Nature Walk im Paringa Paddock Müll am Nature Walk im Paringa Paddock

Nature Walk im Paringa Paddock

Der Sonntag sollte ein Nature Walk im Paringa Paddock werden. Ein Gebiet am Murray River, das schon 1893 von zwei Volontären für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Das Erste, was sie taten, war die Beseitigung von mehreren Tonnen Müll und Unrat.

Aber das scheint sich in den letzten 113 Jahren noch nicht so richtig in der Gegend herumgesprochen zu haben. Denn Müll und Unrat begleiteten uns auf dem Rundgang zuhauf.

Für die Wissensübermittlung beim Natur Walk hat eine Lehrerin der Primary School in Renmark, Faye Brodie, 1991 die Patenschaft übernommen. Aber auch hier scheint sich seit der Eröffnung 1991 nicht mehr viel getan zu haben. Von den 25 ausgelobten und angeblich betafelten Sehenswürdigkeiten haben wir nur sieben gefunden. Allerdings hat man den Nature Walk durch den Apex Walk, den Lions Walk, den Rotary Walk erweitert. Und so die Unübersichtlichkeit perfektioniert. Aus dem ursprünglich einen Kilometer langen „Walk of nature“, wo die 25 „interessanten Einzelheiten“ (Points of interest) sein sollen, wurden so zwei Kilometer mit unklaren Zuordnungen. Am besten ist es, wenn man Zeit hat, den Rangers Walk als Wanderweg auszuwählen. Da berührt man sämtliche vorher genannte Wanderstrecken und läuft im großen Bogen auf Arch’s Track zum Lock 5 und von dort dann weiter neben dem Ufer zur Suspensionsbrücke. Diese etwas über 6 Kilometer lange Strecke sind wir gelaufen. Und trotz der obigen Kritik war diese Wanderung besonders wegen den sehr guten Details im Informationsblatt schon ein Erlebnis.

Rangers WalkDa wird auf Bäume mit schwarzem Stamm und grau grünen Laub hingewiesen. Das sind die Black Box Trees (Eucalyptus largiflorens). Diese Bäume wachsen in den Flussniederungen und gedeihen auch außerhalb der überfluteten Flächen prächtig. Gleich daneben wachsen große schwarze Bäume, deren Laubwerk sich schon durch die Dichte von den Black Box unterscheidet, Die bis zu 7 Meter hohen und 5 Meter in die Breite wachsenden Bäume sind Dry Land Tea Trees (Melaleuca lanceolata), die sehr hartes Holz haben. Allerdings werden beide Bäume nicht selten von einem gelben pflanzlichen Parasiten befallen. Wir kennen die Mistel (Amyema miquelli) auch in Deutschland. Nicht aber den kleinen rotbrüstigen Mistelvogel (Diaceum hirundinaceum), der auch als kleines australisches Wunder bezeichnet wird. Der Vogel lebt überall dort, wo Misteln wachsen. Und er ernährt sich überwiegend von deren Früchten. Wegen der relativ kurzen Darmpassage werden Samen mit dem Dung ausgeschieden, aus denen dann auch an anderen Bäumen neue Mistelzweige wachsen können.

Ein weiterer Baumparasit Cassytha melantha, eine Lorbeerart, die in Australien auch The Strangler Vine (Würger Kletterpflanze) oder Devils twine (Teufelsschnur) genannt wird, ist natürlich auch vertreten. Dieser Parasit kann durch die feste Umschnürung Eukalyptusbäume zum Absterben bringen.
Unter den vielen Bäumen und Pflanzen trafen wir auch den River Saltbush (Atripex rhagodioides) wieder. Dieser Busch wächst sogar auf salzhaltigen Böden.

Und da wuchert auch noch diese, wie kriechend wachsende Bodenpflanze Pigface (Disphyma clavellatum), die zu den Buschblüten gehört und innere Ruhe und Ausgeglichenheit bringen soll. Warum die Pflanze Schweinegesicht heißt? Es weiß keiner so recht. Vielleicht weil die fleischigen Blätter und die gelben Blüten an ein Ferkel erinnern? Auf alle Fälle muß ich noch einen weiteren pflanzlichen Parasiten erwähnen. Exocarpus strictus ist ein bis zu vier Meter breit wuchernder Busch, der ähnlich wie The Strangler Vine oder die Mistel in den Wipfeln der Bäum, die Wurzeln der befallenen Bäume zerstört. Dieser Busch besitzt Saugnäpfe, mit denen er sich ausgezeichnet ausbreiten kann.

Gern hätten wir die Lehrstunde über die Riverland Fauna weiter genossen. Aber die Hinweise! Na sie wissen schon.

Die Bilder sollen vermitteln, wie es auf dem Nature Walk aussah. Und wie wir uns zum Teil durch die wuchernde Natur hindurch kämpften. Im ausgetrocknete Wetland stehen mehrere Flood Marker auf dem Apex Walk, die zeigen, was hier auch los sein kann. Trockene kleine Seen, bei denen das Schilf beweist, dass hier auch Wasser war und wohl auch wieder sein wird. Aber insgesamt kein grüner und optimistischer Spaziergang.

Wegmarkierung auf dem Rangers WalkOb sich hier ab und zu auch Touristen verlaufen? Die Rot- Weißen Markierungen des Ranger Walk waren an einigen Stellen so angebracht, als wäre es ein Rundgang für Kurzsichtige.

Den Bogen am Arch’s Track erreichten wir schließlich und suchten den Canoe Tree. Dort, wo er sein sollte, war er aber nicht. Und die Beschreibung half auch nicht weiter. Bezog sie sich doch nur auf den einen Kilometer Nature Walk. Wir sind über eine große trockene Freifläche gegangen. Goat Island hat man das Land, das von dem blind endeten Old River (Oxbow Lake) quasi umarmt wird, genannt.
Und da lag da auch am Wegesrand ein ausgebrannter Baum, in dem man mit einiger Phantasie ein Kanu sehen könnte. Hat den jemand „umgelagert“?

Nun nähern wir uns nach Vollendung des Bogens wieder dem Fluss. Und da steht mitten auf Goat Island plötzlich diese Eisenbrücke. In der Trockenheit, und eigentlich schon nur noch von Akrobaten zu begehen. Auf das Mysterium Australia trifft man immer wieder.

Schließlich erreichen wir Lock 5 von der anderen Seite des Flusses.
Mysteriöse Eisenbrücke am Rangers WalkZuggerät am Lock 5, Schleuse am Murray RiverUnd wir bestaunen die gewaltigen Betonanlagen und Zugvorrichtungen am Ufer. Von hier aus wird die Öffnung der einzelnen Kammern per Zug vorgenommen.

Immer den angelegten Weg folgend kamen wir schließlich an die Strasse. Den sicher langweiligen Kilometer bis zum Parkplatz sparten wir uns. Und wir sind, obwohl verboten, die Böschung neben einem Creek hinauf geklettert. Dann waren wir auf dem Fußweg zur Suspensions Brücke.

Foto: Dieter Tischendorf

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