Coffin Bay Nationalpark

Und die Überraschung am nächsten Tag begann mit einer Fahrt durch eben das gleiche öde Land, wie man es vom Winter’s Hill Lookout nach Norden sieht. Südlich der Straße gab es wenigsten hin und zu ein paar Büsche. Da wurde der Erinnerungsstein an den Bauarbeiter, der hier starb, direkt zu einem touristischen Höhepunkt. Dann kam der Abzweig nach Coffin Bay und die Umgebung begrünte sich etwas. Noch vor dem eigentlichen Nationalpark hielten wir im Kellidie Conservation Park. Vom Lookout hat man einen schönen Blick auf die Kellidie Bay und auf den kleinen Ort Coffin Bay. Man glaubt gar nicht, dass dieser kleine, vor dem National Park liegende Park 1533 Hektar groß ist. Über einen Trampelpfad könnte man zum Örtchen hinunter gehen. Hier gab es seit 1802 Fischfang und Fisch verarbeitende Industrie. Der Name Fishermans Paradise kommt nicht von ungefähr. Aber alles dauerte eben seine Zeit. 1840 entstand eine kleine Siedlung (Oyster Town), die vom Fischfang existierte und die ihre Austern bis Adelaide lieferte.

Als aber die Nachfrage so um 1943 stoppte, wurde die kleine Siedlung aufgegeben. Trotzdem fing man entlang der gesamten Küste weiterhin erfolgreich Krusten- und Schalentiere. Sogar Austernfarmen wurden angelegt. Zurzeit arbeiten etwa 20 solcher Farmen im Gebiet von Coffin Bay. Und die produzieren jährlich rund 12 Millionen Austern. Heute stehen in dem Ort, der nur im Kreisverkehr zu durchfahren ist, neben den Häusern der Fischer und Dienstleistungserbringer zahlreiche Villen oder Wochenendhäuser begüterter Leute aus Port Lincoln. Ein wirklicher sauberer und bunter Ort, der relativ lang ist, da er im Kreis angelegt wurde.
Vom Caravan Park führt ein Fußweg vorbei an speziellen Fischer Jettys am Crinolin Point und am Schnapper Point dann weiter zum Templetonia Lookout.

Einfahrt zum Coffin Bay NationalparkNatürlich hat Flinders auch diese Gegend erforscht und benannt. Mit dem Namen für die Landspange und den nördlichsten Punkt im heutigen Nationalpark, Point Sir Isaac, erinnert er an seinen Freund dem späteren Vize Admiral Sir Isaac Coffin, der ihm bei der Vorbereitung der Reise sehr half.

Aber Flinders war nicht der erste Europäer hier. Schon 10 Jahre vor ihm hatte der Franzose D’Entrecasteaux den eigentlich einsamen und isolierten Landstrich vom Schiff aus gesehen. Doch hatte er keine Lust, bei dieser zerklüfteten Küste und der gefährlichen und unruhigen See anzulegen. Bedenken, die Flinders auch hatte. Aber der damalige Wassermangel ließ ihm keine andere Möglichkeit.

Coffin Bay Nationalpark PanoramaDer Coffin Bay National Park ist 29 Tausend Hektar groß. In den National Park führt eine asphaltierte Strasse, die hinter besonders hohen Sanddünen angelegt wurde. Diese Dünen, die zum Teil driften, werden von den Ureinwohnern nach ihren einstigen Stammesführern Marnpi und Tatta benannt. Die Legende berichtet, dass einst ein großes Feuer vom Ozean kam, sich quer über das Land ausbreitet und den Lebensraum der Ureinwohner bedrohte. Marnpi und Tatta entschieden, das Feuer durch das Zuschütten mit Sand zu löschen.

Coffin Bay NP FelsenküsteSo sind die großen Dünen entstanden. Außer den Sanddünen imponiert am Anfang des Parks eine ziemlich „unaufgeräumte“ Natur. Stachlige Büsche, knorrige verdurstete und ausgetrocknete Bäume begleiteten uns bis zum Templetonia Lookout. Von hier hat man einen schönen Überblick auf den National Park. Und auch die Überzeugung, dass man sich abseits der asphaltierten Strasse nur mit Allradfahrzeugen bewegen sollte. Viele Teile des Parkes sind bis heute noch nicht erschlossen. Also die richtige „Spielwiese“ für Wildnis- und Sand Cowboys.

Aussicht vom Coffin Bay NPInzwischen bewölkte sich der Himmel. Der Wind hier direkt am Meer nahm zu. Aber es blieb so etwa 28°C warm. Unser nächster Anlaufpunkt hieß Point Avoid. Die so gepriesenen Sandsteinfelsen hielten aber dem Vergleich mit anderen Formationen, die wir schon in DU gesehen haben, nicht stand. Das Kalkstein Hochland soll spektakuläre Blicke auf die See erlauben. OK! Haben wir gesehen. Auch das die Riffe und die Inseln nahe der Küste liegen. Aber immerhin ein Hinweis, wie die Küste des NP bei einer Rundfahrt aussehen wird. Und da kam auch schon ein großer Parkplatz mit einem Blick auf Golden Island und Price Island. Hier ist einer der vielen Badestrände. Immer wieder gehen von der Strasse Sandwege zum Strand ab. Die sollte man aber nur fahren, wenn Reifen und Antrieb stimmen. Flat Rock oder Almonta Beach wären da zwei Beispiele. Wer das Bild vom Parkplatz genau betrachtet, sieht auch den Wellengang auf der See.
Almonta BeachVom Lookout hatten wir die beiden nächsten Ziele, nämlich Point Avoid und auch Yangie Bay, gesehen. Dazu war auch ein Blick in die Weite des Nationalparks möglich. Sicher keine Oase für Freizeiturlauber. Besonders im Gebiet der Whidebey Wilderness Area, wo es schon nur noch Walking Tracks gibt. Und die jungen Wilden trotzdem mit ihren Jeeps durchrasen. Überall liest man Hinweise, auf keinem Fall die vorgegeben Wege zu verlassen. Also für Abenteurer oder Freunde der unberührten Natur sicher ein Erlebnis. Und auch für Angelfreunde. Und das Golden Island glitzerte so golden denn auch nicht.

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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