Zurück in die Pionierzeit

Zurück in die Pionierzeit von NSW


Zwei Alternativen hatten wir uns für die Weiterfahrt überlegt. Da wäre zum Einem der Besuch von Broken Hill. Aber wer den Reiseverlauf aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass wir auf dieser Tour seit Cairns mehr als genug auf Outback Straßen gefahren sind. Und Weihnachten in Broken Hill? Da gibt es sicherlich schönere Orte. Bliebe also Variante Zwei! Die Weiterfahrt nach Osten. Ein Besuch von Dubbo, wo wir 2004 auf der Flucht vor dem Regen nicht Halt machen konnten, die Weihnachtsfeier in der historischen Pionierstadt Gulgong, ein lange still gehegter Wunsch von mir, und bis Sylvester über die Weinanbauhochburg Hunter Valley nach Newcastle, zu dieser so beliebten Universitätsstadt.

Also starteten wir am 19. Dezember in aller Frühe auf dem Mitchell Hwy nach Südosten. Nach Dubbo. Mit Absicht habe ich das Hotel in Bourke nicht namentlich erwähnt, obwohl wir dort sehr zufrieden waren. Dort merkten wir nämlich eine Eigenheit australischer Owner. Ab und zu war angeblich die Zahlmaschine für EFTPOS defekt. Also mussten wir Cash bezahlen. Komisch nur, dass dies immer dann geschah, wenn man den Einlesevorgang nicht sehen konnte. So sieht wahrscheinlich auch in Down under jeder, wie er etwas Bargeld an der Steuer vorbei bekommt.

Diese Fahrt nach Dubbo wurde zu einer Tour über zwei Geraden. Einmal die 215 Kilometer von Bourke nach Nyngan, und dann noch einmal 192 Kilometer zwischen Nyngan und Narromine. Die letzten 39 Kilometer bis Dubbo hatte die Strassen wieder Kurven. Die Schienen der nicht mehr genutzten Eisenbahn begleiteten uns bis Nyngan. Nach 50 Kilometer passierten wir eine in früheren Jahren vermessungstechnisch wichtige Einrichtung. Das historische Vermessungssignalfeuer. Nach 80 Kilometer kam Byrock, eine alte Outbackstadt, an der seit 1890 wohl nicht viel verändert wurde. Bretterbuden, alte herumliegende Gerätschaften. Das Mulga Creek Hotel, die alte verlassene Mulga Creek Bahn Station zeigen, dass der Ort früher schon mal bessere Zeiten sah. Immerhin gab es hier seit 1879 auch eine Cobb & Co Umspann-Station für die Strecke von Bourke nach Bathurst. Am Rande der Stadt befindet sich das Byrock Water Hole, früher ein bekannter Treffpunkt der Ureinwohner. Ein heiliger Platz, da nach deren Glauben hier Biamee, der Schöpfer der Welt, von diesem Wasser während der Traumzeit getrunken hat. Die Kamelkarawanen, die Cobb & Co Pferde, die Eisenbahnarbeiter nahmen darauf aber, wie eigentlich immer, keine Rücksicht.

Die nächste Ortschaft am Kilometer 129 der schnurgeraden Strasse war Coolabah. Ebenfalls ein Outbacknest. Mit Hotel und Tankstelle. Hier steht ein historisches Schild: „74 Km Stock Route 1“. Solchen Zeugen der Vergangenheit begegnet man um Bourke immer wieder. Über die Eintönigkeit der Gegend, den roten Sand, die ausgetrockneten Sträucher, ach ich will mich nicht wiederholen. Kurz danach passieren wir Girilambone. Ebenfalls eine ziemlich marode Ortschaft. Hier finden jährlich Rodeo Veranstaltungen statt. Wo übernachten die Besucher dann eigentlich? In der alten Ruine?

Eines ist uns aber auf diesem Teil des Mitchell Hwy aufgefallen. Kaum tote Kängurus auf der Strasse. Warum? Einem speziellen Sammelwagen sind wir nicht begegnet.

Und da kommt auch schon Nyngan. Immerhin sind uns auf diesem 215 Kilometern 14 Autos begegnet. Zwei Wagen habe ich, zwei haben mich überholt. Ganz schön was los auf der Piste!

Hier steht das geographische Zentrum von NSW. Und über eine Scenic Tour könnte man auch den bewussten markierten Stein besichtigen. Die Stadt war 1990 bei dem verheerenden Hochwasser überflutet. Der Highway führt am Ort vorbei. Der Verkehr wird dichter. Große Kornsilos stehen an der ab hier wieder befahrenen Bahnstrecke. Die Besiedlung nimmt zu. Ein Zeichen für Industrieanlagen in der Nähe.
Um Triangie, das Herz des reichen Macquarie Shire, ist die Strasse rechtwinklig gebaut. Triangie präsentiert sich als eine schon größere, recht ansprechende Stadt, mit Einkaufstrassen, mehreren Hotels und einem Hospital. Bald erreichen wir Narromine. Hier endet die Gerade. Und erstmals seit längerer Zeit sehen wir im Süden wieder Berge. Das ist der Goobang NP. Erstaunlich, die Berge wirken so nah und sind doch 50 Kilometer entfernt. Auf der Straße die Reklame für das Aviation (Luftfahrt) Museum. Wir wollen aber nach Dubbo.


Die 40 Tausend Einwohner Stadt begrüßt uns diesmal mit Sonnenschein und sehr warmen Temperaturen. Ziemlich leicht finden wir das Visitor Zentrum hinter der Emile Serisler Bridge. Breite Strassen vereinfachen das Fahren. Vor der Brücke über den Macquarie River eine Eisenbahn Brücke aus Stahl. Die noch genutzte Main Western Railway fährt auf ziemlich verrosteten Gleisen von der Thompson Street über den Fluss, unter sich auch das Tal der Blight Street, in dem sich unter anderen auch das Visitor Centre befindet, in die Stadt zur Railway Station.

Nicht immer liegen in den Visitor Centers alle Informationen aus. Besonders Zusammenstellungen zur Geschichte muß man erfragen. Aber der Hinweis, dass man dieses Insiderwissen für ein Buch verwenden will, lässt alle Dämme brechen. Welch Glück, dass ich wegen der Buchlesungen in Down under Visitenkarten von meinem Eigenverlag mit hatte. Das war für die Leiterin des Visitor Center in Dubbo Legimitation genug, um mir die Interna zu übergeben.

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