Der Scenic Drive von Mannum zum Big Bend Scenic Drive Flutlevel von 1956 - Der Scenic Drive von Mannum zum Big Bend

Der Scenic Drive von Mannum zum Big Bend

Auf unserer Weiterfahrt entlang des Südufers des Flusses fanden wir neben der direkten Verbindung nach Bowhill auch einen Scenic Drive, der eben direkt am Ufer lang führte. Was für eine herrliche Fahrt. Zumal die Strasse auch nicht allzu schlecht war. Zwischen dem Fluss und dem steilen klüftigen Uferhängen hatte man den Weg angelegt. Und in dem, vom Fluss ausgefrästen Tal blieb an den Hängen sogar noch Platz für kleinen Anwesen, für Luxusvillen, für Wochenendbauten, die aber wohl teilweise auch Dauerwohnsitze sind. Der Schilfgürtel am Ufer des Flusses nahm zu. Ein Indiz, wie breit sich der Fluss ausdehnt. Und die Höhe des Hochwassers von 1956 wird an einer Felswand verewigt. Überall befinden sich kleine Anlegestellen, Pelikane und Enten haben an einigen Stellen, in den Seitenarmen, wohl ihre Brutplätze. Eine echte Idylle! Mittlerweile ist der Murray River fast 100 Meter breit. Kleine Inseln tauchen ab und zu auf, Nebenarme sind keine Seltenheit Und der mächtige Fluss fließt ruhig und behäbig neben uns.

Peilkane im Murray RiveDann erreichen wir die „Hausbootstadt „KIA MARINA“. Dort werden die Urlaubsträume der Aussies auf einer Werft hergestellt. Und man könnte unproblematisch ein Hausboot mieten. Mit einem Mietpreis von 30 AUD pro Person und Nacht sogar auch für Touristen erschwinglich. Man kann Boote für zwei Personen, aber auch welche für bis zu 12 Personen mieten. Die Gegend scheint für Weinanbau sehr geeignet zu sein, denn die Weingüter nehmen zu. So allmählich wird der Murray River immer breiter. Auf rund 200 Meter würde ich seine Breite an einem der Seitenarme, in dem eine Herde geschorener Schafe steht, schätzen. Die knappern an den Spitzen der aus dem Wasser ragenden Pflanzen und saufen ab und zu das Flusswasser. Jetzt sind wir gerade durch einen Ort gefahren, ohne es zu merken. Die drei Häuser an der Straße sind die Gemeinde Crolunga, die man auf keiner Karte findet.
Strassenbau in AustralienUnser beschaulicher Genuss der Landschaft um den River störte jedoch aber abrupt eine Straßensperre.

Australischer Strassenbau am Scenic DriveAuf einer Strecke von ungefähr 150 Meter wird der auf den bisherigen Sandpiste ein neuer Straßenbelag aufgetragen. Das kennen wir mittlerweile schon. Und es ist kein Grund zur Beunruhigung. Asphalt, Split, Wasser, Walze! Fertig!! Nach 20 Minuten können wir vorsichtig auf der frisch asphaltierten Strasse weiter fahren. Erfreulicherweise waren wir die Ersten in der Warteschleife einer bald langen Autokette. So konnten wir die sonst störenden Steinschlag- und Asphaltspritzer eines Autos vor uns vermeiden. Das merkt man besonders, wenn die neu geteerte Strasse wieder eine unsealed Road wird.

Bald haben wir die eigentliche Strasse wieder erreicht. Hier imponierten das besonders tief ausgeschnittene Flussbett, die unzähligen Nebenarme und Seitenwege und die vielen kleinen Inseln. Leider war das Wetter etwas trüb und diesig. Die Temperatursäule hatte sich seit Murray Bridge auch nicht wesentlich verändert. Blick vom Murray LookoutSo wehte auf den zahlreichen Lookouts ein ziemlich scharfer Wind. Außerdem war die Sicht auf die eigentlich unvergesslichen Ausblicke des Murray River getrübt. Je nachdem, wer hier früher mal gelandet war, hatten die Aussichtspunkte Namen wie Kroehns Landing, Hermans Landing, Graetz Landing, Greenways Landing usw.

Unmittelbar vor Greenway liegt Nildottie. Hier kann man nach Voranmeldung eine Tour mit den dort lebenden Nganguraku zum Ngaut-Ngaut Conservation Park unternehmen. In dieser bedeutendsten archäologischen Aboriginal Fundstätte wurde 1929 das in Stein eingebettete Skelett eines 6 jährigen Jungen gefunden. Das geschätzte Alter ist 7000 Jahre. Und hier befindet sich auch der spirituelle Platz Wumbulgal Purka Bidni. Das ist der Geburtsort des Black Duck Dreaming.

Blick auf den Murray RiverNach dem Anlegen des Hausbootes bin ich dann 2009 ein kleines Stück in die Wildnis am Flussufer gegangen. Ab und zu wilde Feuerstellen, garniert mit leeren Bierflaschen. Und haufenweise „gerodete“ Kakteen, deren Fleisch oder auch Saft den Biertrinkern offensichtlich gemundet hatte.
Es war schon beeindruckend, wie weit manchen Gipfelklippen ins Freie ragten.

Kroehns LandingKroehns Landing ist ein Feuchtlandgebiet geworden. Eigentlich schon mehr eine Bucht im Fluss. Durch den Lock 1 bei Blanchetown fließt Wasser nur dosiert bis zur Mündung. Dazu kommt, dass sich die Flussgeschwindigkeit, wie bereits gesagt, maßlos verlangsamt, da der Murray River, in Bezug zum Meeresspiegel, ja ab und zu quasi „bergauf“ fließt.

Foto: Dieter Tischendorf

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