Die Murray Town Swan Hill

Nun sind es nur noch 11 Kilometer bis Swan Hill. Und schon am Ortseingang wird uns demonstriert, dass Gartenbau von jeher ein wirtschaftliches Standbein der Stadt ist. Wir biegen vom Hwy in die Cottman Road ein und erreichen nach einigen Umherkurven den Lake Woorinen, einen der Seen des gleichnamigen Drainage Systems. Man hatte damals ein Problem. Durch die künstliche Bewässerung stieg der Grundwasserspiegel so stark an, dass er den Ernteertrag gefährdete. Um dem vorzubeugen wurde ein Drainage System 1,5 Meter unterhalb der Erdoberfläche gebaut, das das Wasser des steigenden Grundwasser Spiegels und der Entsalzungsanlagen aufnahm und zu einen der Seen leitete. Dieses Projekt half zur Zeit der großen Depression vielen arbeitslosen Menschen zu überleben. Und zum Unterschied zu den Arbeitslosen in Deutschland sind noch heute in DU die Menschen bereit, alle nur mögliche Unbill in Kauf zu nehmen. Hauptsache man bekommt Arbeit! So lebten damals viele Männer in einfachen Zelten in der Nähe des Arbeitsplatzes, benutzten Kerosin Lampen, kochten am offenen Feuer und bekamen eine für das Leben ausreichende tägliche Entlohnung, die schon mehr an Almosen erinnerte. Aber immer noch besser als nichts!

Vom Lake Woorinen sind wir über die McCallum Street wieder zum Hwy gekommen. Mit dieser Strasse gedenkt Swan Hill eines weiblichen Pioniers der ersten Tage. Jesse McCallum wird sogar als Heroine bezeichnet. Sie schwamm mit ihrem Pferd über den Fluss. Dort lag ein ernsthaft erkrankter Schäfer, der gepflegt werden musste. Sie zog sich dabei eine Lungenentzündung zu und starb 12 Tage später.
Swan Hill war eine der vielen Siedlungen, die ihr Entstehen der Flussschifffahrt verdankten. Der Name entstand, als sich 1836 Thomas Mitchell bei einer Rast von dem Geschrei der vielen Schwäne maßlos gestört fühlte.

Burke Tree in Swan HillBurke Tree Swan HillHeute wohnen in der ansprechend schönen Murray Stadt über 10 Tausend Menschen. Swan Hill war für uns nur eine Zwischenstation. Aber zum Mittagessen sehr geeignet. Ich hatte zunächst Schwierigkeiten mit den beiden Einbahnstrassen im Stadtzentrum und mit der dadurch entstandenen Frage „Wo steht der Burke and Wills Tree?“ Dieser Baum soll der größte Moreton Bay Fig Tree (Feigenbaum) seiner Art auf der südlichen Hemisphäre sein. 1860 kam die Burke und Wills Expedition auf ihrem Weg von Melbourne zum Golf von Carpentaria hier vorbei. Nicht geklärt ist, ob Burke selbst oder aber die Frau des Doktors, bei dem er kurz wohnte, den Baum pflanzte. Bei unserer Suche äußerte ich mittlerweile schon beim dritten Baum den Verdacht, den Baum gefunden zu haben. Doch dann sagte Dagmar mit ihrer traumwandlerischen Sicherheit „Wenn Du die nächste links abbiegst wirst Du Deinen Baum sehen!“ Und da stand er dann auch. Ein mächtiger „Brummer“. Über 30 Meter hoch, 44 Meter breit und mit einem Stammdurchmesser von über 4 Metern.

Awan Hill TownhallSwan Hill SiloUnser Parkplatz war günstig. Gegenüber die großen Silos von Swan Hills zweiter Kornmühle. Gleich um die Ecke das Stadtzentrum mit der attraktiven Town Hall und nur wenige Meter bis zum Wasserturm.

Dieser Wasserturm, aus Ziegelsteinen errichtete, wurde 1883 gebaut. Mittels einer mit Holzfeuer betriebenen Dampfmaschine pumpte man das Flusswasser in dem Turm. Von dort floss es nach dem Schwerkraftprinzip zu den umliegenden privaten und geschäftlichen Grundstücken.

Das kleine und leicht begehbare Stadtzentrum unterscheidet sich eigentlich nicht wesentlich von anderen kleinen Städten in Victoria. Außer, man besichtigt die Stadt mit dem Wissen, dass alle Gemeinden zwischen Robinvale und Swan Hill durch den Weinanbau reich geworden sind.

So bliebe noch die Möglichkeit auf der historischen Swan Hill Lift Bridge (1896) über den River nach Murray Downs zu fahren. Die Brücke löste damals die Überfahrt mit einen Stechkahn als Fähre ab. Die dortige Murray Downs Homestead unterscheidet sich aber kaum von Tyntynder Homestead. Also haben wir darauf verzichtet. Riverside Park Junktion MaraboorZum Schluss waren von mir Pirschfähigkeiten gefordert. Ich habe mich nämlich durch gesperrtes Gebiet im Riverside Park zur Einmündung des Maaraboor River geschlichen, um von der Vereinigungsstelle eine Fotoaufnahme zu machen. Die Einmündung des Maaraboor River liegt innerhalb eines Caravan Parks und der Zutritt ist für Unbefugte verboten. Ein erstaunliches Bild bot sich mir. Der vordere breite Fluss ist der Maaraboor River und im Hintergrund sieht man den an dieser Stelle etwas schmaleren Murray River.

Historisch war Swan Hill schon vor der Flussüberquerung der Burke & Wills Expedition bekannt. 1853 gelangte Francis Cadell mit dem PS Lady Augusta als äußersten Punkt seiner Fahrt auf dem Murray River bis Swan Hill. Und alle Bewohner der damaligen Ortschaft, nämlich 12 Personen, standen am Ufer und begrüßten ihn.

Für uns ging es nun weiter. Nach Osten.
Etwa 15 Kilometer hinter Swan Hill halten wir kurz am Lake Boga. Das ist ein ziemlich großer See, den 1836 Thomas Mitchell entdeckte und nach dem Bogan Aboriginal Clan benannte. Hier stand 1942 ein großes Flugzeug Reparatur Depot der RAAF. Der See ist ein Teil des Frischwasser Seen Systems, dem Kerang Wetland Gebiet. Nicht nur die Wasserfreunde lieben diesen See wegen seiner angenehmen Möglichkeiten für Baden und Wassersport. Auch unter den Mineralogen Australiens ist er berühmt. Viele seltene Minerale wurden hier gefunden.

Ein Lakeside Drive führt entlang der Hälfte des Sees am Nordufer, vorbei am Camping Platz und an mehreren Badestellen.

Lake boga SignLake BogaDie gleichnamige Stadt liegt auf der anderen Seite des Murray Valley Hwy. Die bekannte Butterfabrik, Weingüter, ein großes Obstlager sind die wirtschaftliche Basis der Gemeinde. Interessant auch die am See stehende ausgediente Dampfmaschine von Thompson aus Castlemaine, mit der einst Wasser zu den Mallee Farmen gepumpt wurde.

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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