Wagga Wagga
Guten Tag! Wagga Wagga
Wagga Wagga ist die größte Inlandstadt in NSW und die fünftgrößte Stadt im Inland von Australia. Wer hätte das gedacht. In der Stadt leben über 57 Tausend Einwohner, in der gesamten Region 250 Tausend Menschen. Nach den Angaben des Touristikbüros kommen jährlich 400 Tausend Besucher in die Stadt. Und wenn man die Region mit dazu rechnet sind es eine Million Besucher jedes Jahr.
Auch hier lebte früher das Wiradjuri People.
1829 erforschte George Sturt die Gegend. Die erste weiße Siedlung entstand 1832, Stadtrechte wurden 1849 verliehen und bereits 1946 durfte sich Wagga Wagga City nennen.
Der Name des Ortes findet in der Sprache der Ureinwohner seine Wurzel. Waagan ist die Bezeichnung für Krähen oder australische Raben. Doch es gibt auch andere Auslegungen. Schon die Verdoppelung des Namens könnte Ausdruck für eine „Vielzahl“ oder eine „besondere Bedeutung“ sein. Das heißt, es ist ein Ort, wo sich unzählig viele solcher Vögel aufhalten.
Als 1832 die Best Family als erste europäische Siedler, hier ankam, nannten sie den Ort Wagga Wagga, um den Kontakt mit den Ureinwohnern zu pflegen.
Es gibt dann auch die alternative Schreibweise mit Waga Waga. Diese Worte waren bei einigen Stämmen des Wiradjuri Volkes gebräuchlich für „Taumeln wie ein betrunkener Mann“ oder auch „ein eigenartiger suchender Gang wie beim Corroboree Tanz“. Dieser Tanz ist ein ritueller zeremonieller Tanz, mit dem viele Gefühle ausgedrückt werden können. Allerdings hat sich ethnologisch heute der Bezugspunkt „Krähe“ durchgesetzt.
Wagga Wagga liegt am Murrumbidgee River, dem drittlängsten Fluss Australiens. Auch der Name des Flusses entspringt dem Wortschatz der Ureineinwohner. Er bedeutet „Großes Wasser, das immer fließt und auch über die Ufer tritt.“ Wie sehr das stimmt merkten die Einwohner bei der großen Flut 1974.
In den Traumzeitgeschichten wird berichtet, wie bei einer großen Dürre die männlichen Goanas (Lizards) verzweifelt nach Wasser suchten. Sie gingen deshalb weite Wege. Zu dieser Zeit wurde auch eine junge hilfsbereite Goana Frau von einem kleinen Geistermann um Wasser gebeten. Deshalb machte auch sie sich auf die Suche. Dabei stach sie zufällig mit ihren Stecken in eine Bergseite. Und ein großer Schwall Wasser strömte aus dem Stechloch. So entstand der River.
Ein Spaziergang entlang des Rivers, von der Eisenbahnbrücke bis zur Allan Trust Timber Bridge, wird als einer der Höhepunkte des Besuchs im Gedächtnis bleiben.
Wagga Wagga ist eine weitflächig angelegte Stadt. Man braucht schon ein Auto, um sich in der Stadt zu orientieren. Der Nachmittag Bummel am Samstag war nicht so hektisch, wie in anderen Städten dieser Größe. Viele Geschäfte gibt es. Und überall merkt man das Bestreben der Stadtväter, eine grüne Stadt zu erhalten.
Der Bahnhof wiederum zeigt schon, dass Waggag Wagga eben doch eine Outbackstadt ist. Man kann am Wochenende nur zwischen 8.00 Uhr und 11.00 Uhr Fahrkarten kaufen. Es gibt aber außerhalb dieser Zeit die Möglichkeit der telefonischen Bestellung.
Die nächste Etappe unseres Besuches war einer der Hügel der Stadt im Stadtteil Turvey Park mit dem Telstra Turm, dem Wasserturm und dem trigonometrisch höchsten Punkt im Stadtgebiet. Es geht ganz schön steil nach oben zu diesen Beauty Point. Der heißt sicher so, weil der Blick auf einen Teil der Stadt mit dem Lake Albert wirklich sehr schön ist. So war natürlich unser nächstes Ziel diese Lake Albert, in dessen Nähe ein exklusives Wohngebiet mit einem sehr großen Shopping Centre in Kooringal entstanden ist.
Obwohl Hochsaison, obwohl in der Stadt wegen eines Seniorentreffen kaum eine Bleibe zu finden ist, am Lake Albert herrscht himmlische Ruhe. Nur einige Angler und zwei Familien zum Picknick waren am See. Diese Ruhe genossen auch die Schwäne. Und putzten ihr Gefieder.
Mit einem schönen Spaziergang am Ufer ließen wir den Tag ausklingen. Im City Park Hotel hatten wir eine sehr saubere und ansprechende Bleibe gefunden. Und das muß ich einfach auch einmal hervorheben. Die Sauberkeit eines Motels oder Hotels war immer um einige Prozentpunkte besser, wenn die ehemalige Besitzerin sich noch um die Organisation der Zimmerbereitstellung und Zimmervergabe kümmerte. Die alte englische Schule hat eben neben der australischen Lockerheit auch viel für sich. Auf dem Parkplatz stand ein Mercedes mit einem übergroßen FC Bayern München Aufkleber an der Fondscheibe. In einem unbeobachteten Moment ging ich zum Auto und klemmte unter den Scheibenwischer einen Zettel mit „A Mercedes Driver must be a VfB Stuttgart Fan always! Another VfB Fan.“
Und ich amüsierte mich köstlich, wie der Wagenbesitzer nach 30 Minuten mit dem Zettel herum lief und die Umstehenden fragte, wer das geschrieben habe.
Erstaunlich auch, wie das Hotel für seine Gäste eine ruhige Nachtruhe schaffte, obwohl mehrere Seniorengruppen bis Mitternacht den Restauranträumen zusammen feierten.
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