Dubbo

Das sympathische Dubbo


Hier lebte früher der Stamm Dubbo-Gar, auch Dubbo Mob genannt. Eine eigenständige Gruppierung des Wiradjuri Volke mit eigener Sprache. Dubbo heißt in der Sprache der Ureinwohner „Rote Erde“ Und ockerrot war die Erde am Ufer des Macquarie River. Auf der Höhe zwischen Sumpf und Fluss lebten die Dubbo-Gar. Die ausgehöhlten Bäume zwischen Sumpf und Fluss waren Zeichen des Respekts vor den verstorbenen Stammesführern. Bei solchen Zeremonien diente die ockerrote Farbe als Dekoration. Bis ins Gebiet des heutigen Northern Territory wurde dieses Ockerrot getauscht.

John Oxley notierte 1818, dass dieses Gebiet ein reiches Potential für Ansiedlungen habe. Dem widersprach 1828 Charles Sturt. Bei seinem Aufenthalt hatten Hitze und Dürre das Land voll im Griff. Selbst sein damaliger Scout, der als Stockman auf der 1824 westlich von Dubbo gegründeten Farm „Dibilambil“ von Palmer und Wylde arbeitete, konnte Sturt die negative Einschätzung nicht ausreden. 1828 kaufte ein Robert Dulhunty hier Land im Süden, wollte aber zunächst nicht siedeln. Erst als der Bau seiner Homestead 1833 vollendet war, tat er dies und nannte das neue Heim „Dubbo“. Schon bald gab es Streit. Ein junger Franzose beabsichtigte in der Nähe von „Dubbo“ einen Store zu eröffnen. Sein Freund, ein Belgier, hatte den Plan, gleich daneben einen Gasthof zu stellen. So sollten sich Reisende nach Westen mit allem Notwendigen eindecken können. Doch Dulhunty versuchte dies zu verhindern. Bisher machte nämlich er die guten Geschäfte durch einen Store und einen Pub in seiner Homestead.

So mussten Serisier und Hyeronimus einige Meilen nach Norden, außerhalb des Lands von Dulhunty, ausweichen. Das Handelszentrum und das Carriers Arms Hotel entstanden als die beiden ersten kommerziellen Gründungen auf dem Gebiet, wo sich bald die nur allmählich wachsende Stadt Dubbo etablierte. Nach der Landvermessung von 1848 und der Proklamation der Ortschaft Dubbo 1849 folgte ein rasanter Landverkauf an Konzerne aus Süd Australien. Und die verfolgten ihre eigenen Pläne. Ab sofort kamen die Lieferungen für die neu gebauten eigenen Geschäfte und sogar für die Pubs mit Alkoholausschanklizenz nur noch aus Süd Australien. Aber für diese so entstandene „Landwirtschaftliche Großanlage“ war der Zuzug neuer Gewerke eine sehr fördernde Politik. Da es bald auch Schmiede, Sattler und Stellmacher gab, rasteten fast alle Reisenden nach Westen nicht mehr in Dubbo, sondern bei der „Landwirtschaftlichen Großanlage“.

Goldrausch auch in Dubbo

Wie so oft in Oz veränderten die Goldfunde alles. Victoria wurde ein Goldland und der Nord Süd Verkehr boomte. Ein unaufhörlicher Strom von Wagenkolonnen, von Rinderherden passierte die Stadt. Lebten 1861 nur 381 Menschen dort, waren es 1871 bereits 836. Mit der Zunahme der kleinen Landkäufer gelang es die großen Lücken in der Besiedlung zu schließen. 1872 erfolgte die Ernennung Dubbos zur Kommunalbehörde, 1966 die Proklamation zur Stadt. Dazwischen lagen bedeutende Ereignisse. Eisenbahnanschluss und Gaswerkeröffnung 1881, öffentliche Wasserversorgung 1891 und Elektrifizierung 1923. 

Dubbo Busbahnhof, New South Wales, AustralienDubbo vermittelt einen sympathischen Eindruck. Durch die bauliche Gestaltung, die warmen Farben und die freundliche Menschen. Dazu eine ziemlich frequentierte Mall hinter der Rotunda, aber ausreichend Parkplätze und natürlich ein großes und beeindruckendes Einkaufszentrum. Bei so schönem Wetter bemühen wir uns überall in Down Under einen Bungalow in einen der Caravan Parks zu mieten. Das wäre in Dubbo auch gegangen. Aber zu welchem Preis! Die Benzinkosten sind in Down under innerhalb eines Jahres um 20 % gestiegen. Und fast unmerklich haben auch die Lebenshaltungskosten angezogen. Wir suchten also weiter nach einer guten und preiswerten Bleibe. Im Dubbo City Caravan Park hat es geklappt. Und da die sogar einen Platz für die Autowäsche hatten, sparte ich diese 19 Dollar auch noch. Die Laundry (Wäscherei) war abgeschlossen. Wir bekamen aber an der Rezeption einen Schlüssel. Überall Schilder, dass jeden Abend bei den Waschmaschinen das Geld aus der Kassette entnommen wird. „Wir haben sehr schlechte Erfahrungen gemacht“ antwortet der Besitzer auf meine Frage. „Und unsere Hinweise auf das Wegschließen der Wertsachen, die Kontrolle der Zimmertür, die Fahrräder nicht bei den Autos zu lassen ist unser Schutz vor eventuellen Regressen beim Diebstahl, da kaum mal einer der Diebe erwischt wird.“

Wir haben den Nachmittag noch zur Stadtbesichtigung genutzt. Vom Gefängnis der Stadt hatten wir schon viel gelesen und gehört. Lustig die Schilder am Eingang über angedrohte Strafen, wer ohne Erlaubnis das Gefängnis betritt oder verlässt. „Deshalb hatten wir auch kaum Ausbrüche“ lachte der „Herr Aufsichtsbeamte“ am Tor. An Displays kann man sich über die interessanten Kriminalfälle und Bestrafungen im 18. Jahrhundert informieren. Auch über die acht Delinquenten, die „Nosey Bob“ (siehe vorheriges Australienbuch) hängen mußten. Der dramatische und realistische Alltag in einem solchen Gefängnis lässt ahnen, was in den Sträflingskolonien an menschenunwürdigen Tätlichkeiten geschah.

Eine wirkliche Sehenswürdigkeit ist der Bahnhof. Sauber gepflegter Vorplatz, sehr ansprechende Reinlichkeit in allen Räumen.
Ob Warteraum, Ticketverkauf oder Speiserestaurant, alles wirkte sehr kultiviert. Und die Gäste benahmen sich auch entsprechend. Mit der Rentabilisierung des Verkehrs sind viele Zugstrecken nicht mehr so frequentiert. Busse haben die Personenbeförderung übernommen. So auch in Dubbo. Der Busbahnhof ist ein Juwel. Und die Art der Abfertigung ist nachahmenswert. Man gibt sein Gepäck (maximal 20 Kg pro Person) am Schalter wie in einer Flughalle auf. Alles andere wird vom Personal erledigt. Und der ständig präsente Wachdienst sorgt dafür, dass Sauberkeit und Ordnung eingehalten werden. Sehr beeindruckend!

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