Wangara Lookout

Schon sehr früh, wirklich zufrieden und gut ausgeruht sind wir am Freitag, den 16. Februar aufgestanden. Ein Frühstück, bei dem uns schon kurz nach 06.00 Uhr die Sonne mit auf den Teller schaute.

Aus einer Touristikinformation hatte ich mir die Luftaufnahme des Wilpena Pound ausgeschnitten. So würden wir die Landschaft natürlich nicht sehen. Aber man hat halt dadurch eine Vorstellung von der Gesamtheit.

Das schien eine schöne, asphaltierte Strasse, die von Hawker nach Wilpena führte. Aber schon bald sahen wir auch hier, und mehr noch als in der Stadt, die Schäden, die das Hochwasser hinterlassen hatte. Viele der Creekdurchfahrten waren oder werden gerade neu aufgeschüttet.

Aber schon bei der Fahrt grüßten uns in der Ferne die Berge. Da hielten wir kurz am Castle Rock Lookout, registrierten die Ruinen der alte Schafschererstation von 1856.

Je näher wir den Bergen kamen umso grüner wurde das Umfeld. Und Pinien über Pinien. Das muß hier eine sehr wasserreiche Gegend sein. Ich kann schon nachvollziehen, wie groß die Hoffnung der ersten Siedler bei diesem Anblick war. Denn die Grausamkeit der australischen Klimawechsel kann ein Europäer nicht in den schlimmsten Vorstellungen auch nur ahnen.
Und scheinbar waren wir an diesem Morgen nicht die einzigen Besucher. Eine Gruppe Emus überquerte nach dem Prinzip, der von rechts Kommende hat Vorfahrt, die Strasse.

Am Einfahrtspunkt zum NP war nicht viel los. Ich zahlte unsere Besuchergebühr von 7 Doller. Und bemerkte, dass irgendwelche Rowdys doch wirklich versucht hatten, die Kassenkasten aufzubrechen. Unglaublich! Dann fuhren wir weiter und parkten am Wilpena Pound Resort. Nur sehr wenig Autos standen dort. Wir wollten diesmal keine Wanderrekorde aufstellen. Nur in der wunderschönen und so interessanten Umgebung des Pounds ein Stückchen laufen. Da bot sich der Wangara Lookout Walk (Hin und zurück acht Kilometer) an. Ich wollte erst bei der Hill Homestead dann entscheiden, ob es auch ein bisschen mehr sein dürfte.

Wangara Lookout Walk - Wilpena Pound nahe am Visitor Center Der Wangara Lookout Walk startete am Visitor Centre. Das ist ein aus Stein und Glas errichtetes eindrucksvolles Gebäude. Und schon an diesem Centre konnten wir vermuten, was eine Übernachtung im Resort kosten würde. Wir hatten sogar noch zu niedrig geschätzt. Da waren wir mit dem BIG 4 in Hawker besser bedient. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man die ausgeschilderten Wege, auch zur eigenen Sicherheit, einhalten soll. Und wegen der Mitnahme von genügend Wasser hatten wir seit dem Irrweg durch die Blue Mountains unsere Lektion gelernt.

Emu auf dem Wangara Lookout Walk So liefen wir durch eine schattige und begrünte Wanderlandschaft entlang des Wilpena Creek allmählich aufwärts. Das merkten wir aber erst beim Rückweg. Vorbei an Ghost Gum Tree und Pinien trafen wir nach etwa drei Kilometer diesen Emu, der ein Stück vor uns her „marschierte“. Auf meine Frage, ob er einer der Gruppe sei, der wir auf der Strasse schon begegnet waren, schüttelte er langsam und bedächtig den Kopf und ging dann gemessenen Schritts hinunter zum Uferbereich des Creek.

Hier sind früher die Siedler der Hill Homestead lang gefahren. Eine Holzbrücke führte über ein Tal mit Wasserfall. Und wir merken, dass der Weg steiler wird. Welcher Tourist ist so Großhirn geschädigt, dass er die Zeichen der Markierungen an den Pfählen abkratzt?

Das Heim der Hill Family Und bald erreichten wir die Homestead. Das Heim der Hill Family entstand 1888. Und Anfang der 90er Jahre baute die Familie sogar ein Steinhaus. Sie wollten hier ein festes Heim für die Zukunft haben Sehr interessant, wie Wind und Wetter die Steine an der Hinterseite des Hauses in den 100 Jahren des Stehens „planiert“ und richtig blank geschliffen haben. Über den zeremoniellen Platz im Bereich der Homestead habe ich schon erzählt.

Nur wenige Meter hinter der Homestead beginnt der 600 Meter lange und sehr steile Aufstieg zum Wangarra Lookout.
Wilpena Pound - Aufstieg zum LookoutMan nutzt beim Aufstieg, der wirklich sehr steil ist, die natürlichen Felsplatten und Steine auch als Stufen. Es gibt eine untere und eine obere Plattform, die den Blick in das gebildete Hochgebirgsbecken, den Wilpena Pound ermöglichen. Die Aussicht ist herrlich. Man weiß ja, wie schroff und felsig der Beckenrand nach Außen ist, und man ist überrascht über die sanfte, grüne Randbildung im Inneren. Es wird verständlich, warum hier eine Oase für die Tiere entstanden war. Und auch, wie groß der Einschnitt in die Natur durch die Siedler gewesen sein muß. Wer die Eingebung hatte, den Pound als Amphitheater zu bezeichnen, weiß ich nicht. Aber es war eine gute Idee.

Diese kleine Galerie aus einer Vielzahl von Bildern soll einen Eindruck von der Gewalt und Schönheit der Natur am Wilpena Pound vermitteln.

Die geschützte „Schüssel“ ist immerhin 17 Kilometer lang und 7 Kilometer breit. Also ein Becken im Gebirge von unvorstellbar großer Dimension.

Blick in den Wilpena Pound vom Wangara LookoutNach unserem Aufstieg, der doch nicht so einfach war, verweilten wir eine ganze Weile zuerst an der oberen und dann an der unteren Plattform. Mittlerweile ist der Grund schon wieder bewachsen. Aber welch gewaltige Aufgabe hatten sich die Siedler damals gestellt, hier zu kultivieren. In meinem Buch über den Murray River werde ich die damals in Australien fast unglaublichen üblichen Maßnahmen ausführlich beschreiben.

Blick hinunter in den Wilpena Pound Das war dann ein schöner Rückweg, wieder auf schattigen Weg zurück zum Visitor Centre. Den angeblich regelmäßig verkehrenden Shuttle vom Visitor Centre bis kurz vor der Brücke, die zur Homestead führt, haben wir nicht registrieren können. Aber mehrere Kleinbusse mit jugendlichen Touristen. Die störten mit ihrer Fröhlichkeit und lautem Gerufe die bisherige Ruhe an der Homestead sehr. Doch ich glaube, wir waren früher auch so. Also ist es gut gewesen, so früh den Besuch zu planen. Es reichte. Zumal das Thermometer immer höher kletterte. 39°C zeigte es am Visitor Centre an. Also zurück nach Hawker. Und schnell zur Abkühlung in den Pool. Was für ein Gefühl, wieder ohne Staubbelästigung im Auto zu fahren. Und noch einmal schwor ich mir: Erstens niemals wieder in Darwin ein Auto zu mieten. Und zweitens die Firma Hertz in Zukunft weltweit wie das Fegefeuer zu meiden.

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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