Sydney La Perouse

Hier im Süden der Metropole Sydney, nahe La Perouse, nur durch eine schmale Wasserstrasse von der Botany Bay getrennt, waren wir noch nicht. Bei der Fahrt durch Sydney kam mir natürlich meine Ortskenntnis sehr zu Gute. Ich kannte die Strassen, wusste wo ich mich schon rechtzeitig einordnen mußte und bin so unproblematisch vom Westen (Paramatta) bis zur Anzac Terrace gekommen. Schon bei der Anfahrt haben wir immer nach einer Autowaschstation Ausschau gehalten. Erfolglos. Bis auf die uns bekannte Anlage an der Tankstelle am Paramatta Hwy. Wir wollten am nächsten Tag das Auto abgeben. Bei unbekannten Gegenden halte ich es auch für gut, schon am Tag vorher wenigstens die Anfahrt zu kontrollieren. Welche kluge Entscheidung. Mit Sicherheit hätten wir uns am nächsten Tag im Gewirr der Windungen und Abzweige auf der Botany Road wohl hoffnungslos verfitzt. Lediglich unsere Car Wash Suche blieb 2006 erfolglos.

Automatische Autowäsche ist nicht das Ding der Aussies. Natürlich gab es Waschanstalten. Aber Preise zwischen 30 und 380 Dollar für eine Reinigung? Nein, da habe ich das Auto vor dem Motel mit feuchtem Lappen lieber selber gesäubert. Welch Glück, dass im Caravan Park in Oakland eine Waschmöglichkeit bestanden hatte und mir die Dame von der Rezeption auch ihren Staubsauger auslieh.
Das Problem mit Waschanstalten und Vakuumsaugern hat man in Kleinstädten Australiens weniger als in den Weltstädten. Und in Sydney und Perth ist das sogar ätzend. Zumal viele Tankstellen zwar Vakuumsauger haben, die aber in der Regel defekt sind.

So haben wir, nachdem ich 15 Kilometer erfolglos nach einer Waschanstalt im Süden Sydneys herumgekurvt bin, dann lieber La Perouse besucht. Eine nette kleine Halbinsel mit einem Ruhe und Gemütlichkeit ausstrahlenden Flair.

Hier landete 1788 La Perouse und begrub seinen 1. Navigator auf dem Hügel. Der Gedenkstein dort erinnert an beide. Dieser Jean François de Galaup de La Perouse war ein sehr vielseitiger Weltenumsegler und Geograph. Er forschte im Auftrag seiner Regierung im Indischen Ozean, in den französisch beherrschten Gebieten in Südindien und in Madagaskar. Auf ihn fiel die Wahl, eine ähnlich spektakuläre Reise wie James Cook für Frankreich zu unternehmen. Mit zwei Schiffen startete er am 1. August 1785 in Brest. Aber im Gegensatz zu Cook verzichtet der wissenschaftlich orientierte Mann auf die Inbesitznahme noch unerforschter Inseln. Und er erfüllte seinen Auftrag, nämlich die Geographie des Pazifiks vom Norden bis Australien, von Asien bis Amerika zu erforschen. Sechs Tage nach der Landung der First Fleet in Port Jackson betrat La Perouse am 1. Februar 1788 im Nordbereich der Botany Bay den Boden des damaligen Neuhollands. Aber am Fakt der vorrangigen Rechte der Briten war nichts zu deuteln. Obwohl England und Frankreich rein technisch im Pazifik rivalisierten, war das Zusammentreffen der beiden Seehelden Arthur Phillip und La Perouse freundlich. Sie tauschten Neuigkeiten aus, dinierten sogar miteinander. Phillip Barrack Tower in La Perouseversprach, das Logbuch von La Perouse nach Frankreich zu schicken. Dramatisch an der weiteren Reise von La Perouse ist, dass er sein nächstes Ziel Neuguinea niemals erreichte. Die Rettungsaktionen 1791 verliefen ergebnislos. Eine zweite Expedition fand Teile der Wracks der Schiffe und zahlreiche französische Gegenstände im Besitz der Eingeborenen. Es dauerte aber noch bis 2005. Erst dann identifizierten Taucher das schon 1960 vor der Insel Vanikoro gefundene gesunkene Schiffwrack. Und nun streiten sich die Gelehrten, ob es vielleicht doch Überlebende gab? Ob ein kleines Boot gebaut wurde, mit dem man versuchte, über den Ozean zu segeln?

Sydney benannte später einen Vorort nach dem berühmten Seehelden La Perouse.

Festung auf Bare Island in La PerouseInteressant auf der Halbinsel ist auch das Museum, das ursprünglich als Kabelhaus gebaut wurde. Wie ein mittelalterlicher Burgturm steht der „Barrack Tower“ auf dem höchsten Punkt der Halbinsel. Er diente seit 1820 dem Auffinden der Schmuggler, die durch die Meeresenge in die Botany Bay wollten. Gouverneur Macquarie ordnete die Errichtung an. Der größte Bereich von La Perouse gehört zum Botany NP. Dieser National Park besteht aus zwei Teilen, die durch die Zufahrt zur Bay getrennt sind. Und wir haben die Landungsstelle von Cook, sowie die Schornsteine von Kurnell deutlich vom nördlichen Ufer sehen können. Zum NP gehört auch die Festung auf Bare Island, einer kleinen Insel, die man über eine Holzbrücke zu Fuß vom Festland erreicht. Dieses Fort bauten die Briten zwischen 1880 und 1885. Es sollte vor russischen oder japanischen Invasionen schützen. Immerhin ist es vielen Menschen auf der Welt bekannt. Einige Szenen des Filmes „Mission Impossible 2“ wurden hier gedreht.

Aussicht über den Botany National ParkDer untere Teil der Halbinsel, nämlich der nördliche Teil des Botany Nationalparks, ist ein Paradies für Taucher. Gleich bei der Holzbrücke zum Bare Island kann man entsprechende Utensilien ausleihen. Für den Wanderer gibt es den Henry Head Track, der über 8 Kilometer als Rundkurs durch den Botany Nationalpark führt. Dabei kommt als erstes Ziel der Leuchtturm Endeavour Light, genannt nach dem Schiff von James Cook. Vom südlichsten Zipfel, Cape Banks führt der Weg im leichten Bogen wieder zur Strasse.

Am Abend habe ich das Auto gereinigt und am Samstag, dem 7. Januar war die Rückgabe. Mein Gott, was müssen die für Zustände bei den zurückgegebenen Wagen akzeptieren, wenn sie dieses Auto als tadellos sauber einstuften.

Mit dem Taxi sind wir dann in die City gefahren. Ich wollte mir bei Qantas den Flug nach Tasmanien am Montag bestätigen lassen. Aber seitdem die in die Bridge Street umgezogen sind ist der Laden samstags geschlossen. Also Telefonservice von einem öffentlichen Telefon. Davor graut mir jedes Mal. Besonders, wenn eine Frau am Apparat ist. Mit Männern habe ich kein Problem. Ich trage mein Anliegen vor und bekomme eine klare und verständliche Antwort. Bei Frauen überrollt mich jedes Mal nach der Anfrage ein regelrechter Wortschwall. Manchmal habe ich Glück und filtere mir die Antwort heraus. Häufig aber muß ich nachfragen, was die Dame, dann oft verärgert, zu noch umfangreicheren Worttiraden veranlasst.

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OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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