Coathanger Sydney

The Coathanger von Sydney, die Habour Bridge


Bis in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts blieb in Sydney die nördliche Seite von Port Jackson sehr dünn besiedelt. Und eine Fahrt nach den Norden gestaltete sich ziemlich umständlich, obwohl es einen Fährbetrieb gab.
Schon 1815 fand Francis Greenway den Zustand unerträglich und unhaltbar. Und er schlug den Bau einer Brücke vom nördlichen zum südlichen Ufer über den Hafen vor. Eben eine Harbour Bridge. So entfachte er eine über 80 Jahre anhaltende Diskussion. Bald stand der Fakt der Notwendigkeit nicht mehr in Frage. Aber! Wie sollte die Brücke aussehen? Die 1900 ins Leben gerufene Expertenkommission passte der trägen Administration so recht, da man sich nicht einigen konnte. Und der 1. Weltkrieg verschob die Thematik erneut.

Doch dann, nach dem Krieg, war die Zeit reif. Ernsthafte Brückenformen wurden diskutiert und man entschied sich für den Vorschlag von Dr. Bradfield und den Mitarbeitern des Department Public Works der NSW Regierung. Es sollte eine Bogenbrücke werden, damit die Frachtschiffe weiterhin ungehindert in den Hafen gelangen konnten. Darauf erfolgte nach weltweiter Ausschreibung der Vertrag zwischen der Regierung von NSW und der renommierten englischen Firma Dorman & Co aus Middlesbrough. Die hatten die Bauaufsicht. Sie organisierten und planten das Projekt. Trotzdem oblagen die meisten Materialzulieferungen und die Bauausführung den Australiern. Darauf bestand die Regierung, das forderten die Verantwortlichen der Eisenbahn und der Schifffahrt. So entwickelte sich 22 Jahr nach Gründung der Federation dieser Brückenbau auch zu einem Fanal der Souveränität von Australia. Der Bau begann 1923. Und alle damals berichtenden Reporter waren sich einig in der Schlussfolgerung: „Mit Beginn des Baus war die Stadt nicht mehr die alte“. Viele Häuser in The Rocks mussten weichen. 800 Familien verloren ihre Unterkunft und zogen weg. Ohne je eine Entschädigung zu erhalten. Bergmassive wurden durchschnitten. Und die Infrastruktur der Stadt veränderte sich. Aber die Sydneysider standen geschlossen hinter dem Bau. Sie wussten um die Vorteile für die Stadt nach der Fertigstellung.

39 Tausend Tonnen aus Eisen und Steinen brauchte man allein für das massive Monument. Und der Granit für die vier Pylonen kam aus Moruya, von der Südküste von NSW. Sechs Millionen Nieten, die 3500 Tonnen wiegen, wurden verwendet. Zum Schluss zählt man 53 Tausend Tonnen Stahl, die verbaut wurden. Dieser Brückenbau gab 1400 Männern auf Jahre Arbeit. Und „nur“ 16 tödliche Unfälle gab es während der Bauzeit. Auch als die große Depression (1930) überall Arbeitslosigkeit und Not bedingte, der Brückenbau ging weiter. Damals entstand ein weiterer Nick Name für die Brücke „Die eiserne Lunge“. Trotz zahlreicher politischer Plänkeleien um die Brücke, der Bau wurde vollendet und kostete zum Schluss die phantastischen Summe von 4,2 Millionen Pfund Sterling.

Bei der Einweihungsfeier „versuchte“ am 19. März 1932 der PM Jack Lang, das Band zur Freigabe der Brücke zu zerschneiden. Es blieb beim Versuch! Australia hat der Welt eben immer etwas Besonders zu bieten. Captain Francis de Groot, ein Mitglied des rechten Flügels der New Guard, kam in Offiziersuniform mit blank gezogenem Säbel auf die Brücke geritten und durchtrenne das Band „in the name of the decent and respectable people of NSW“. (Im Namen der anständigen und ehrbaren Menschen von NSW). Nach seiner Meinung hätte das Recht der Banddurchtrennung nur einem Mitglied der königlichen Familie zugestanden. Er wurde sofort verhaftet und abgeführt. Entgegen mancher Darstellungen hat PM Lang die Zeremonie wiederholt und das Band zerschnitten.

Daagmar Tischendorf in Sydney, an der Habour Bridge„The Coathanger (Kleiderbügel)“ von Sydney ist zweifelsohne eine Ikone. Es ist die größte, aber „leider“ nicht die längste Stahlbogenbrücke der Welt. Es wurde eines der bekanntesten und meist fotografierten Wahrzeichen von Sydney. Und als Touristenmagnet eben eine Ikone.

Heute verfügt die Brücke über acht Straßenwege und zwei Eisenbahntrassen. Die ursprünglich auch vorhandenen zwei Straßenbahnverbindungen wurden 1950 zu Autostraßen umgewandelt.

Täglich überqueren heute 160 Tausend Autos, hunderte von Zügen, ungezählte Spaziergänger, Radfahrer und Jogger die Brücke.
Brücken Climbing war früher nur den Wartungsarbeitern erlaubt. Die zahlreichen tollkühnen Sprünge von Angetrunkenen und / oder auch Selbstmördern führte zwangsläufig zum Bau eines Sicherheitszaunes. Seit 1998 gibt es Führungen, bei denen der Besucher den134 Meter hohen Gipfel erreichen kann. Bis 2006 waren ungefähr zwei Millionen Menschen da oben.
The Harbour Bridge ist Australiens berühmteste Toll Road. Die Gebühr beträgt normalerweise 3 Dollar. An bestimmten Fest- und Feiertage ist das Befahren kostenlos.

Der Name der „Bridge Street“ hat übrigens nichts mit der Harbour Bridge zu tun.

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OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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