Die Umgebung von Katoomba
Der Dunstschleier, der den Bergen ihren Namen gab, ist die Folge der Lichtreflexion von Staubpartikeln und kleinster Tröpfchen ätherischer Öle in der Atmosphäre der Höhenlage. Öle, die von den tausenden Eukalyptusbäumen stammen. Öle, denen man betörende Wirkung nachsagt. Lord Rayleigh hat um 1900 herum das Phänomen als erster wissenschaftlich exakt erforscht. Deshalb spricht man auch von „Rayleigh’s Scattering“. Also von der Lichtzerteilung.
So sind wir vom Lookout zu Lookout entlang des Scenic Drives gefahren, haben von Peckmans Plateau und dem Narrow Lookout die verschiedenartigen Ausblicke in die scheinbare Unendlichkeit der Täler genossen. Natürlich sind dabei der Katoomba Falls und das Beobachten der Skyway, die in der Scenic World über einen Ausläufer des Jamison Valley schwebt, unbedingte Höhepunkte, nicht so sehr vielleicht für uns. Wurden wir doch gerade hier an unsere Verlaufen 2004 erinnert, das auch hätte böse ausgehen können.
Aber beim Betrachten der Bilder muß wohl jeder zugeben, dass es unauslöschliche Eindrücke sind. „Blue Mountain Wonderland“ ist eine oft gebrauchte Bezeichnung für diese Landschaft. Und unbestritten ist darin Katoomba der Mittelpunkt für viele touristische Unternehmungen. Die Stadt liegt 1017 Meter über dem Meeresspiegel und ist mit Abstand die meist besuchte Stadt in den Blue Mountains. Nicht zuletzt machte die 1879 von J.B. Norden eröffnete Kohlemine die Stadt bekannt. Die Kohle wurde aus der Nähe des Orphan Rocks gefördert und mit einer Drahtseilbahn nach oben transportiert. Über die Rolle der Ponys zu Zeiten der frühen Förderung gibt eine kleine Ausstellung Auskunft. Die besondere Beziehung der Bergarbeiter zu den Ponys bestand darin, dass diese für die Miner keine Lasttiere waren, sondern wertvolle Arbeitskollegen, deren Verletzung oder Tod aufrichtig bedauert wurde.
Heute zieht die „Scenic Railway“ ihre Bahn in den Spuren der ehemaligen Seilbahn, die die Arbeiter in den Berg geschlagen hatten. Der steilste Aufzug einer Seilbahn in der Welt. Natürlich! Erstaunlich, dass der Name Weltrekord dabei nicht fällt.
Am Orphan Rock geht es durch einen 300 Meter langen Tunnel hinunter in das feuchte Farngebiet des Bodens im Jamison Tal. Oder aber man fährt mit dem Sceniscender.
Das ist natürlich die steilste Luftdrahtseilbahn der Welt. Mit einem unbeschreiblichen Blick auf den Jamison Valley Regenwald während der 545 Meter langen Reise. Die ursprüngliche Skyway wurde 1958 für den Passagiertransport eingerichtet. Mittlerweile erlaubt die neue Anlage den Transport von insgesamt 84 Passagieren pro Fahrt. Nur einen kleinen Verkaufsstand am „Regenwaldbahnhof“ in der Tiefe, 200 Meter unter dem oberen Bahnhof, einzurichten, das hat man in all den Jahren leider nicht geschafft.
Bis zum Eaglehawk Lookout und zum Landslide Lookout könnte man von den unteren Stationen der Scenic Railway weiter gehen. Und auch Ruined Castle wäre dann nicht mehr weit. Aber da haben wir seit 2004 unser „Trauma“.
Ruined Castle ist sicher ein Erlebnis. Weil man sich selbst und die unwirtlichen Wege bezwungen hat. Landschaftlich ist die Sicht aber genauso schön wie von vielen andern Stellen des Steilhangs. Der Haufen Steine, der angeblich oder vielleicht doch wie eine alte Ritterburg aussieht, erinnert aber noch heute an eine große Fehlinvestition. 1889 begann man am Ruined Castle Schiefer abzubauen. Dazu wurde eine Seilbahn mit 47 Türmen gebaut. Schon nach sechs Monaten zerriss das Außendrahtseil als Folge eines Konstruktionsfehlers. Die Bahn war untauglich, eine Wiederherstellung unwirtschaftlich. Bis 1897 wurde noch in geringem Umfang der Abbau fortgeführt, dann war Schluss.
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