Raymond Terrace

Man sollte in Raymond Terrace Station machen!


Raymond Terrace ist eine wirklich schöne Stadt, die sich das koloniale Flair von 1890 bewahrt hat. In der Strasse, die zum ehemaligen Aquatic Centre am Hunter River führt, kommt richtige Pionierstimmung auf. Einige der Bruchbuden sind sogar noch bewohnt. Andere wurden im alten Stil renoviert.

Doch der absolute touristische Höhepunkt ist der River Pathway. Das wissen auch viele Einwohner, die sich hier am Abend auf einen Plausch treffen. Der Weg führt parallel zum Fluss durch einen Park. Und die Ruhe am Ufer, der Blick auf das gemächlich fließende Wasser, die zwitschernden Vögel, die den Schatten des Abends genießen, löste auch bei mir den Krampf und den Stress des Tages. Wie so oft in kleinen australischen Städten sind die Leute freundlich, grüßen und ein kleiner Dialog ist immer drin. Die Stadt besteht aus zwei „Abteilungen“. Die gemütliche Altstadt und eine Neubau Satelliten Siedlung. Diese liegt auf der Höhe mit einem phantastischen Blick auf die „Altstadt“, auf den Hudson River und die große Brücke über den Fluss. Die Grundstücke sind, ob der hohen Preise, nicht gerade groß. Und die Bewohner beschneiden sich diesen Lebensraum noch, weil sie die Häuser zur Strasse durch Blechzäune abtrennen.
Der nächste Morgen begann mit einer Überraschung. Statt der Deutschen Welle über SBS wurde ein Spiel der englischen Premier League Everton gegen Liverpool übertragen (1:3). Und am Vorabend hatten wir bei ABC die überwältigenden Zuschauermassen beim Start der Regatta Sydney Hobart gesehen. Über 10 Tausend Menschen beobachteten am 26. Dezember dieses sportliche Großereignis.

Zwischen den Landstrassen 1 und 15, in unmittelbarer Angrenzung an den herrlichen Lake Grahamstown, ist eine Oase des Wohnens und Lebens entstanden. Schöne Häuser auf weitläufigen Flächen, alle nur möglichen Baustile, Grün, Grün, Grün. Allerdings haben wir keinen Zugang zum See außerhalb der geschlossenen Boot- und Bade Area (Grahamstown Sailing and Aquatic Center) gefunden. Doch der asphaltierte Spazierweg entlang des Sees ist äußerst empfehlenswert. Die Kängurufarm, die Pferdekoppeln vor den Häusern, bis 10 Meter hohe Zypressen! Alles vermittelt Gemütlichkeit und Ruhe. Freundliche Menschen begegnen uns. Und alle sind wohlgemut. Ach! Und das waren ja auch noch die vier Australier, die versuchten, mit einer Decke einen Lizard zu fangen. Warum nur?

So ein großes Shopping Centre (LI-LO) hätten wir hier, im Hinterland, nicht erwartet. Aber als wir die Waldstadt Medowie besichtigten, war uns alles klar. Hier hatten wir den Beweis, warum immer mehr Städter ins Inland, in den Busch umsiedeln. Solch herrliche Umweltbedingungen kann ihnen keine Großstadt bieten. Die Waldstadt wird von einer kilometerlangen Hauptstraße durchzogen. Hier sind die Grundstücke groß, die Häuser phantastisch und der Wald wächst bis vor die Haustür. In den zahlreichen Seitenstrassen sind die Grundstücke bedeutend kleiner. Trotzdem ist der Bauboom ungebrochen. Bungalows aller Couleurs, auch zweistöckige Ziegelsteinhäuser sind zu sehen. Den angezeigten Yulong Park haben wir nicht gefunden. Dafür stand aber überraschend in der Wohnsiedlung ein Motel mit dem sinnigen Namen „Bull N Bush“.

Auf der Rückfahrt sind wir noch 40 Kilometer auf dem Pacific Hwy nach Norden gefahren. Über Bucketts Way gelangten wir in das Karuah National Reserve. Dort wurde uns laut Prospekt eine Wildnis pur garantiert. Das war es denn auch! Neben dem holprigen Waldweg, der einzigen Zufahrt in das Naturschutzgebiet, fielen uns die durch Drahtzäune abgegrenzten Waldareale auf. Angeblich könne sich der Wald dahinter ungestört wieder erholen. Aber wer, bitteschön, hat denn den Wald zerstört? Eigentlich hätten wir uns die Fahrt ersparen können. An einer Weggabelung hielten wir. Fast Kokosnuss große Kothaufen lagen auf dem Weg. Wer produziert so etwas? Dromedare? Nach einer kurzen Pause fuhren wir wieder zurück. Ein „Untier“ kam uns nicht zu Gesicht. Und die versprochen Wildnis? Vergieß es!


Am Abend sind wir noch den asphaltierten Spazierweg neben der Landstrasse zum Caravan Park gelaufen. Insgesamt 4,6 Kilometer hin und zurück. Das merkt man im Auto gar nicht. Die schönen großen afrikanischen Nussbäume, zahlreiche Pappeln und herrlich rot und rosa blühende Büsche schirmen den Fußweg von der Strasse ab. Picknickplätze, Spielwiesen und ein großer Parkplatz, der von Trucks genutzt wird. Dort steht ein italienischer Kampfflieger aus dem zweiten Weltkrieg. Eine Kriegsbeute? Nirgendwo einen Hinweis.

Eine in Australien weit verbreitete Sitte ist „adopt a road“. Gemeinden oder aber auch Unternehmen „adoptieren“ eine Strasse, sorgen für deren Sauberkeit, kümmern sich um die Randbepflanzungen und um den Straßenbelag. Leider können die Adoptiveltern aber nicht verhindern, dass viele Leute mit den kostenlosen Einkaufswagen der Großmärkte bis knapp vor die eigene Haustür fahren und das Gittergestell dann auf der Strasse stehen lassen.

Die wichtigsten TV Informationen an diesem Abend: Täglich sterben seit Christmas 20 bis 30 Menschen durch Verkehrsunfälle. Queensland ist der Spitzenreiter. In NSW flackern die ersten Waldbrände auf und laut Statistik nehmen Hautkrebserkrankungen in Oz wieder zu.
Morgen fahren wir nach Gosford. Für uns ein Katzensprung. Nur 130 Kilometer.
Aber Raymond Terrace, den Geheimtipp der Aussies für einen Stopp auf der Fahrt nach Norden, sollte man sich merken.

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