Alligator Gorge

Nachdem wir die wohl tiefste Stelle erreicht hatten, ging es wieder aufwärts. Und bald kam eine weitere Picknick Fläche, die Blue Gum Flat Picnic Area, die man auch mit dem Auto erreichen kann. Die Aussies fahren, wenn sie können, bis zum Rand jeder Aussichtsfläche! Jetzt hieß es aufpassen, um nicht versehentlich auf den Ring Route Track zu gelangen. Und nur, weil da ein Trampelpfad plötzlich vom ganz guten Hauptweg abzweigte, kamen wir auf unsern Circuit Weg, der nun direkt zum Alligator Gorge führte. Das war eine durch wohl jahrmillionenlange Wassertätigkeit in den Felsen gewaschene Schlucht. Sehr eindrucksvoll und auch widersprüchlich. Man steht nämlich ständig im Konflikt, die atemberaubenden Felswände rechts und links anzusehen und dabei auf dem gerölligen Untergrund des Creekbettes zu stolpern, oder aber auf den Weg zu achten und so die Naturschönheit zu verpassen. Die Fotopausen sind da willkommene Zeiten zur Besichtigung.

Die Felsen werden immer höher und zerklüfteter im Alligator Gorge. Oft ist schon eine Schichtung, die bei der Ablagerung entstanden ist, zu erkennen, über die bei Regen das Wasser wie auf Terrassen nach unten fließt. Deshalb wird der nördliche Teil der Alligator Gorge Schlucht auch „The Terraces“ genannt. Mehrmals dachten wir „The Narrows“, die engste Stelle der Schlucht, gefunden zu haben. Aber es stimmte nicht. Dann endlich kam sie. Und wir wollten den Engpass genussvoll durchqueren. Doch blieb es bei dem Vorhaben. In wilder Jagd stürmten wir, verfolgt von einem Volk Wildbienen, durch den Engpass. Und die beschriebenen romantischen, braun gesprenkelten Schmetterlinge haben wir auch nicht gesehen.

Weiter ging es The Terraces entgegen. Welche Naturkräfte müssen hier gewirkt haben? Was für ein Inferno hatte hier früher mal geherrscht. Solch eine Veränderung der Natur verlangt unvorstellbare Einwirkungen über wohl Millionen Jahre. Kurz vor den Terrassen war die Alligator Gorge Schlucht fast zu Ende. Und Treppen führten wieder hinauf zum Parkplatz, Und hier erkannten wir unseren Fehler. In umgekehrter Richtung wären wir zunächst die Stufen hinunter und dann den nicht so steilen Weg ab Blue Gum Flat wieder zurück zum Parkplatz gelaufen. So aber hieß es nun Aufstieg. Vielleicht erscheint dem Betrachter die Treppe gar nicht so steil? Aber ich versichere. Es war viehisch.

Treppen führen aus dem Alligator GorgeEine bekannte deutsche Australienreisende muß ich leider korrigieren. Es sind nicht 250 Stufen. Sondern bloß 248! Dafür hat man aber bei Stufe 188 einen kleinen Rastplatz mit Bank geschaffen. Und der war notwendig.
Vom Parkplatz gab es noch die Möglichkeit, zwei Aussichtpunkte mit Blick auf die Alligator Gorge Schlucht zu besuchen.
Nach einer kurzen Verschnaufpause taten wir dies auch.

Zum Ali Lookout braucht man 400 Meter. Und die gleiche Strecke natürlich zurück. Der Name ist keine Huldigung zu Ehren von Muhammad Ali, dem Boxer. Sondern die Australientypische Verkleinerung des Namens „Alligator“. Von hier hat man einen schönen Blick ins Tal. In eine so unvorstellbare Tiefe. Und von dort unten sind wir wieder hochgeklettert!

Blick vom Alligator Gorge LookoutDer Alligator Gorge Lookout ist nach der anderen Seite 600 Meter vom Parkplatz entfernt. Man sieht mit weitem Blick in die Schlucht und auch auf die gegenüberliegende Terrasse. Der Weg führte über das Flussbett eines Creeks hier auf der Höhe. Mambray Creek heißt der Fluss, neben dessen trockenem Bett wir bis zur Blue Gum Area gelaufen sind.

Das war es dann für den Dienstag. Zufrieden sind wir nach Port Augusta zurückgefahren. Und am Abend erlebten wir noch ein Naturschauspiel der besonderen Art. Ein Wärmegewitter, dessen elektrischen Entladungen den Himmel in eine Feuerwerk Arena verwandelten.

Im TV überraschte in den News der PM von Queensland mit seinem verblüffenden Vorschlag, Wasser über einen Kanal in das Murray Darling Gebiet zu leiten. Ein Vorschlag, der zunehmend an Brisanz gewinnt. Da Australien im Laufe des Jahres 2007 noch richtig in eine allgemein gefährdenden Dürresituation geriet (el nino Auswirkung?), die den PM Howard sogar veranlasste, ein Bewässerungsverbot bis 2008 in Aussicht zu stellen.

Morgen geht es weiter.
Den Kommentar, Port Augusta wäre nicht mehr als nur ein Durchfahrtort, kann ich nicht bestätigen. Es ist so wie in Port Hedland. Wenn man sich bemüht, findet man überall Sehenswertes und viele wissenswerte Kleinigkeiten.
Morgen geht es weiter. Auf die Eyre Peninsula, nach Port Lincoln. Wir sind gespannt.

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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