Flying Foxes

Flying Fox - Fliegender Fuchs Flying Fox - Fliegender Fuchs

Im Fürstentum der fliegenden Füchse



Bellingen, eine Stadt mit 2.600 Einwohnern, zwischen Ostküste und Dorrigo Nationalpark ist ein Geheimtipp. Hier leben Künstler und Gewerbetreibende, Schriftsteller, Musiker und Schauspieler, die alle der Meinung sind, dass Bellingen einer der besten Plätze in Australien wäre, um zu leben, zu arbeiten und sich gleichzeitig zu erholen. Auch als Zweitwohnsitz.

Wir sitzen am Abend vor unserem Zimmer und warten, da es nach der Schwüle des Tages am Abend regnen sollte. Unter der Balustrade hängen malerische Öllampen. Allerdings strombetrieben. Während wir uns an den hügligen Wiesen mit den Kühen, der Baumgruppe, etwa 150 Meter vor uns, und der dahinter stehenden schwarzen Silhouette der hohen Berge des NP erfreuen, biegt ein großer Schwarm schwarzer Vögel ins Tal und beginnt zu kreisen. Immer mehr und mehr füllt sich der Himmel mit den sehr großen Vögeln. 

Gespenstisch, da völlig lautlos. Alle anderen Vögel sind verschwunden. Und still kommen immer mehr fliegende schwarze Segler dazu. Mit dem Fernglas sind dann die fliegenden Füchse zu erkennen. Dass sind die Tiere, die uns mit diesem nicht auszuhaltenden Lärm in einem Caravan Park begrüßt hatten. Und auch aus dem großen Baum, gegenüber von unserem Zimmer, kommen plötzlich jede Menge Flieger, die gut getarnt dort an den Zweigen hingen. Schon immer leben die Tiere hier. Noch heute schätzt man den Bestand auf 20 bis 40 Tausend. Auf der Suche nach Ruhepositionen schweben sie hektisch über die Baumwipfel. Sie brauchen die Bäume des Regenwaldes, deren Wipfel durch über 80 Tausend fliegend Füchse „entblößt“ wurde, weil sie sich alle auf den nur noch knapp zwei verbliebenen Hektar verteilen müssen. Der Kampf um Schlafplätze zwang zur „Urbanisierung“. 

So campieren die Segler mittlerweile nicht mehr nur im Dorrigo Nationalpark, nein auch die hohen Bäume von Bellinger Island und des Camping Parks sind überfüllt. Wie schwarze lange Früchte hängen die Tiere an den Zweigen. Für den sowieso geschädigten, abgeholzten und zurückgedrängten Regenwald sind die fliegenden Füchse eine ökologische Katastrophe. Mit den scharfen Krallen zerkratzen sie die weichen neuen Schichten der Baumborke in den Wipfeln der Bäume. Die neuen zarten Triebe sterben ab. So wird der „Baldachin“ des Regenwaldes durch diese „vernichtende Suche“ nach Ruhepositionen zerstört. Man glaubt nicht, dass viele hundert Jahre alte Riesenfeigenbäume, die bisher majestätisch auf den Waldboden schauten, in ihrer Existenz durch diese kleinen Tiere bedroht werden. Bat (Fledermaus), Fruit Bat (Fruchtfledermaus), Flying Fox (fliegender Fuchs) werden sie genannt. Der Name Fruit Bat leitet sich davon ab, weil sie wie Früchte an den Bäumen hängen. 

In einem Artikel von Peter Mitchell, aus dem das Foto von Vivien Jones stammt, kommt der Autor zu der Erkenntnis, dass der beste Name für die kleinen Flieger „Flying Monkey (Fliegender Affe)“ wäre. Dieser Name ist biologischer, da diese Fledermäuse den Affen und Menschen genetisch näher stehen als den Füchsen. Ähnlich dem Magpie, diesem aggressiven Vogel, über den ich in Geraldton berichtete, haben sich auch die fliegenden Füchse schnell an Menschsiedlungen gewöhnt. Sie ernähren sich von Früchten und Nektar. Eine Artenreduzierung durch Lärm, der die Tiere veranlasste, die Gegend zu verlassen, hat eine Bevölkerungsinitiative für „fairen Umgang mit dem Flying Fox“ wieder beendet. Die Tiere können in einer Nacht bis zu 40 Kilometer zurücklegen. Aber auch größere Entfernungen bis 100 Kilometer wurden beobachtet. Bellinger Bats waren schon „Gäste“ in Queensland und in Victoria. Sie sind eigentlich Nomaden, die der Nahrung folgen. Eine Bürgerinitiative für den Regenwald (Friends Of Bellinger Island) will durch eine Verbesserung der Lebensbedingung der Fliegenden Füchse, den neu aufgeforsteten Bäumen das Wachstum erleichtern. Der Regen lässt noch auf sich warten. Doch die Dunkelheit umgab zunächst mit schwarzen Wolken die Berge des Dorrigo Plateaus. Derart, dass nur die Spitze des 852 Meter hohen McGraths Hump aus den Nebelschwaden zu sehen ist. Am südlichen Plateaurand säumt für kurze Zeit ein schmaler heller Streifen noch die Berge. 

Bald aber hat die Schwärze gewonnen. Jetzt regnet es. An den Bergen. Weit weg von uns, aber sichtbar. Man kann den Regen riechen. Auch die schwarzen Segler meiden die Richtung zu den Bergen und drehen in Richtung Bellingen ab. Am Bergmassiv des Nationalpark lugt jetzt der helle südliche Streifen wieder neugierig ins Tal. Die schwarzen Regenwolken nässen nun gehörig den McGrath Hump ein.
Leseprobe „Und immer weiter zur Sonne“

Foto: Vivien Jones

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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