Betty Cuthbert

Betty Cuthbert Betty Cuthbert

Betty Cuthbert-The Australian Golden Girl


Elisabeth (Betty) Cuthbert avancierte mit dem Gewinn der ersten Goldmedaille auf australischen Boden zu „The Australian Golden Girl“ in Melbourne 1956.

Mit großem Erschrecken las ich 2004 in Australien einen Zeitungsbericht über eben diese Betty Cuthbert. Auf dem Foto sah man eine freundliche Frau, etwa Mitte 60, in einem Rollstuhl. Und ich las im Bericht die traurige Information, dass die einst so strahlende Olympionikin wegen einer Multiplen Sklerose nunmehr auf diesen Rollstuhl angewiesen ist. Eine Diagnose, die bei ihr schon 1969 gestellt wurde.

Ziemlich spät, nämlich erst auf der Highschool, fand Betty zum Sprint. Als Achtjährige hatte sie sich schon mit wenig Erfolg an 50 und 75 Yards versucht. Aber dann lief die mittlerweile 18jährige im Vorfeld der Olympiade 1956 den sagenhafte 23,2 Sekunden Weltrekord über 200 Meter. Plötzlich hatte Australien neben der Weltrekordlerin über 100 Meter, Shirley Strickland, eine weitere Favoritin.

Der Verlauf bei Olympia ist bekannt. Betty Cuthbert gewann über 100 Meter, 200 Meter und 4x 100 Meter Gold. Über Nacht wurde der Teenager, das Greenhorn, zum Sweetheart der Nation. Die Melbourner jubelten ausgerechnet einer Sydneysiderin zu. Das Golden Girl Australia’s war der Liebling und der Stolz der Nation. Zumal der Sieg der Staffel mit Weltrekord nur durch eine unwahrscheinliche Energieleistung von Betty zustande kam.

Betty Cuthbert1958 war das Jahr ihrer ärgsten Rivalin Marlene Matthews. Hinter ihr wurde Betty sowohl bei den australischen Meisterschaften, als auch bei den Commonwealthspielen über 100 und 200 Meter jeweils „nur“ Zweite. Folglich glaubte Betty, es sei besser sich eine andere Strecke zu suchen. Zumal ihre Erfolge über 400 Meter und 440 Yards in Rekordzeit vielversprechend schienen. Doch der Sieg bei den australischen Ausscheidungen für Olympia 1960 und der Weltrekord über 200 Yards machten sie auch für Rom zur Favoritin. Wilma Rudolph (USA) wäre sicher wohl nicht zu schlagen gewesen. Doch Betty laborierte, wie auch einige andere australische Athletinnen, an Magenprobleme. Dazu kann ein Knie Sehnenverletzung. Selbst das Ausscheiden im 100 Meter Vorlauf bei der Olympiade 1960, bei der sie dann über 200 Meter nicht mehr antrat, beeinträchtigte ihre Beliebtheit nicht. Waren es bereits die ersten Krankheitsanzeichen? War es Formschwäche? Waren es mentale Defizite? Das Golden Girl beendete seine Karriere. Um wie der Phönix aus der Asche 1962 bei den Commonwealthspielen in Perth über 400 Meter ein Comeback zu versuchen. Damals in Perth experimentierte sie noch. Verlor über 110 und 220 Yards, führte aber in einem grandiosen kämpferischen Rennen die 4x 110 Yards Staffel erneut zum Sieg.

In dem Aufsehen erregenden Interview mit George Negus am 13. August 2003 sprach sie über ihre damalige Situation. „Ich hatte einen von Gott gegebenen Vorteil gegenüber vielen anderen Athletinnen für das 400 Meter Rennen. Mein Alter! Ich hatte die 100 und die 200 Meter gewonnen Und nun in Tokio die 400 Meter. Was für eine Herausforderung! Dieser Sieg wäre für mich das Größte gewesen. Gott sagte mir, dass ich es tun sollte. Also entschloss ich mich zum Comeback. Und wahrscheinlich sagte er dies zu mir als Erste. Eigentlich wollte ich es gar nicht tun. Dann aber dachte ich mir. OK, dann gewinnst du eben. Und ich gewann!”

Doch zunächst hatte sie sich gegen starke Konkurrenz im eigenen Land zu qualifizieren. Dies gelang trotz schon wieder aufgetretener gesundheitlicher Probleme.

Die erste Olympiasiegerin über 400 Meter 1964 in Tokio hieß Betty Cuthbert, hier sehen Sie ihr DenkmalDie erste Olympiasiegerin über 400 Meter 1964 in Tokio hieß Betty Cuthbert. In einem spannenden Rennen, das Betty später als „das einzige vollkommene Rennen, das ich je gelaufen bin“ bezeichnete, siegte sie in der Rekordzeit von 52,01 Sekunden.

Mit 26 Jahren hatte sie vier olympische Goldmedaillen, einen Commonwealth Titel und zwei zweite Plätze bei Commonwealthspielen aufzuweisen. Noch im gleichen Jahr trat sie vom aktiven Sport zurück und wirkte noch eine geraume Zeit als erfolgreiche Trainerin. Australia hat sein „Golden Girl“ nie vergessen. Noch heute steht Betty Cuthbert in engen Kontakt mit vielen jungen Athletinnen, die sie um Rat fragen. Und deren Vorbild Betty Cuthbert nicht nur durch ihre sportlichen Erfolge sondern auch durch den Kampf gegen die multiple Sklerose seit nun mehr 36 Jahren ist.

Wie beendete George Negus so treffend das Interview? „What a champion!“

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