Wiradjuri Track
Auf dem Wiradjuri Walking Track
Am nächsten Tag, einem Sonntag, sind wir einen Teil des Wiradjuri Walking Track gelaufen. Und zwar von der Eisenbahnbrücke an der Edward Street parallel zum Fluss bis zur ehemaligen jetzt aber gesperrten Fußgänger Brücke, der Allan Trust Timer Bridge. Ein schöner und lehrreicher Spaziergang. Der Damm der Eisenbahn ist ziemlich hoch, war unser erster Eindruck. Dann aber sahen wir die Hochwassermarkierung entlang der Bäume des Uferweges. Über 10 Meter erreichte der Wasserspiegel 1974. Das erklärt alles. Der Wanderweg liegt auf einen hohen Wall neben dem Fluss. Aber immer wieder zweigen Weg hinunter zum Ufer ab. Dort könnte man auch ein Stück laufen. Der Wallweg ist romantisch angelegt, da er zwischen tropischen Bäumen und felsige Abschnitten führt.
Man sieht, dass der Fluss zurzeit wenig Wasser führt. So wird auch der schwarze (schmutzige?) Sand und das trübe Wasser am „Badestrand“ beim Caravan Park deutlich. Den Park von der Flussseite zu betrachten war äußerst interessant. Dazu nur soviel. Es sollen viele Schnabeltiere in diesem Abschnitt des River leben. Wir sind richtig froh, dass übers Wochenende keine Unit im Caravan Park frei war. So nach 45 Minuten gelangten wir zur Hampton Bridge. Natürlich brauchte die junge Kommune so schnell wie möglich einen Flussübergang.
1859 formierte sich in Wagga Wagga ein Komitee zum Bau einer Holzbrücke auf Pfahlbasis. Die Mittelbewilligung wurde zunächst von der NSW Regierung abgelehnt, dann aber doch genehmigt. So konnte der Bau beginnen. Und am 27. Oktober 1862 weihte man feierlich die erste Brücke über den Murrumbidgee River bei Wagga Wagga zur öffentlichen Nutzung ein
Die Hampton Bridge war 91 Meter lang und 7 Meter breit. Aber diese Brücke blieb für Transporte auf die Dauer ungeeignet. Dabei brauchte man den Übergang doch dringend als Handelsverbindung der Riverina mit Sydney. Man mußte bis dahin die Übergänge bei Albury und Echuca nutzen, um von dort die Waren zunächst nach Melbourne zu transportieren. Und so gab es in den 1890ern lebhafte Diskussionen, ob man eine verbesserte Holzbrücke oder doch eine Stahlbrücke bauen sollte. Da gab es noch den für die damalige Zeit avantgardistischen Vorschlag von Percy Allan. Allan wollte eine Long Span Holzbrücke bauen. Und er belegte, dass man einen Spanbogen bis zu einer Länge von 33,5 Meter statisch sicher einbauen könnte. Den Ausschlag für die Allan Bridge gab die doch wohl längere Lebensdauer, die wahrscheinlich bessere Belastbarkeit durch verstärkte Träger und vor allem, dass es die preiswertere Variante war. Nach dieser Entscheidung kaufte die Regierung 1894 die alte Brücke, ließ sie abreisen und der Neubau begann.
Schon 1895 wurde die neue Brücke dem Verkehr übergeben. Seit 1984 gehört der Veteran, da die Brücke für Wagga Wagga eine große Bedeutung hatte, dem National Trust an. Die Allan Trust Timber Bridge hat offiziell bis 1995, aber eigentlich bis zum 16. August 2006 ihren Dienst getan. An diesem Tag wurde sie feierlich verabschiedet und in den „Ruhestand“ versetzt. Sie ist heute gesperrt. Als neue Brücke, gleich daneben, wurde die Wiradjuri Bridge gebaut, die allerdings mehr für den städtischen Verkehr benötigt wird. Die Fernlasttransporte gehen über den Sturt Hwy, der gemeinsam mit dem Olympic Hwy von Albury durch die Stadt führt, dann weiter auf dem Olympic Hwy über die im Juli 1997 eröffneten Gobbagombalin Bridge, die hier alle nur Gobba Bridge nennen, über den Murrumbidgee River.
Beim Fluss, den Brücken und dem Hochwasser muss ein weiteres Wasserproblem erörtert werden, über das ich schon am Murray River gesprochen hatte. Der hohe Salzgehalt des Grundwassers unter der lehmigen Erde im großen Drainage Becken verbietet dessen unmittelbare Verwendung für Mensch, Vieh oder Landwirtschaft. Folglich ist seit Beginn der Besiedlung die Entsalzung des Grundwassers in Salinen eine stetige Aufgabe.
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