Big M in Dubbo

Dubbos Hauptattraktion BIG M


Gespannt auf die Situation in Cronulla verfolgen wir am Abend die TV Nachrichten. Die Polizei präsentiert sichergestellte Molotow Cocktails, die in Sydney zum Einsatz kommen sollten. Inzwischen haben libanesische Organisationen sich von den Randalierern distanziert. Doch die australischen Hooligans scheinen „Blut geleckt“ zu haben. Eine ziemliche explosive Lage.
Am nächsten Tag haben wir einen Fehler gemacht. Wir sind zuerst mit dem Auto zu einigen Sehenswürdigkeiten gefahren und haben den Spaziergang durch die Parkanlagen entlang des Flusses, leider in der Mittagshitze, gestartet. Keine gute Idee!

Dundullimal Homestead ist ein Steingebäude aus der Pionierzeit. Mittlerweile ins nationale Schutzprogramm aufgenommen. Hier lebte vor 150 Jahren eine Siedlerfamilie in selbst gewählter Isolation. Obwohl dann später eine kleine Stadt entstand. Alles, was sie zum Leben brauchten, vom Brot bis zu den Hufeisennägeln, stellten sie selber her. Hier gab es einen Schmied, gab es Stores. Die Original Sandsteingebäude und Ställe vermitteln einen Eindruck von den Lebensbedingungen. Das Woolshed Cafe, wo man den traditionellen Morgen- oder Nachmittags- Tee genießen kann, bietet auch Mahlzeiten nach alten Rezepten der Kolonialzeit. Allerdings wollen die 6 Dollar Eintritt pro Person, weil das Cafe das älteste „Slap House“ Australiens sein soll. Die Lage des Anwesens ist traumhaft. Fünf Kilometer südwestlich der Stadt, nicht weit vom Fluss, geschützt durch Hügel. Die Eisenbahn fuhr hier früher vorbei. Die alte Brücke steht heute noch. Im Anwesen werden neben allerlei Artikel auch „koloniale Ausflüge“ mit dem alten Traktor zu Hay Ride to Macquarie River Cruises (Heuernte Fahrt) angeboten. Allerdings waren die Gegend und das Anwesen voll in der Hand der Fliegen. Mit unseren Netzen hatten wir keine Probleme beim Spaziergang zum Fluss. Durch eine wunderschöne Buschlandschaft mit Hügeln, Wiesen und Bäumen und Sträuchern. Was für ein herrlicher Tagesbeginn!

Über den Western Plain Circuit, das ist eine asphaltierte Strasse, die eine bequeme Anfahrt zu den anderen Höhepunkten erlaubt, fuhren wir dann zunächst zum Miniland. Die angeblich neueste Attraktion der Stadt, ein Dinosaurierthemen Park, stand zum Verkauf. Gleich dahinter das gelobte Observatorium, in dem Peter und der Kater „Alpha“ das 360 ° Panorama verwalten. Da hatten wir schon imposantere Observatorien gesehen. Außerdem war geschlossen. Nach einigen freien Flächen (Farmland und Privatbesitz) sahen wir das Weingut „Rote Erde“. Viele der Reben hatte man zum Schutz vor der Sonne abgedeckt. Und eine Weinprobe entfiel, da das Gut geschlossen war. Blieb noch die „Hauptattraktion BIG M“. Insgesamt 6 verschieden „tolle“ Touristensensationen sind ausgeschrieben. Die überdachte Minigolfanlage, ein Jurassic Irrgarten, ein Mega Gebirge, das Militärmuseum mit dem authentischen 2. Weltkrieg Bunker, eine Wissenschafts- Expo mit kleinen Wissensaufgaben für Kinder und ein „verwirrendes Laser Geplänkel“. Vielleicht was für Kinder? Ich weiß es nicht!

Natürlich ist der Western Plains Zoo ein Aushängeschild der Stadt. Für 30 Dollar Eintritt kann man durch die über 300 Hektar Parkfläche laufen oder fahren. 1500 Tiere aus aller Welt wären zu besichtigen. „Eine Safari rund um die Welt“ ist der Slogan des Zoos. Und die Elefanten machen sich auch sehr gut auf den Reklameschildern. Wenn ich die Eintrittspreise der im „Dubbo Activities“ angebotenen Attraktionen (ohne Reiten) zusammenzähle, kommt man auf lockere 110 Dollar pro Person. In den letzten drei Jahren wurden die Kontrollmechanismen für Ermäßigungen verschärft. Als Rentner aus Deutschland gibt es nun nicht mehr den Pensionärs Rabatt, Sogar die Australier müssen überall ihren Rentenausweis vorzeigen. Was ich im Bus bei einer etwa 80 jährigen Dame als ziemlich übertrieben und albern empfand. In Australien! In Deutschland wäre das wohl Normalität!

Nach dem Mittagessen, leider in der Hitze, sind wir dann durch mehrere Parks entlang dem Flussufer nochmals bis zum Dubbo Zoo gegangen. Das war eine Strecke von 3,1 Kilometer. Und der Rückweg kam dann ja auch noch. Dieser Tracker Riley Cycleway erinnert seit dem 20. Juni 1997 an einen legendären Polizisten von Dubbo. Ein Mann mit Spürnase, der viele Straftaten durch Wissen, Logik und Intuition aufklärte. Ein hoch geachteter Bürger der Stadt. Im Polizeidienst von 1911 bis 1950 trainierte er anschließend noch als Coach das heimische Footballteam. Im Goal hat man ihm eine eigene Ausstellung gewidmet. Von der ganzen Stadt aufrichtig betrauert starb er am 31. Oktober 1970. Ach so, Tracker Riley war ein Ureinwohner. Der erste Aboriginal, der zum Polizeiserganten befördert wurde. Und das war im konservativen Australien Anfang des 20. Jahrhundert eine wirkliche Sensation.

Es gab zwar Sitzmöglichkeiten am Wegesrand, doch die ziemlich zentral stehende Sonne gestatte kaum einen Schattenplatz. Noch in der Stadt wird der Park am Westufer des Flusses Sir Cutler Park genannt. Der gegenüberliegende Park ist Lady Cutler gewidmet. Über eine Fußbrücke (Ford Bridge), zu der eine Allee mächtiger Red River Gums führt, gelangt man zur anderen Seite. Diese Bäume sind ein Biotop für viele Vögel und allerlei Kleingetier. Das östliche Ufer säumt ein schmaler Streifen den man Sandy Beach Park nennt. Wo ist der Sand geblieben? Stony Beach wäre die rechte Bezeichnung. Von hier sahen wir den zum Fluss ziemlich steil abfallenden Sir Cutler Park. Und wir bedauerten die Besitzer der älteren Einfamilienhäuser am Ufer, vor deren Nase jetzt Neubauten gesetzt werden, die jegliche Sicht zum Fluss behindern. Der Sir Rodan Cutler Park hat mehrere geschützte Picknickunterstände, an denen häufig Leute zwecks einer Brotzeit sitzen. Nach der Ford Bridge führt der Tracker Pathway für 1 ½ Kilometer über eine relativ freie und voll Sonnen bestrahlte Fläche. Die Schilder am Wegesrand, die von den Großtaten der Ermittlungsarbeit des Polizeiserganten berichten, wie die Entdeckung von jugendlichen Leichen als Straftatopfer an nicht vermuteten Stellen, die Aufdeckung einer großen kriminellen Landspekulation oder aber die erfolgreiche Ermittlung bei kontinuierlichen Wollediebstählen, lassen aber die sengende Hitze nicht vergessen. Ausgelaugt und erschöpft erreichen wir am späten Nachmittag wieder unser Quartier.

Im Visitor Centre las ich den Kommentar eines Sydneysider, der hier zu Besuch war. „Ich kam hierher nach Dubbo. Erwartete ein kulturell dürres Ödland. Und fand eine Oase wie diese! Der Wein und die Gegend sind lieblich und genussvoll. Das ist nicht Barossa oder Hunter Valley. This is Dubbo!“
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

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OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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