Vom Hospital zum Goldrausch

Vom Hospital bis zum Goldrausch


Für die gesundheitliche Betreuung baute die Stadt Mitte der 30er Jahre ein kleines Hospital, gleich neben der Schwesternstation. Die Eröffnung des Hospitals verzögerte sich aber. Inzwischen brach eine Pandemie von Lungenentzündungen in der Stadt aus. Eines Nachts wurde Dr. Clyde Fenton, einer der legendären Pioniere der „Fliegenden Ärzte“, aus Katherine wegen eines Notfalles nach T.C. gerufen. Sein Bericht liest sich so:

Der Patient war wegen der Lungenentzündung in einem schlechten Zustand. Seine Kollegen taten ihr Bestes für ihn. Aber die örtlichen Voraussetzungen waren alles andere als ideal für diesen kranken Mann. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass es ein Gebäude in der Stadt gab, das als Hospital vorgesehen ist und dessen Einrichtung fast komplett war. Also beschloss ich, den Kranken am nächsten Tag nach dort zu verlegen. Bei unserer Ankunft machte ich die verblüffende Feststellung, dass die Eingangstür des angeblichen Hospitals zu eng war, um den Transport des Patienten mit seinem Bett durchzulassen. So wäre es notwendig gewesen, entweder das Bett oder das Gebäude auseinander zu nehmen. Mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Patienten entschloss ich mich zu letzterem. Und ich schickte ein Telegramm an Dr. Cook, dem Chief Medical Officer in Darwin: „Ich habe das Hospital in Tennant Creek eröffnet!……Mit einer Brechstange!“


Die Antwort von Dr. Cook ist nicht druckbar.

Gleich neben den Lagerräumen steht noch der alte Räucherraum. So war es möglich, Fleisch auch über längere Zeit zu lagern. Erst 1950 eröffnete zur großen Erleichterung für die Bevölkerung einer Fleischerei einen Laden.
Und dann gab es ein Ereignis, hervorgerufen durch einen Mitarbeiter der Station, das schlagartig Tennant Creek vom Grunde aus veränderte. „Woody“ Woodrofe, ein Telegrafist, kaufte von einem erschöpften Ureinwohner für seine Steinsammlung einen schönen schwarzen Stein. Ein zufällig anwesender Geologe wies „Woody“ darauf hin, dass viele hunderte kleine Spritzer von Gold in dem Gestein zu sehen sind. Man brach den Stein auf. Gold!!!!!

So ist die Telegrafenstation. auch der Ort, wo der Goldrausch in Tennant Creek ausgelöst wurde.
1979 hatte man die Station geschlossen. Doch 1986 kaufte die Regierung des Northern Territory das Gelände und die Gebäude der alten Telegrafen Station zwecks Erhalt und Einrichtung einer Ausbildungsstätte

Wir hatten eine sehr angenehme Unterkunft im Outback Caravan Park in der Peko Road gefunden. Nicht weit von uns etwas nach Osten ging es zum Visitor Centre, zum Battery Mining Centre und zum Bill Allan Lookout. Auf unseren Abendspaziergängen in Richtung Stadt kamen wir an dem ansehnlichen Council Office, der Bibliothek, und dem Swimming Pool vorbei. Ist es nicht mehr weit zur Main Street, der Paterson Street. Hier befinden sich die 1934 erbaute Australian Inland Mission, eines der wenigen Gebäude aus vorgefertigten eisernem Wellblech von Sydney Williams, das heute noch steht. Viele Geschäfte und Handwerkerbetriebe befinden sich auf der Hauptstraße. Auf eine Besonderheit wurden wir aufmerksam gemacht. The Jurnkurakurr Mural, eine Wandmalerei der Ureinwohner, beschreibt das Leben und das Land des Warumungu People, die Traumzeit. Solche Wandmalereien gibt es viele in der Stadt. Ich habe keine der Malereien fotografiert und auch im Internet ist die Wandmalerei lediglich erwähnt aber nicht abgebildet.

Vielleicht noch erwähnenswert die Katholische Kirche der Stadt. 1904 in Pine Creek als längste Kirche in Australien erbaut wurde die „Church of Christ the Kind“ 1934 nach T.C. transportiert und dort in der Windley Street erneut aufgebaut.
Ebenfalls in der Paterson Street befindet sich das Nyinkka Nyunyu Aboriginal Art and Cultural Centre. Eine wichtige Einrichtung für die Ureinwohner. Pflegt dieses Zentrum doch unter anderem auch die Erhaltung der Sprache der 13 Stämme des Warumungu Volkes.
Und gleich neben dem Hospital das Tuxworth-Fullwood Museum, erbaut 1942 in einem ehemaligen Armee Camp. Obwohl Tennant Creek durch die Morse Telegraphie mit aller Welt verbunden war, ahnte fast niemand von der Existenz dieser Militärbasis, weil auch niemand von der Telegrafenstation wusste. Heute befindet sich im Museum eine Sammlung von gefundenen Gegenständen aus den Tagen des Goldrausches. Jede Menge Fotografien und Erinnerungsstücke.

Zwei Sehenswürdigkeiten sind noch zu erwähnen. Da wäre zum einem der Lake Mary Ann (auch Tingkarli genannt), der fünf Kilometer nördlich natürlich bei der Fahrt zur Telegrafenstation besucht werden sollte. Ein Vogelparadies in der Wüste!
Der Name kommt von den beiden Töchtern der Minenbesitzer Wilson und Williams, die auch die Mine „Mary Ann Mine“ nannten. Um das Wasser zu regulieren wurde ein künstlicher Damm gebaut, der natürlich „Mary Ann Dam“ hieß. Bald nutzten die Einwohner von Tennant Creek die Gegend und den Stausee in den Honeymoon Ranges als beliebtes Erholungsgebiet. Umso mehr als am 24. April 1981 eine Badestelle eröffnet wurde.

Doch einigen Offiziellen schien der Name „Mary Ann Dam“ nicht touristenträchtig. So kam es 2005 zur neuen Namensgebung „Lake Mary Ann“. Diesen Namen gebrauchen die Einwohner von T.C. aber nicht. Für sie bleibt die Wasseroase immer der „Mary Ann Dam“.
Erholen, Vogelbeobachtung und Baden, aber auch Wanderungen in den Busch kann man unternehmen. Nur uns passierte etwas, was schon viele Besucher beschrieben haben. Es war zu windig um sich auch nur zu setzten.
Eine weitere im Heritage Walk empfohlene Sehenswürdigkeit ist der alte Friedhof im Süden der Stadt. Hier sind viele der ersten Siedler und Goldsucher begraben. Die Grabsteine und ihre Inschriften stellen eine Fundgrube für Heimatforscher dar.

Weiterlesen: Devils Marbles

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