Murray Bridge - Mannum

Murray Land Murray Land - weites und flaches Wiesen- oder Ackerland.

Neben dem Fluss! Von Murray Bridge nach Mannum


Der Abreisetag, ein Dienstag, zeigte sich mit etwas trüben Wetter und 21°C am Morgen. Eigentlich hatten wir kein konkretes Etappenziel. So in Richtung Renmark, das wäre
eine ganz gute Tagesetappe.

Also fuhren wir durch Murray Bridge und über die imponierende Brücke zum Old Princess Hwy aus der Stadt. Schon nach 2 Kilometern zweigte dann die Karoonda Road nach Norden. Eine Straße, die wir auf der Suche nach dem Sunnyside Lookout schon vor zwei Tagen gefahren waren. Jetzt sind wir im den Fluss begleitenden Murray Land. Und die Gegend riss uns nicht gerade von den Sitzen. Das war weites und flaches Wiesen- oder Ackerland. Ziemlich eintönig. Aber darüber werden sich die Landwirte sicher freuen. Unser erstes Ziel hieß Mannum. Viel hatten wir von dem Hafen bereits in der Historie von Murray Bridge gehört. Um zu den Ort zu gelangen mussten wir von der Hauptstrasse abbiegen, um parallel zum Fluss zum Ort fahren. Hatte ich Ort gesagt? Fähre in CowinaAus einem trostlosen Campingplatz, auf dem mehrere sichtlich frierende Camper vor ihren Zelten Aufwärmübungen machten, kamen zwei durchgefrorene Frauen, die in Richtung eines schon von weitem sichtbaren Telefonhäuschens gingen. Da kam die Fähre, dahinter ein Pub, einige Häuser. Das soll das sagenhafte Mannum sein? Stellte sich aber als Irrtum heraus. Dieser Ort hieß Cowirra und liegt auf der Südseite des Flusses. Mannum wiederum befindet sich auf der Nordseite und mittels einer kostenfreien Fähre kann man übersetzten.

Mannum hat 2000 Einwohner und der Ort schmiegt sich in die Hänge des Flussufers. Bis 20 Meter über dem Flussspiegel stehen die Häuser in Terrassen. Hier lebte einst der Naralte Stamm, der von den ersten Siedlern als ausgesprochen friedlich und freundlich beschrieben wurde. Die Ureinwohner halfen den Siedlern bei der Feldarbeit und unterrichteten sie sogar, da sie bald ein paar Brocken Englisch beherrschten, in ihrer Art zu Jagen. Eine wirklich seltene Symbiose in Australien. Sie nannten ihren Lebensraum Manyum oder auch Manumph.

Sturt kam auf seiner Suche nach dem mysteriösen Inlandsee im Februar 1830 vorbei, Davon zeugt eine Tafel am Fluss. Diese Mär mit dem Inlandsee, ähnlich der des Lake Eyre, entstand, weil sich viele Forscher nicht erklären konnten, wohin das Wasser der großen Flüsse von der Great Dividing Ranges westwärts floss.

Und mit der bald geschaffenen Möglichkeit, den Fluss bei Goolwa vom Südlichen Ozean zu befahren, war die Dampfbootschifffahrt nicht mehr aufzuhalten. Als Tor zum Ozean wurde Port Elliot erklärt. Die bestehende Eisenbahnverbindung (1854) nach Goolwa hatte ich schon erwähnt. Damals erwog man ernsthaft, einen Kanal zwischen den Städten zu bauen. Die Schifffahrt machte die Gegend am Murray River für Landspekulanten interessant. Und nach der Erforschung ab 1840 wurde auch um Mannum viel Land verkauft. Der bekannteste Landerwerber war der uns gut bekannte Edward John Eyre, der sich schon 1841 seinen Anteil sicherte.

William RandellIn Mannum begann die Dampfschifffahrt 1850. Der schon erwähnte Captain William Randell, der 1853 diese legendäre Wettfahrt mit Francis Cadell absolvierte, hatte die erste Mehlmühle bei Gumeracha errichtet. Er witterte aber im Transport auf dem Wasser ein besseres Geschäft. Also baute er ein Dampfboot in Gumeracha und transportierte es mit Ochsengespannen zu einem Landungsplatz, der etwa drei Kilometer nördlich des heutigen Mannum lag.

Er nannte den Dampfer nach seiner Mutter „Mary Ann“. Diese Dampfboote wurden sehr bald, weil sie große Lastkähne schleppen konnten, das Transportmittel der Wahl. Und Mannum war ein solcher Verladeplatz. Lange schon bevor der Ort 1868 vermessen wurde. So betrug der Wolltransport zum Beispiel bis zu 20.000 Ballen pro Saison. In Mannum erfolgten die Umladung auf Ochsengespanne und der Weitertransport nach Adelaide. Und der Ort nannte sich schleunigst, bevor ihm ein anderer zuvor kommen konnte, „Geburtsort der Dampfschifffahrt auf dem Murray River“.

Das erste bemerkenswerte Gebäude in Mannum war das Haus der Schmiede David und John Shearer. Beide machten ihren Namen durch den Bau des eines der ersten beiden australischen Autos unsterblich. Ein exquisites Gefährt, das durch eine kleine, mit Mallee Holz betriebenen Dampfmaschine fuhr.

Mary Ann Reserve, MannumZwischen 1870 und 1880 kamen bekanntlich viele Deutsche nach Südaustralien. So auch nach Mannum. Und die Landwirtschaft wurde zum ökonomischen Rückgrat der Stadt.
Auf diese Geschichte sind die Bewohner des Ortes stolz.

Wegweiser in MannumDas Mary Ann Reserve, ein Park am Fluss mit einer attraktiven „Gruppen Rotunda“, ist eines der Vogelschutzgebiete. Von Pelikanen über Seemöwen und Schwänen, es flattert eine große Artenvielfalt durch den Park. Und natürlich steht dort auch eine Nachbildung der Dampfmaschine des PS Mary Ann.
Der Paddel Steamer (PS) Marion (1897) ist an der Pier fest vertäut und dient heute als Museum. Aber hin und wieder dient das Schiff auch als Ausflugsdampfer. Gleich daneben steht ein kleines Visitor Centre.

Blick vom Mannum LookoutVon Crawford Crescent, das oberhalb des Reserve liegt, hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den Fluss. Wie bei fast jeder kleinen australischen Stadt gibt es natürlich noch eine große Anzahl „Sehenswürdigkeiten“. Wie zum Beispiel die Butterfabrik oder das Mannum Institut, wo Nippes hergestellt werden. Aber eine Besonderheit muß unbedingt erwähnt werden. Hier und fast überall entlang des Flusses gibt es Werften, die Hausboote herstellen und auch vermieten.
Der am Stadtrand liegende Kaskaden Wasserfall ist sicher nur bei einem längeren Aufenthalt ein Ausflugsziel. Und die ganz manierliche Geschäftsstrasse erklärt, dass der Jachthafen der Stadt eben wirklich der größte Fluss- Jachthafen in Südaustralien ist. Und ein Hausboot Centre!

Foto: Dieter Tischendorf

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