nach Wagga Wagga

Die Fahrt nach Wagga Wagga


Schon bei jeder Australientour in und durch die Riverina hatte mich der Name Wagga Wagga fasziniert. Dass im Ort aber über 58 Tausend Einwohner leben, es hat mich wirklich überrascht. Und so war mir von vornherein klar, wir fahren wieder in eine Stadt, die, wie schon Bourke oder auch Mildura, in nichts, aber auch in gar nichts an die Outback Nester von Western Australia erinnert. Wagga Wagga ist die größte Inlandstadt in NSW und die fünftgrößte Stadt im Inland von Australia.

Urana Aquatic CenterJetzt wurde die Weiterfahrt etwas komplizierter. Ich wollte über Urana fahrend, anschließend noch die Orte Lockhart und The Rocks vor der Ankunft in Wagga Wagga besuchen. So mußte mich Dagmar als Navigator durch allerlei Nebenwege zu den Orten leiten. Mit Bravour. Bis kurz von Urana fahren wir durch ein grünes und sichtlich gut bewässertes Gebiet. Ein Flachland bis zum Horizont und wohl noch weiter. Überall Grün. Und dann kommt dieser ausgetrocknete See, der uns wieder einmal beeindruckend diese krassen Klimadifferenzen in Down under vorführt. Es ist der Lake Urana, ein See der zur Bildung eines Aquatic Centre führte und der, wie auch der Lake Culliver, sein Wasser noch unterirdisch vom Murray River bekommen soll. Ein deutliches Beispiel für die diesjährige Trockenheit, die uns schon in Mildura verkündet wurde, von der wir aber am Murray River so extrem nicht bemerkt haben.

Urana eine Geisterstadt?Urana glich bei der Durchfahrt einer Geisterstadt und erinnerte an unsere Fahrt durch Cue im ehemaligen Goldland von WA. Doch die ältere Dame, die die Strasse überquerte, zeigte uns, dass doch jemand hier lebt.

Plötzlich werden wir nun auf unserer Fahrt von Schafen begleitet. Hier findet der Viehtransport auf und neben der Strasse statt. Und der Farmer treibt seine, wahrscheinlich aus der Koppel ausgebüchsten Tiere mit dem Moped wieder zurück.

LockhardIch muß an dieser Stelle Dagmars Führungsqualitäten loben. Angeblich sollen Frauen ja keinen Sensor für Fahren nach einer Landkarte haben. Dagmar leitet mich seit Jahren sicher durch DU. Und dabei scheint es sie nicht mal zu stören, dass kaum Markierungen oder Wegweiser am Straßenrand stehen. Das Wörtchen „kaum“ schmeichelt auf dem Weg von Moama nach Lockart den Aussies noch. Aber auf diesen einsamen Wegen ist eben kein Verkehr, von den Kühen und Schafen mal abgesehen. Bis nach Lockart, der Veranda Town, wirkt die Gegend nun so, wie wir den Lake Urana gesehen habe. Trocken und dürr. Den Beinamen „Veranda Town“ gab sich Lockart, weil es wohl angeblich nirgendwo, bezogen auf die Gesamtfläche, so viele überdachte Geschäftsbereiche gibt. In Lockhart ist dies die rechte und linke Seite der wohl einzigen richtigen Main Street.

Lockhard Veranda Town, AustralienAber der Trick mit der Veranda zieht doch eine erhebliche Zahl von Touristen an. Unter dem Schutz der Überdachungen befinden sich über 400 Platten mit Darstellungen des täglichen Lebens oder der Vergangenheit. Da ist die Reklame ebenso zu finden wie die Erinnerung an den Hund, die Katze oder sogar dem Schafsbock. Einige der Platten sind aus Kupfer mit geätzter Gravierarbeit. Und über Nacht werden die Veranden beleuchtet.

Natürlich versucht man auch die Historie zu vermarkten. Immerhin lag 10 Kilometer nördlich im Galore Hill Scenic Reserve das Versteck des Buschräuber „Mad“ Dan Morgan. Und auch „Blue Cap“ Robert Cotteril übte sein „Handwerk“ als Buschräuber in der Gegend aus.
Dann lag noch zwischen Lockhart und Wagga Wagga ein Ort mit dem viel versprechenden Namen „The Rock“. Dorthin führte eine kleine Straße 3. Ordnung. Wir brauchten drei Versuche bis wir auf dem rechten Weg waren. Ein Weg parallel zu einer Eisenbahnlinie, an dem viele Silos standen. Getreideanbau scheint sich hier zu lohnen. Und auch Schafzucht mit Wolltransport. Schon von weitem grüßten uns die Berge der Rock Hills. Richtig angenehm nach so vielen Wochen Fahrerei im Flachland mal wieder einen richtigen Berg zu sehen.

The Rocks, Rock Hanging Hills, New South WalesDas ist eine kleine und wirklich blitzsaubere Gemeinde mit über 800 Einwohnern da am Fuße der „Hanging Rock Hills“. Charles Sturt kam 1829 hier vorbei und beschrieb schon den großen überhängenden Felsen am Gipfel der Berge. Der ist heute leider nicht mehr zu sehen, da ein riesiger Steinfall 1874 den Fels absprengte.

Der Ort liegt 225 Meter über dem Meeresspiegel. Und der Berg, der 1962 ein Naturschutzgebiet wurde, ist über 100 Jahre im Besitz des Wiradjuri People gewesen. „Kengal“ (Felsen) nannten sie den 554 Meter hohen Berg. Es wird erzählt, dass man von seinem Gipfel den Mt. Kosciuszko in den Snowy Mountains sehen kann.

Inwieweit die hier nistenden Keilschwanzadler und Wanderfalken in die Legenden des Wiradjuri People aufgenommen wurden ist mir leider nicht bekannt. Auf alle Fälle ist das zerklüftete Gestein ein idealer Nistplatz.

Wegen dieser geologischen Besonderheit, nämlich einem craggy outcrop, d.h. einer zu Tage liegenden felsigen Unebenheit, welche urplötzlich in der Landschaft erscheint, erhielt der Ort, der ursprünglich 1882 als „Hanging Rock“ registriert wurde, später den Namen „The Rock“. Diese Outcrop ist mit einer Höhe von 364 Metern von jeder Stelle der Ebene zu sehen.

The Rock Post OfficeDem Bau der Eisenbahnlinie 1880 folgten ein Hotel, eine Schule, eine Kirche. Schon 1901 war The Rock ein Eisenbahnknotenpunkt. Und noch heute profitiert der Ort vom nur 31 Kilometer entfernt liegenden und ständig wachsenden Wagga Wagga.
Als wir The Rock erreichten sammelte sich gerade eine größere Menschenmenge in Wanderausrüstung vor dem Post Office. Hier ist der Startplatz für einen Aufstieg zum Gipfel, dem Yerrong Walking Track. Und das Wiradjuri Wort Yerrong heißt Platz der Einweihung, ein spiritueller Platz.

In der Stadt dominieren Antiquitätshändler, die sich auf Steine und Steinprodukte spezialisiert haben. Aber der besondere Anziehungspunkt ist die Main Street. In dieser Strasse befindet sich ein sehr breiter und parkartig gestalteter Mittelstreifen.

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