Canobolas State Forest

Die Irrfahrt im Canobolas State Forest


Es ging zurück. Diesmal auf dem sicheren, vorgeschriebenen und ausgeschilderten Weg. Über Towac würden wir wieder auf die Pinnacle Road gelangen. Nach etwa 500 Metern asphaltierter Strasse bergab kam der entsprechend Vorwegweiser. Nun ging es über einen Huckelpiste in Richtung Süden. Nach so etwa zwei Kilometern endete die Strasse an einem tiefen Tal. Und sie teilte sich nach rechts und nach links. Vom Gefühl her hätte ich den rechten Abzweig für richtig befunden. Dieser aber war gesperrt, Und da kein Hinweis zu sehen war, blieb nur die Fahrt nach links. Das waren jetzt allesamt sehr enge Wege, Meist auf der einen Seite ein steiler Hang und auf der anderen Seite ein tiefes Tal.

Auf den gewundenen Wegen, die man auf der Fotografie ganz gut sieht, sind wir nunmehr ziemlich ziellos durch den Canobolas State Forest nach unten gefahren. Kühe waren die einzigen Lebewesen, die wir trafen. Als wir die Talsohle erreicht hatten versuchte ich, mich nach der Sonne zu orientieren, um wieder nach Norden zu fahren. Was für eine wilde und reizvolle Landschaft! Tunlich vermied ich, einen der steilen Wege zu einem Creek herunter zu fahren. Wenn da schon Spring Creek Road steht, ist sicher auch mit Wasser zu rechnen. Keine Frage, wir hatten uns zwar verirrt, aber es schien nicht dramatisch. Der Tank war gefüllt und zu Trinken hatten wir auch genügend. Über die Main Tender Road kamen wir dann zur Cadiangullong Road. In der Ferne sah ich zwei Ute Cars. Die gehörten zu Forstarbeitern, die mit Pflanzenschutzspray arbeiteten. Wir fuhren in deren Richtung und da sah ich auch schon wenige hundert Meter vor uns das graue Asphaltband der Strasse. Die Arbeiter starrten uns an, als ob wir von sonst wo her gekommen sind. Aber sie grüßten zurück. Eine Frage nach dem Weg schien sich ja zu erübrigen. Doch ich fuhr bald nur neben der asphaltierten Strasse, kam aber nicht rüber. Ein tief ausgeschnittenes Bachbett lag zwischen uns. Jetzt begannen wieder die Abzäunungen. Und wir kamen auf einen besser ausgefahrenen Weg, der aber von der Strasse weg führte. Das konnte doch nicht sein, dachte ich. Ein Farmer lässt sich doch nicht Möglichkeit, auf die Strasse zu kommen, entgehen. Und so fand ich schließlich den kleinen Abzweig, den der Farmer wohl nur selten nutzte, und der uns zum einem Gatter vor der Strasse führte.

Mount CanabolasDas Gatter ließ sich öffnen, wir fuhren durch und ich schloss es wieder. So, nun waren wir auf einer Landstrasse. Aber wo lang fahren? Rechts oder Links? Linksfahren hatte uns beim Abzweig am Berg kein Glück gebracht. Folglich fuhr ich nach rechts. Und schlug innerlich drei Kreuze als nach etwa fünf Kilometern auf einem Wegweiser der Ortsname Orange auftauchte.
Ganz offiziell und liebevoll dankte ich dem Auto, dass es uns heil wieder in die Stadt gebracht hatte- Und spendierte ihm eine Luxusautowäsche.

Morgen werden wir zu einer der besonderen historischen Stätten Australien fahren. Nach Ophir! Der Beginn des Goldrausches in Down under. Bei unserem Reisebericht 2003/04 hatten wir von Bathurst aus schon viele der damaligen Goldfundorte besucht. Und ich schrieb auch vom ersten großen Goldfund. Dort in den zerklüfteten Gebirgsausläufern, wo sich Lewis Pond und Summer Hill Creek, bevor sie in den Macquarie River münden, in einen Teich ergießen, fand der Australier Edward Hargraves am 12. Februar 1851 abbaubares Gold. Hargraves war ein Opportunist, ein New South Waliser, der nach Kalifornien ging, um sein Glück mit Gold zu machen. Zurückgekehrt versuchte er das Gleiche in Australien weiter. Dieses Gewässer am Summer Hill Creek ähnelte so sehr einem ihm bekannten kalifornischen Goldsee, dass Hargraves suchte und in einem Quarzblock einen 40 kg schweren Gold Nugget fand. Das Vorkommen von Gold in Australien war den Behörden in Bathurst und Sydney (NSW) lange vor diesem Fund schon bekannt. Man unterband aber energisch jede Form des Abbaus und der Veröffentlichung der Funde. Das Beamtentum fürchtete „kalifornische Verhältnisse“, sorgte sich um Ruhe und Ordnung und um die bis dahin leichte Form des Regierens. Doch 1851 gab es plötzlich eine andere Situation. Die kolonialen Verwaltungen waren pleite! Inzwischen hatte man sich über Kalifornien sachkundig gemacht und herausbekommen, dass sich ein Staat an den Goldgräbern und den Funden durchaus sanieren kann. Der Goldabbau in Ophir wurde staatlich genehmigt. So fuhr auch Hargraves nach Sydney, um eine Belohnung zu fordern. In der Zeit seiner Abwesenheit behaupteten im April 1851 seine Kollegen Lister und Tom, das Gold gefunden zu haben. Ungeachtet dieses Fundes zweifelte niemand an der Entdeckung des Goldfeldes durch Hargraves. Bis eine Regierungsuntersuchung zu dem endgültigen Beschluss führte, das Gold ist von Lister und Tom gefunden worden. Die Regierung statuierte ein Exempel. Die Zahl der Rückkehrer aus Amerika, die mit den dort gewonnenen Erfahrungen in Australien lediglich den ausgelobten „Finderlohn“ kassieren wollten, nahm bedenklich zu. Und bei Geld oder Gold hört ja bekanntlich der Spaß auf!

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