Im Zug der Träume

Einchecken für den Zug der Träume


Der Bahnhof in Darwin liegt 15 Kilometer außerhalb. Wir sind 2003 bei unserer Suche nach Palmerston dicht dran vorbeigefahren. Und der Zubringerservice klappte, wie immer in Australien. Wir gaben an, dass Adelaide das Ende unserer Reise sein sollte, unsere Koffer bekamen einen bestimmten farbigen Anhänger und schon ging es per Bus, noch an einigen Hotels Fahrgäste aufnehmend, zum Bahnhof. Mitten auf freiem Feld im Outback des NT stehen die Bahnhofgebäude, dahinter die Gleisanlage mit dem scheinbar unendlich langen Zug. Unser Bus stoppte vor dem Bahnhofgebäude. Der Fahrer meinte, es gäbe 10 Minuten Pause für eventuelle Erledigungen. Ich nutzte die Zeit, um mich beim Fahrkartenschalter zu erkundigen, ob unsere Internetausdrücke als Fahrkarten akzeptiert werden. Alles war in Ordnung. Bus und GhanIch stieg wieder in den Bus und zu unserer Überraschung fuhr der Bus entlang des Perrons jeden Gast zu seinem Wagen. Zwei Diesellokomotiven, einen Gepäckwagen, 27 Fahrgastwagen und zwei Autotransportwagen habe ich gezählt. Diese 32 Wagen ergeben eine Zuglänge von 890 Metern. Wenn der Gahn mit 40 Wagen fährt, werden 1111 Meter Länge angegeben.

Die Abteile hatten eine auch für Australien sehr kühle Innentemperatur, die zwar die 36°Celsius draußen vergessen machte, mich aber an den Ausspruch „Die Engländer haben vorwiegend die warmen Länder besiedelt, um sie dann zu kühlen“ erinnerte. Für einen nur knapp zwei Jahre alten Zug war einiges schon etwas ramponiert. Doch die Anordnung im Abteil, der Sanitärraum mit Duschmöglichkeit, alles war gut durchdacht. Leider ließ sich kein Fenster öffnen. Und um aus den Fenstern auf dem Gang vor den Abteilen zu sehen, musste man ein Kind sein oder in die Knie gehen. Die ziemlich lauten Lautsprecher in den Kabinen sind gewöhnungsbedürftig. Aber verständliche Durchsagen regelten gleich nach dem Einsteigen den organisatorischen Ablauf der Reise. Zumal für jeden Wagen ein Train Manager zur Verfügung stand, der uns bei Ankunft natürlich mit einem Glas Sekt begrüßte und uns jeden eine Sanitärtasche für die Reise überreichte.

Und dann ging es los. Nach einer Stunde wurden wir zum Lunch eingeladen. Das eintönige Outback des Northern Territory begleitet uns bis zur ersten Haltestelle Katherine nach knapp vier Stunden. Die „kurze“ Distanz von 320 Kilometer erschien uns zeitlich nicht so lang. Eine Gegend, die wir vom letzten Aufenthalt ziemlich gut kannten. Deshalb beteiligten wir uns auch nicht an den Ausflugsangeboten nach Katherine, Katherine Gorges oder Springvale Homestead Leider wurde der neue Bahnhof außerhalb der Stadt im Outback gebaut. Die Nutzung des schönen schon bestehenden Bahnhofs im Ort war streckentechnisch nicht möglich. Also erstens kannten wir die Gegend, zweitens war es drückend heiß und drittens schien es mir so, als würde es bald Regnen. Ich behielt Recht. Nach 30 Minuten setzte ein tropischer Regenguss ein, den ich außerhalb des Busses nicht hätte erleben wollen. Alle Ausflügler kamen dann kurz nach 18.00 Uhr auch ziemlich durchnässt zurück. Viele Frauen schimpften ob ihrer Frisur. Interessant an der neuen Station Katherine war, dass plötzlich drei Bahngleise da waren. Und eines davon führte zu einem großen Gelände mit zahlreichen Hallen. Das muß „Little Singapore“ sein. Einer der Bahnarbeiter hatte mir bei unserem Aufenthalt in Springvale Homestead 2003 erzählt, dass man die meisten Baumaterialien aus Singapore beziehen würde und hier aus einem großen Lager, das die Arbeiter „Little Singapore“ tauften, abrufen könne. Da der Speisewagen nicht für alle Fahrgäste reichte, wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Wir hatten eine „maroon card“, also eine Kastanien braune Karte, und gehörten zur ersten Gruppe, die den Speisesaal aufsuchen konnte. Mit Daybreak Breakfast, Bushman’s Lunch und Sunset Dinner.

Letzteres Dinner startete 18.30 Uhr. Der Zugbegleiter sagte uns, dass die Bar und der Raucherraum ab 18.30 geöffnet seien. Und wir würden über Lautsprecher zum Dinner aufgefordert. So saßen wir im Abteil, schauten in die Outback- Einöde und warteten auf die Durchsage. 18.30 Uhr reichte es mir. Und wir gingen in den Speisewagen, den Restaurant Car, wie der ziemlich luxuriös ausgestatte Waggon hieß. Der Lounge Car, in dem sich neben einer Bar und Sitzplätzen auch eine abgetrennte Raucherkabine befand, war mit den Gästen des nach uns folgenden Moonlight Dinners schon übervoll. Und im Speisewagen saßen fast alle Sunset Dinner Gäste schon an ihren Tischen. Der Ober führte uns zu zwei freien Plätzen. Wir begrüßten das Ehepaar am Tisch und nahmen Platz. Das Essen war vorzüglich. Wir hatten sogar die Wahl zwischen verschiedenen Gerichten. Wasser gab es unbegrenzt. Nur das Bier oder den Wein mußte man selbst zahlen. Das Ehepaar gegenüber wollte ab Adelaide mit dem Indian Pacific, das ist einer der drei großen Eisenbahnrouten durch Down under, weiter nach Sydney reisen.

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OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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