Tanken als Body Building

Abend am Murray Abend am Murray, die Dämmerung kommt

Die zahlreichen Motorbootfahrer, die sehr oft Leute auf Wakeboards oder Wasserski im „Schlepptau“ hatten, zeigten uns an, dass wir uns Bowhill näherten. Ich überlegte, da die Verkaufsstelle mit der Tankmöglichkeit nicht zu weit vom Ufer lag, ob es nicht besser wäre noch 40 Liter zu tanken. Das tat ich dann auch. Wenn diese freundliche und hilfsbereite Storebesitzerin und ihre hübsche Tochter bei Europcar Victoria arbeiten würden, hätten sie sicher, ob deren Kundenverhalten, schon längst wieder gekündigt.

Der General Store von Bowhill ist in der Gegend und bei regelmäßigen Besuchern sehr beliebt. Man kann hier so ziemlich alles, einschließlich Nahrung, Alkohol, Souvenirs, Angel- und Wassersportzubehör kaufen. Sonnenuntergang auf dem Murray River AustralienSo bekam ich auch leihweise meine zwei 20 Liter Kanister und einen Einfüllstutzen. Zusätzliches Krafttraining braucht ein Mann, der täglich das Boot vertäuen muß, und dann auch noch 40 bis 60 Liter hie und da 200 bis 300 Meter zum Boot tragen „darf“, sicherlich nicht mehr.

Bei der Weiterfahrt fanden wir bei der Tafel 188 hinter den Klippen einen idealen Landplatz.
Hier war alles da. Guter und sauberer Landeplatz, schöne Umsicht, eine Joggingstrecke, Möglichkeiten zum Spazieren, gesicherter Platz zum Schwimmen.
Zwei Tage sind wir dort geblieben. Der andere Anlegeplatz währe besser gewesenDen Kampf mit dem Generator haben wir dort beendet und eben nur noch vor dem Start so lange gewartet bis die ominösen 14,2 V in der Anzeige erschienen.

Natürlich mußte ich die Taue mit steigenden Wasserspiegel nachspannen. Schlimmer noch war aber Dagmars Kommentar „Der Anlegeplatz gegenüber wäre besser gewesen!“ Da rettet man sich am besten ins Wasser oder liest ein schönes Buch.
Der Blick auf den Fluss war unbeschreiblich schön. Von den vielen Bildern möchte ich einige wiedergeben, um auch den Leser an unserer Freude teilhaben zu lassen.

Natürlich gibt es für den Hausbootfahrer auch Störenfriede. Während des Anlegens ist es, abgesehen vom Krach egal, aber während der Fahrt stören die Wellen doch sehr.
Bäume am Ufer des MurrayUnd am Abend auf dem Oberdeck zu sitzen, sich ohne diesjährige Fliegenbelästigung den Sonnenuntergang am Fluss zu betrachten, es ist jedes Mal der würdige Abschluss und Höhepunkt eines Tages am Old Murray River.
Wie gesagt, zwei Tage haben wir dort verbracht und uns prächtig erholt. Dann aber ging es weiter. Wir mussten nicht, aber wir wollten.

Schon vor der Weiterfahrt war uns bekannt, dass auf der Strecke zwei Fähren zu passieren sind. Die bei Purnong und die bei Walker Flat. Die Besonderheit der 24 Stunden Fähre bei Purnong war, dass das grüne Licht nicht an Land oder am Fluss, sondern direkt auf der Fähre stand. Aber alles lief problemlos ab. In Purnong sollen die besten Zwiebeln der Welt wachsen. Jedenfalls spricht der Export dafür. Trotzdem nennt sich das Örtchen nicht „Capital of onion“.
Die Klippen näherten sich bedrohlich dem Wasser. Kaum noch Flächen zum Anlegen. Und die Windungen, die der Fluss, um durch dieses steinige Gebiet zukommen, machen musste, nehmen zu. Das gebüschreiche Gebiet um Scrubby Flat an der Ostseite des Ufers des Flusse ist so die ungefähr letzte flache Stelle vor dem ersten Big Bend, einer Flusskrümmung, die sich bis Nildottie hinzieht.

Hausboot auf dem Murray RiverGleich am Beginn der „großen Kurve“ ein Rastplatz, an dem die Raddampfer anlegen, wo die Passagiere die Möglichkeit haben den Gipfel der Klippen zu ersteigen und wo auch ein Speisezelt errichtet ist.
Die große Kurve beginnt. Jeweils rund vier Kilometer betragen die beiden beeindruckenden Flusskrümmungen vor und nach Nildottie. Aber als eigentlicher Big Bend bezeichnen die Overlander nur die Kurve flussabwärts hinter Swan Reach bis kurz vor Nildottie.

Nachdem wir auch die Fähre bei Walker Flat passiert hatten entschlossen wir uns, so ungefähr vier Kilometer hinter Walker Flat, gegenüber den Klippen einen Anlegeplatz zu suchen.
In diesem Walker Flat werden wegen seiner herrlichen Aussichtspunkte auf den ockerfarbenen Felsen und den unbeschreiblich schönen Sonnenuntergang gern die vorhandenen Ferienwohnungen gemietet.
Aber mein erstes Anlegeziel mußte ich aufgeben. Kein Baum zum Vertäuen war zu sehen.
Und gleich dahinter ein Gebiet mit zu starkem Bewuchs.

Dann fand ich aber bei der Weiterfahrt vor Nildottie doch noch eine passende Anlegestelle. Allerdings gab es diesmal einige Probleme. Wie immer stürmte ich, nachdem das Boot am Ufer lag und Dagmar mit Steuer und Speed für das Bleiben der Idealstellung sorgte, mit einem Tau ans Land. Beim dritten Tau übersah ich einen eigentlich recht flachen Ameisenhaufen an der Rückseite des Baumes. Die aggressiven Tiere griffen mich sofort an und verbissen sich in Turnschuhe, Strümpfe und sogar meinen Waden, bei denen nach der Entfernung der Tiere einige kleine Hautdefekte blieben. Der Biss war so fest, dass ich fast jedes Tier töten mußte, um anschließend den Kopf entfernen zu können.

In einem Prospekt hab ich gelesen, dass Nildottie einen schönen Panoramablick auf einen fast unberührtesten Uferbereich des Murray River bietet. Ich kann das bestätigen, denn dort lebten diese Ameisen. Und über die Führungen der lokalen Nganguraku Führungen von Kroehns Landing zur alten archäologischen Fundstätte im Ngaut Ngaut Conservation Park werde ich an anderer Stelle noch schreiben. Wir haben nach dem erfolgreichen Anlegen noch lange über das vor Wongulla liegende Sab Aruma gesprochen. Ebenfalls eine Wohn- und Feriensiedlung am westlichen Flussufer. Von dort beginnt eine drei Kilometer lange durchgehende hohe Klippe. Die Häuser stehen zum Teil auf den Klippen. Eine Treppe mit über 100 Stufen führt hinunter zum Fluss.

Wie gesagt, wir waren gegenüber Nildottie gelandet. Und das Hinterland entsprach mehr einer Wüstenei als einer Murrayuferlandschaft. Fassungslos spazierten wir durch die Gegend, auf die wohl keiner Rücksicht nahm.
Der Ngaut Ngaut Nationalpark der Geburtsort des Black Duck Dreaming. Folglich haben wir natürlich viele der „falschen schwarzen Schwäne“, denen Swan Reach seinen Namen verdankt, gesehen. Und dann drängte sich noch jemand mit den Worten „Hoppla, ich bin auch noch da“ ebenfalls vor die Kamera. Schließlich gab es auch noch dieses „komische Teleskop“, das aus dem Wasser ragte. Ein U- Boot im Murray River?

Vögel bekamen wir bei diesem Stopp in reicher Vielfalt und Anzahl zu sehen. Aber die lautstarken Kakadus übertrumpften mit ihrem Gruppenauftreten alle anderen.

Foto: Dieter Tischendorf

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