In den Parks von Orange

Schon 1873 zum Park erklärt, obwohl man viele Bäume bereits vorher pflanzte, wurde er 1882 zu Ehren von Captain Cook auf dessen Namen getauft. Vier mächtige über 130 Jahre alte Zedern von 1870 begrüßen uns am Eingang. Weitere große, beeindruckende und Schatten spendende Bäume sind an verschieden Stellen des Parkes gepflanzt. Eichen wachsen hier, wie auch Parve folia, ein Baum, der sonst nur in China, Japan, Korea oder Thailand zu finden ist, Eiben und Kastanien. Eine besondere Attraktion ist ein Spaziergang durch die Avenue of Elm Trees. Ein etwa 50 Meter langer Weg, der rechts und links von Ulmen flankiert wird. Am Haupteingang Ecke Summer und Clinton Street liest man auf einem Schild: Hier stand „The German „Whiz Bang“ Gun“, eine Kriegsbeute aus dem 1. Weltkrieg, die aber zurzeit repariert wird. Auf wen wollen die denn jetzt noch schießen? Und mein Gott! Haben die Aussies eigentlich alle Kanonen der deutschen Wehrmacht nach dem 1. Weltkrieg als Kriegsbeute mit genommen? Man hat fast den Eindruck.

Vogelscheuche im Cook Park in OrangeVielleicht können die Bilder so einen kleinen Eindruck erwecken, wie gemütlich und anheimelnd der Spaziergang hier war. Dazu gehört auch die anmutige James Dalton Fountain. Ein Springbrunnen, den ein wohlhabender Bürger der Stadt geschenkt hatte, wohl um so seinen Namen unsterblich zu machen.

Die täuschend lebensechte Vogelscheuche gehört genauso zum Flair wie das Bastick Cottage. Eine Unterkunft des ersten Parkverwalters, aus dem Jahr 1887. Für 90 Jahre blieb das der Wohnraum für zwei Generationen. Nämlich Vater und Sohn mit ihren Familien. In einem Endeavour Raum widmet man heute dem Entdecker James Cook eine kleine Ausstellung.
Wie bei fast allen britischen Parkanlagen befindet sich im Park genau in der Mitte die überdachte Erhöhung für die Musikkapelle.

Big Tree (Sequoiadendron gigantanteum) im Cook ParkDer abgebildete Baum („Big Tree“) ist der älteste im Park gepflanzte Baum. Er ist über 130 Jahre alt! „Ein „Jüngling“!

Seine Lebenserwartung wird auf 3000 Jahre geschätzt. Wobei er über 80 Meter hoch wachsen kann. Dieser Big Tree (Sequoiadendron gigantanteum) ist ein naher Verwandter der Küsten Mammutbäume. Und nicht zu vergessen die Fernery, eine Farnplantage, mit Fern Trees und anderen Schatten liebenden Pflanzen. Mittelpunkt für die Kinder ist der Ententeich, der aber so angelegt ist, dass die Tiere auch ihre Ruhe haben können.

Es passte, weil unser nächstes Ziel Botanischer Garten hieß. Der soll nur zwei Kilometer vom Stadtzentrum nördlich liegen. Welch Glück, dass wir nicht gelaufen, sondern mit dem Auto gefahren sind. Die zwei Kilometer Luftlinie entpuppten sich als eine Berg- und Tal Fahrt, bei der wir dann zu einem Hügel am Rande von Orange kamen. Mit einem, phantastischen Blick auf die im Tal liegende Stadt und auf dem höchsten Berg der Gegend, dem Mount Canobolas, der 1295 Meter hoch ist.

Bonsai im Botanischen Garten OrangeDer Botanische Garten ist mit seiner Weitläufigkeit und seiner Vielfalt der rechte Gegenspieler zum Cook Park. Dieser Park wurde 1980 gegründet und 1988 eröffnet. Das Herz des Botanischen Gartens sind jedoch die vielen Volontäre, die mit großer Freude und Bereitwilligkeit hier unentgeltlich arbeiten. Wieder haben wir uns mit einigen der freiwilligen Helfer unterhalten. Und erneut bekamen wir Antworten wie in Dubbo, in Toowoomba oder in Mildura. Es macht Spaß unter gleichgesinnten freundlich Menschen an der frischen Luft zu arbeiten. Und dabei auch etwas für das Ansehen des Ortes tun zu können.

Botanic Garden OrangeEin sehr instruktiver Self Guide Walk leitete uns durch den Garten. Eine Besichtigung, für die man etwa eine Stunde einplanen sollte. Die zurückzulegende Strecke ist zwar „nur“ 1575 Meter lang. Doch eine Reihe interessanter botanischer Details gibt es zu entdecken. Und wäre es nur der Obstgarten, in dem sämtliche Obstbäume der Gegend vertreten sind.

Oder diese nur scheinbaren Unterschiede zwischen dem Bonsai Gewächshaus und dem Blick vom Walk auf die begrünte große Wiesenfläche in der Mitte des Parkes. Der Rundgang beginnt mit dem Sensory Garden. Das ist eine kleine Area, die seelischen Gleichklang vermitteln will. Besonders bei Menschen, die behindert sind in der Bewegung oder beim Sehen. Die Fläche ist auch für Rollstuhlfahrer erreichbar. Aber Wasserspiele zum Ausgleich für Behinderung? Na ich weiß nicht!

Botanischer Garten OrangeWeiter führt der Rundgang vorbei an verschiedenen einheimischen Bäumen, einer “Keramikschau“, mit Mauern, Sitzmöglichkeiten, Totems und Plaketten. Alles im oder vor dem Obstgarten. Dann kommen wir zum Exotic Woodland. Hier wachen auf dem dürftigen Boden verschiedene Koniferenarten, dekorative Laubbäume und auch Magnolien, sowie Ahornbäume.

Cornus OfficinalisDer darauf folgende Peace Walk besticht durch die Oliven, Myrthen, Rosmarinbüsche und der speziellen „Friedensrose“. Eine Besonderheit ist sicher die nun kommende „Dogwood Collection“ mit einer Fülle verschiedenartiger Dogwoodgewächse, die man auch japanische Hartriegel nennt. Büsche oder auch Bäume, die mit roten oder gelben Blüten im Winter auffallen und blühende immergrüne Bäumen von Frühling bis Herbst sind.

Sonnenuhr im Orange ParkNoch ein kleines Stück Weg weiter, dann sehen wir eine regelrechte Plantage von flach wachsenden Büschen, unter ihnen auch die Himalaja Zypresse, die zu den Trauerweiden gezählt wird. Am Weg eine Sonnenuhr, dann die Rhododendron Anlage. Alles gepflegt. Fast zu perfekt. Sehr interessant fanden wir die jetzt kommenden weiteren zwei Abteilungen. Einmal eine Züchtung „eingeborener Gräser“, wie wir sie schon im Royal Park in Melbourne gesehen hatten. Es ist doch irgendwie schlimm, wenn man die ursprüngliche Flora des Kontinents jetzt züchten muß, um sie zu erhalten. Und dann der „Busch Regenerations- Hügel“. Man hat einen nicht zu kleinen Bezirk über viele Jahre umzäunt, um das natürliche Wachstum anzuregen und zu unterstützen. Nun führt ein Wanderweg durch dieses Gebiet, der an einer Bank oberhalb eines Billabong endet.

Der nun folgende Bereich widmet sich sehr der einheimischen Pflanzenwelt. Und als Krönung hat man 1988 eine kleinen Holzkirche, einst 1901 gebaut, hierher gebracht, rekonstruiert, und für religiöse Feiern frei gegeben.

Unter den vielen in und um den Ort liegenden Sehenswürdigkeiten kommen die Parks vielleicht etwas zu kurz. Wenn man aber über die Pflanzenwelt des Kontinents etwas erfahren will, muß man eben diese Parks besuchen!

Der Besuch des Orange Botanic Garden hatte darüber hinaus noch den Vorteil, dass wir gleich beim Aussteigen unser nächstes Ziel, den Mount Canobolas, sehen konnten.

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