Murray Mouth

Murray Mouth Murray Mouth

Eine große Zukunft hatte die Prognose dem Hafen bei seiner Gründung 1854 vorausgesagt. Die gute Lage, ein günstiges Hinterland und erneut der beste Strand in Südaustralien. Von der Mündung des Onkaparinga bei Old Noarlunga bis Port Elliot findet sich eines der beliebtesten Anglerparadiese. In unmittelbarer Nähe von Port Elliot gibt es eine kleine Öffnung in der Landzunge des Younghusband Island. Das ist Murray Mouth, wo der Murray River nach seinem Verweilen im Lake Alexandrina in den Southern Ocean mündet. Am östlichen Ufer des Lake Alexandrina und des Lake Albert Sees sind wir 2003 schon lang spaziert, haben die Vogelschutzgebiete bestaunt und die Lagune „The Coorong“ erkundet. Wir waren wieder an der Mündung des Murray River. Der Besuch damals im Coorong NP ist noch heute gegenwärtig. Die Gegend „entdeckte“ 1839 Charles Bonney. Er zog mit einem Viehtrieb durch dieses wasserlose, dürre Land nach Melbourne, weil der bisherige Viehtrieb üblich zunächst stromaufwärts entlang des Murray erfolgte. Seine Rinder aber machten sich eines Morgens selbstständig und stürmten über neun Meilen vorwärts. Nach Süden. Er musste folgen. Bis zu einer Bergkette mit Bäumen, die einen See „umzäunten“. Er hatte den Lake Albert entdeckt.

An diesem südlichen Ende des Murray, der sich mühsam durch die Landschaft windet, füllt das Wasser zunächst den Lake Alexandrina bevor es in den Coorong, einer riesigen lang gestreckten Salzlagune, und in den Südlichen Ozean fließt.
Sehr schön zeigt das Foto von Michael Bell (CSIRO) diese Einmündung.

Pelikane Coorong Nationalpark„Coorong“ kommt vom Aborigines Wort „Karangk“, das schmaler Hals bedeutet. Und wirklich hat sich, eingeschlossen von den Sanddünen der Younghusband Pensinsula, eine seichte lang gezogene Lagune zwischen Festland und Halbinsel entwickelt. Die Coorong Lagune ist eine Salzwasserlagune. Über sie gelangte ziemlich oft Salzwasser auch in die beiden Seen. So beeinträchtigte das Salzwasser nach der Besiedlung die Weidelandbewässerung und die Trinkwasserbereitstellung erheblich. Also bauten die Siedler so um 1930 eine ganze Anzahl kleiner Dämme. Der Coorong NP ist 150 Kilometer lang und analog der Lagune mit ihren Dünen zwischen 300 Meter bis drei Kilometer breit. Ein wichtiges Vogelschutzgebiet. Der größte Pelikanbrutplatz der Welt (Wieder ein Rekord). Aber auch Kormorane, Ibisse, Möwen und Albatrosse fühlen sich hier wohl. Über 200 Vogelarten sind es insgesamt. Sogar Wandervögel aus Sibirien sind vorbeikommende bekannte Gäste.

Nur von zwei Stellen kann man die Halbinsel betreten. Und diese Zufahrten sind alle schlecht ausgeschildert. Ohne Allradantrieb ist das Steckenbleiben vorprogrammiert

Und auf unserer diesjährigen Weiterfahrt entstand allmählich die Idee, einfach mal dem Lauf des Murray Rivers auf der weiteren Reise stromaufwärts zu folgen. Dann müsste Murray Bridge unsere nächste Station werden. 2004 sind wir auf der Fahrt nach Besichtigung des historischen Tailem Bend auf der M 1 an der Stadt vorbeigefahren. Strathalbyn blieb so unser letzter Versuch, eine Unterkunft auf der Halbinsel zu finden. Fast alle Einwohner des wohl ziemlich sportbegeisterten Orts befanden sich auf Tennisplätzen, beim Cricket Spiel, beim Pferde Polo oder einfach so auf einen der vielen Sportplätze. Master Games hießen diese in allen Städten von Süd Australien an diesem Wochenende ausgetragenen Sportwettkämpfe für Amateure. Es war unmöglich, den Besitzer des dortigen Caravan Parks zu finden. Und der angeblich mit der Vertretung beauftragter Caretaker hatte zu keinem Bungalow einen Schlüssel.

So sind wir dann ohne weitere Pause durch das Hinterland bei Callington auf die M1 aufgefahren. Eine der beiden Abfahrten nach Murray Bridge wird schon richtig sein, dachten wir. Aber nach zwei Unterkunftsabsagen (Master Games!) fanden wir dann am anderen Ende der Stadt, bei der ersten Abfahrt, einen wunderschönen Park, mit tollen Bungalows und völlig normalen Preisen. Da haben wir gleich für drei Tage gebucht.

Natürlich kannten wir schon seit dem letzten Aufenthalt die früheren Schwierigkeiten der Schifffahrt an der Mündung des Murray River. „Standua“ nannten die Ureinwohner die schmale Öffnung zum Südlichen Ozean.
Der „Ingress“ (Eingang) und der „Egress“ (Ausgang) bereiteten schon den ersten Siedlern Probleme und Kopfschmerzen. Aber es war auch eine Herausforderung!

Aktenkundig ist jener erste auch gleich dramatische Versuch vom 4. Dezember 1837. Captain Blenkinsop ließ sein Walfängerboot über sechs Meilen mit Bullenkarren über Land zur Mündung transportieren. Zu der Crew kamen noch einige bekannte Männer, wie der Richter Sir John Jeffcote und auch der Sohn des Gouverneurs Hindmarsh dazu. Eigentlich zwei Unglückraben. Hatten sie doch wenige Tage vorher gerade an anderen Stellen mit ihren Schiffen Havarien überstanden.

Am 12. Dezember beschloss Blenkinsop zusammen mit Sir Jeffcote und vier Mann Besatzung die Öffnung zur South Sea zu durchfahren. Erfolglos! Hohe Brecher überfluteten das Walboot, das voll lief und kenterte. Blenkinsop, Jeffcote und zwei Seeleute ertranken. Die beiden Überlebenden wurden von Ureinwohnern gerettet.

Einzig Blenkisops Körper spülte die See an Land. Er wurde im Sand begraben und sein Boot über das Grab gelegt.
Hinterher ist man nunmehr der sicheren historischen Meinung, das Unglück wäre vermeidbar gewesen. Es gilt als nachweisbar, dass die Seeleute die ihnen bekannte Gefahr und die Schwierigkeiten bei der Durchquerung der Mündung bewusst dem Captain vorenthalten haben. Man wollte es eben schaffen und Ruhm und Ehren ernten!

Da ich das Ende dieses Buches in Murray Bridge geschrieben habe, liegt auf der Hand, dass wir von Goolwa wieder 50 Kilometer nördlich gefahren sind.

Hier in Murray Bridge entschlossen wir uns, den zweitgrößten Fluss Australien, The Old Murray River, bis zur Quelle zu begleiten. Das haben wir dann auch getan. Das Buch über diese Reise ist zwar schon fertig, aber noch nicht vollständig. Erst wenn wir unsere Begleitung des Flusses auf dem Landweg mit einer längeren Hausbootfahrt, die wir im Januar 2009 ab Murray Bridge mit dem Houseboat Bella Casa geplant haben, vergleichen, dann ist die Geschichte über den Old Murray River komplett.
Und sie wird 2009 dann hier zu lesen sein.

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