Park, dahinter die Reklame für Akupunktur und dann der letzte schmale und steile Weg zum Endparkplatz. Von hier aus sind es „nur noch“ 4,4 Kilometer. Ich dachte mir schon, dass die Tour beschwerlich werden könnte, zu gut gemeint waren die Ratschläge. Wir ließen es langsam angehen.

Erster Kilometer: Auf einer Steigung von 25 bis 30 % haben die Wegebauer 386 Stufen verteilt, die den begehbaren Steig sicher machen. Es ging zwar steil bergauf, aber bei allen Schwierigkeiten gab es Hilfsmittel. Dazu dienten auch die kleinen Brücken über verschiedene Unwegsamkeiten. Am Anfang des Weges stehen die hohen Bäume noch lichter. Obwohl man seitlich durch das immer dichter werdende Unterholz einen Eindruck auf die Schwierigkeiten der Erstbesteigung bekam. Der Weg geht serpentinenartig nach oben und ist so deprimierend, weil man immer nur zum schier endlosen Hang nach oben schaut.

Zweiter Kilometer: Mann! Das ein Kilometer bergauf so lang sein kann. Ich hätte es nicht gedacht. Beim diesem Hinweisschild wähnte ich uns schon fast am Ende des Kilometer 2. Jetzt wird der Aufstieg schwieriger. Der Regen des vorigen Tages hat die Steine und Wurzeln im Bodenbereich glatt gemacht. Die mächtigen Bäume (Floodet Gum und Eucalyptus grandiosa) scheinen in den Himmel zu wachsen. Es wird dunkler. Das Licht hat Schwierigkeiten, durch das Wipfeldach nach unten zu kommen. Je steiler der Steig wird umso enger liegen die Serpentinen am Berg. Schön, dass wir so früh losgegangen sind. So stört uns niemand. Der junge Mann, der uns an einer Biegung entgegen kommt, ist umgekehrt. Sein Schuhwerk ist ihm zu riskant, erklärt er auf unsere Frage und zeigt auf seine Sommersandalen, die völlig durchnässt wirklich ungeeignet sind. Wie schon im Dorrigo NP gehören Palmen und Farne auch jetzt zum dichten Unterholz. Die Sitzbank nützt nur zum Ausruhen. Der am Berg hängende Nebel verhindert jede Sicht nach unten. Aber es gibt im Umfeld genügend zu beobachten. Die Formvarianten der an den Stämmen wuchernden Weinwurzeln, Schmarotzerpflanzen der Tropen. Aus dem Tropenwald kommen Vogelschreie in hoher Tonlage. Das sollen Catbirds (Schwanzohrlaubenvögel) sein, die diesen Lärm verursachen. Aber sicher ist auch, dass tausende Grillen ebenfalls am Konzert teilnehmen. Toll, was die Forscher früher alles ertragen haben. Und wenn man denkt, nun müsste der zweite Kilometer fast vorbei sein, kommt das Schild: Noch 2,5 Kilometer bis zum Gipfel. Ganz schön belastend. Jetzt verändert sich langsam die Vegetation. Die Baumhöhen werden geringer. Zwischen ihnen dichtes Unterholz, Heidegestrüpp (Heath scrub).

Dritter Kilometer: Immer weiter nach oben. Wir sind jetzt oberhalb der Wolkengrenze und können, wenn es die Bäume erlauben, den Nebel am Berg hängen sehen. Hier kommt sogar die Sonne zu uns durch. Unbefestigter Weg! Über Wurzeln, Steine, dazwischen umgestürzte Bäume führt die unaufhörliche Steigung immer weiter zum Gipfel.
Vierter Kilometer: Die Schonzeit ist vorbei. Wie im Hochgebirge sind knorrige Sträucher und kleine Bäume nunmehr unsere Begleiter. Wir klettern nur noch über Steine. Aber wir kommen vorwärts. Schon von weitem sehen wir die Sitzbänke am Rande des letzten Abschnitts. Sind wir endlich oben? Nein! Rechts von den Bänken beginnt „das dicke Ende“. Eine über 200 Meter lange steinige Strecke mit mindestens 70% Steigung. Und kein Ende zu sehen. Aber eine eiserne Kette, an der man sich hoch Hangeln kann. Für Dagmar ist das zu gefährlich. Sie bleibt an dem Rastplatz zurück. Ich hänge mir den Fotoapparat an den Gürtel.

Top End: Auf geht’s. Die ersten Meter sind leicht. Warum die Kette nutzen? Ich schaffe das auch so. Nach 40 Metern kommt eine kleine Linkskurve und ohne Kette geht es nicht weiter. Eigentlich bin ich als Jogger zurzeit gut drauf. Aber bei diesem Aufstieg wird mir die Luft knapp. Mehrmals lege ich Pausen ein. Dann bin ich oben. Am Gipfel lösen sogar wieder Bäume das Niedriggestrüpp ab. Am höchsten Punkt haben die Aussies einen Rundweg angelegt. Der mündet in vier Plattformen, damit man von jeder Seite diesen „unvergesslichen“ Rundblick haben kann. Klasse! Nebel! Nebel! Nebel! Jedes Mal, wenn ich einen Berg besteige, ist wegen Nebel nichts zu sehen. Inzwischen habe ich mich ausgeruht und „hangele“ wieder nach unten. Geht schwerer als der Aufstieg, ist aber nicht so anstrengend. Nach der letzten Biegung rief ich meine Frau, um meine Rückkehr anzukündigen. Dabei schaute ich das erste Mal weg vom Felsen in die Umgebung. Ich dachte, mich tritt ein Pferd! Bis auf einige Schwaden ist die Nebelwand verschwunden. Was für eine tolle Sicht schon 200 Meter unterhalb des Gipfels. Ich „rutsche“ hinab, mit der festen Absicht, nach einer kleinen Pause noch einmal aufzusteigen, um die unvergessliche Aussicht ebenfalls zu genießen. Während wir eine kurze Brotzeit einlegten, kam ein junges Pärchen in zünftiger Bergsteigertracht. Zwei Schweizer, die fragten, wie weit es noch bis zum Gipfel sei. Eigentlich wollte ich gleich wieder rauf, ließ aber beide vor, um mir die „Schmach“ des Überholens am Berg zu ersparen. Wie recht ich tat. 

Die beiden begannen in geübter Manier, ohne auch nur auf die Kette zu schauen den steilen Hang zu bezwingen. Das war sehr eindrucksvoll und auch gleichzeitig deprimierend. Ich wartete, bis die Zwei um die Ecke gegangen waren, dann „robbte“ ich hinterher. Doch die hatten beim Aufstieg geblufft. Welch Erstaunen, als ich beide nach der Kurve ziemlich geschafft wieder fand. Natürlich haben die dann einen eine Zahn zugelegt und mich förmlich stehen gelassen. Und die Kette nutzen sie jetzt auch.
Keine Frage über mehr Erfahrung und bessere Aufstiegstechnik. Aber Schweizer Bergtouristen kochen eben auch nur mit Wasser. Die Aussicht von hier oben war wirklich sehr schön und wie so oft in Australien bis zum Horizont. Ich knipste die obligatorischen Fotos. Dann ging es wieder zurück. Dass ich auf dem Gipfel aus meinem Sporthemd die Nässe ausgewrungen habe? Jeder, der nur ein Mal da oben war, wird es sicher verstehen.

Der Rückweg zum Parkplatz dauerte wegen der schlechten Wegstrecke von der Zeit genauso lang wie der Aufstieg. Aber bei weitem nicht so anstrengend. Schwierig gestaltete sich jedes Mal bei Entgegenkommenden das aneinander vorbei Laufen an den glatten und engen Stellen. Warum Eltern Kinder unter 10 Jahren, die auch noch an den Hängen krabbelten, auf eine solche Tour mitnehmen?

Kurz vor dem Parkplatz fragten uns zwei junge Australier in Badelatschen, wie weit es nach oben sei. Gern gaben wir Auskunft und waren erstaunt, dass junge Leute auch mal den Rat der Alten befolgen. Beide gingen nämlich nach unserem Hinweis zu ihrem Auto und wechselten das Schuhwerk. Inzwischen war der Parkplatz voll. Nicht alle Besucher wollten auf den Berg. Viele spazierten nur durch den Wald am Grund. Andere gehen zum Lyrebird Track, der sich 200 Meter durch einen Wald turmhoher Palmen bis zur einer Aussichtplattform windet. Die Rückfahrt wurde getrübt durch einen Raser, der bei den beschriebenen engen Stellen, die 25 Kmh vorschrieben, plötzlich schleudernd um die Kurve kam und uns beinah gerammt hätte.

Nach dem Mittagessen in der Stadt sind wir noch ein bisschen durch die Gegend gefahren. Wirklich sehenswert, dieses Tweed Valley. Die Stadt demonstriert ihren Wohlstand durch die Zuckerrohrindustrie, durch die zentrale Handelslage für den Gütertransport auch in der ansprechenden und sauberen Gestaltung.
Den Abend verbrachten wir auf einer Bank am Fluss hinter dem Tweed River Motel. Es war ein milder Abend. Herrlich Ruhe. Die Fische sprangen, nicht mal das Zirpen der Grillen störte. Alles passte, ein wirklich schöner Tagesausklang in einer empfehlenswerten Gegend. Morgen wollen wir weiter fahren. Und wieder einmal sind wir nicht sicher, ob wir an der Goldküste einen Stopp einlegen oder bis Brisbane durchfahren. Lassen wir uns überraschen.

Dieter Tischendorf
Aus „Und immer weiter zur Sonne“

@ 01.06.2010

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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