Die Jenni Hill Story

Der Pound wurde ein zu mietendes Weideland. Und 1945, als man das touristische Interesse bemerkte, kam die Bildung eines Nationalen Erholungspark und ein Hotel wurde eröffnet. Alles auf private Initiative. In diese Zeit fallen auch viele Namensgebungen. Wie zum Beispiel Wangarra Hill. Erst Jahre später wurde der Wilpena Pound dem Flinders National Park angegliedert.
Hier nun die Story von Jeni Hill, wie sie auf Tafeln neben der Hill Homestead geschrieben steht:

Mr. Price war der erste Manager der Wilpena Liegenschaft. 120 Tausend Schafe auf 400 Quadrat Meilen. Die Landwirte nutzten ihr Land bis zur Grenze der Möglichkeiten für den Viehbestand. Doch sie hatten keine andere Wahl. Die Höhe der Pacht der Regierung basierte auf den kurzfristigen Gewinn. Natürlich waren es zu viele Schafe für das Land. Armselige Narren! Vater sagte, das war es, was ihn ruiniert hat. Durch die Große Kommission, ich glaube es war 1867, wurde festgestellt, dass die Überweidung und die Dürre den größten Teil der für Landwirtschaft benötigten Vegetation zerstört haben. Fast nicht zu glauben. In nur 15 Jahren!

Die Salzbuschebenen waren leer gefressen. Das Land war kahl zurück geblieben. Viele Siedler gingen daraufhin weg, verließen ihr Land. Nicht so Mr. Price. Obwohl er 20 Tausend Schafe und 200 Rinder verloren hatte, wollte er nicht einfach weggehen. Das Geheimnis, sagte er, wäre das Einzäunen der Tiere nahe dem Wasser, damit man für schlechte Zeiten etwas in Reserve hat. Also reduzierte er seinen Rinderbestand auf 20.000 Stück. Er baute hunderte Meilen Zäune und leitete die Wilpena Station für weitere 22 Jahre. Bis der Pachtvertrag 1888 auslief. Meine Eltern zogen damals über 100 Meilen von Arkaba weiter, als mein ältester Bruder Henry neun Jahre alt war. Sie bauten unsere Family Homestead und nannten sie Glenallen.

Die Trockenheit der 60er war vorbei. Der Regen kam jedes Jahr. Der Norden wurde das “Land der Hoffnung“ genannt. Es waren gute Jahre. Die Leute aus dem Süden konnten sich nicht schnell genug aufmachen. Die Farmer verlegten ihre Landgüter. Und ein regelrechter Run des Vertrauens in das Land setzte ein. Wegen der guten Ernteergebnisse. Jeder sagte „Der Regen wird dem Pflug nachfolgen!“
Henry, wir nannten ihn Harry, heiratete als er 18 Jahre alt war. Harry und Florence lebten in Glenallen und halfen bei der Arbeit auf der Farm. Und er hatte einen kleinen Zusatzverdienst, indem er Waren auf abseits liegende Farmen brachte. Das Paar hatte nur zwei Jahre. 1888, dem Jahr in dem ich geboren wurde, verlor Harry Florence und sein Baby, einen Sohn, im Abstand von nur zwei Monaten.
Die Umstände begannen sich zu verändern. Und gute Jahre gab es kaum noch. Die Regen kamen sehr unregelmäßig. Die Ernten wurden schlechter. Die wunderbaren Vorhersagen aus den 80ern schienen wie ein unbarmherziger Jux. Harte Arbeit reichte nicht mehr, damit der Weizen im Norden wuchs. Es fehlte der Regen.

Vater meinte, der Pound hätte gute Aussichten für Weizenwachstum. Die Erde war gut und der Niederschlag viel höher als rund um Hawker. Er übernahm eine 21jährige Pacht. Die Jungs ebneten den Boden mit einem alten Boiler als Roller, der von einigen Bullen gezogen wurde.
Unser erstes Erntejahr war 1902. Obwohl das ein trockenes Jahr war. Wir bauten niemals mehr Weizen im Pound an als früher im Süden. Und was wir ernteten war das Beste, was man in Hawker sehen konnte.

Der Transport der Ernte aus dem Pound, das blieb das schwierigste Problem von allen. Die Schlucht mit ihren Sumpf und den Steinen blieb unpassierbar. Aber es gab einen anderen Weg. Meine Brüder bauten eine Strasse entlang dem Wilpena Creek und über Sliding Rock. Es dauerte Jahre. Alles geschah in Handarbeit. Als erstes wurde die große Hangfläche angebohrt. Massive Eisenstifte schlugen sie in den Stein. Holzklötze wurden geschnitten und zwischen die Stifte geschleppt. Bis zur Höhe der Stifte befestigt. So entstand eine ebene Oberfläche. Niemals in ihrem Leben arbeiteten meine Brüder so hart, wie bei dieser Sache.

Nachdem die Strasse fertig war konnten wir trotzdem kein großes Gespann durch die Lücke schicken. Es gab da eine starke Biegung in der Straße. Wir benutzten also zunächst nur kleine Wagen. Und packten nach der Kurve die Waren auf einen großen Wagen um. Diese Fahrt nach Hawker machten wir täglich.

Es wurde ein trauriges Jahr für uns. Mein guter Vater, Gott sei seiner Seele gnädig, ging von uns. Meine fünf Brüder gingen ihre eigenen Wege. Harry hielt den Pachtvertrag für den Pound ein, rodete Land und bestellte die Felder.
Wie ich schon sagte. Ich kam hierher als ich 12 Jahre alt war. Ein Mädchen, das nun für die Brüder das Haus hütete. Ich versuchte auch im Garten etwas anzupflanzen, wie es meine die Mutter in Glenallen getan hattet. Was mit Feigen und Äpfeln und Gemüse. Zum Bewässern holte ich in einem Behältnis das Wasser vom Creek. In diesen Tagen sahen wir viele Dingos überall. Jede Nacht hörte ich sie, wie auf irgendwelchen Knochen außerhalb des Hauses kauten.
Was für ein Jahr!

Wäre es nicht besser, zurück zugehen, als einen erneuten Schlag durch eine weitere Trockenheit zu empfangen?
Der Norden war eine einzige Dustbowl (Staubschüssel). Und ich konnt in diesen Tagen die verhungerten Rinder sehen und riechen. Wir beteten, dass die Ernte im Pound uns über das nächste Jahr retten möge, zumal Glenallen nicht zu halten war.
Alles was wir uns zu Weihnachten wünschten war ein verregnetes Jahr.

Wir versammelten uns alle in Glenallen. Der Himmel war schwarz wie Pech am Christmas Morgen. Ich werde niemals den Regen vergessen, der diesen Tag fiel. Es war, als ob sich der Himmel öffnete. Und als wir zurück zum Pound wollten gab es unsere Strasse nicht mehr. Ein mächtiges Hochwasser hatte die Strasse, die Harry und die drei Jungs über Jahre gebaut hatten, weggespült. Nun hatten wir den Regen, für den wir gebetet hatten. Aber unser Weizenprojekt im Pound war gescheitert.
Ich ging zurück nach Glenallen, um meiner Mutter auf der Farm zu helfen. Harry blieb im Pound wegen der Pferde und Kühe, da die Pacht erst 1921 auslief.

1917 verkaufte ich meine Anteil des Pound Pachtvertrages an Harry für 200 Pfund. Ich wollte weg, um bei meiner Schwester in Port Lincoln zu leben. Harry ging zurück nach Glenallen und lebte wieder von seinem Fuhrgeschäft. Er heiratet 1922 Reta Lottie Pymann, ein Mädchen aus der Gegend. Sie lebten im Familienhaus bis Harry 1929 im Hospital von Hawker starb.
1929! Es scheint als wäre es gestern gewesen!

Ich danke Ihnen für die Zeit und hoffe, Sie genießen den Besuch!

Warum gehen Sie nicht auch hinauf, zum Lookout?“


Ein sehr interessanter und aussagekräftiger Bericht. Besonders, wenn man ihn im Vergleich mit der historischen Darstellung liest. Hier wird ehrlich von den Sorgen und Nöten der Siedler, von ihrem Glauben und der Hoffnung berichtet. Leider gab es damals in Down under viele Scharlatane, deren Voraussagen häufig nur Schaden anrichtete. So ist die die verhängnisvolle Missachtung der Untersuchungen von Goyder zu verstehen.

Doch wo auf der Welt hatten es die Menschen um 1900 nicht schwer? Die Politik im Land, die Gründung der Konföderation, die Bemühungen um Einheitlichkeit im Post- und Verkehrswesen, die Rassenpolitik- all das wird von Jenni nicht erwähnt. All das interessierte die Siedler im täglichen Überlebenskampf im Outback auch nicht.

Mich hat die einfache und ehrliche Art, in der Jenni über Freude und Leid auf der Pound Farm berichtet sehr berührt.
Und es ist eine gute Empfehlung, zunächst die Story zu lesen und erst dann den Lookout zu erklimmen. Man sieht in das Amphitheater, in die Schüssel. Aber mit einem anderen Blickwinkel.

Good bye Flinders Ranges!

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

Begleitet die OzBus Reporterin auf ihrer Tour

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