Sydney und Bourke II

Das Gefährlichste für ein Buch und Langweiligste für den Leser sind Wiederholungen.

Bei dieser Tour 2006 gelangten wir durch das Outback von NSW von Gosford über die Hawkesbury Region nach Sydney. Wie wir 2003 von Bathurst über die Blue Mountains nach Sydney kamen, das steht im Australienbuch „Und immer weiter zur Sonne“. In diesem Australienbuch habe ich auch die Besonderheiten der nördlichen und südlichen Ostküste in NSW beschrieben. Damals sind wir dann von Brisbane über Goondiwindi auf dem New England Hwy über Tamworth, Coonabarabran ins Outback bis zur Zwillingsstadt West Wyalong, wo sich Western Hwy und Newell Hwy treffen, gefahren. Alles ist im obigen Buch detailliert nachzulesen.

Die Entwicklung Australiens von einer britischen Strafkolonie zu einer wirtschaftlichen Großmacht kann jeder Interessent in dem Tasmanienbuch „The Apple Island, Tasmanien“ (www.the-apple-island.de) erfahren. Aber das dort Geschriebene bedarf schon wieder einiger Ergänzungen.

Im Juni 2007 konnte man in den deutschen Tageszeitungen eine kleine Notiz lesen. Eine australische börsennotierte Immobiliengesellschaft hat in Jena für 58,2 Millionen Euro den bisher zur REWE Handelsgruppe gehörenden Burgau Park gekauft. Zum Preis von 61 Millionen Euro hat die Macquarie Country Wide Gruppe auch das Alt- Chemnitz Center erworben. „Mit dem Investment haben wir in Europa den Grundstein gelegt“ kommentiert der Fondchef Steven Showell den Erwerb. Man muß wissen, dass die Gesellschaft im gleichen Zeitraum auch für 212 Millionen Euro fünf Einkaufzentren in großen Städten von Südpolen erworben hat. Die Aktienlage der Gesellschaft wird als günstig bewertet. Warten wir ab, wie sich das wirtschaftliche Engagement der Australier in Europa weiter entwickelt. „Die Australier kommen“ hatte ich damals meinen Kommentar überschrieben. Denn Kapital zum Investieren scheint genügend da zu sein. Immerhin rechnen die Manager durch diese Investitionen in Europa mit einem Kursanstieg ihrer Aktie um 6,5 % Punkte. Die einstige Gefängniskolonie bestätigt mit solchen Expansionen ihren wirtschaftlichen Aufstieg in die erste Liga der Industriemächte.

In den letzten Jahren haben sich aber auch die Bedingungen für internationale Firmen in Down under deutlich verbessert. Der günstigere Markt, die mehrsprachigen Arbeitsnehmer, die Rolle Australiens in der APEC, wobei die großzügige Australienhilfe für die Tsunami Opfer unvergessen ist, sind für viele Firmen mit Stammsitz in Südostasien Grund, in Australien ansässig zu werden. Nicht ohne Grund wird das weltweite Buchungssystem der Lufthansa zum Beispiel über Melbourne abgewickelt.

Viele internationale Investoren beteiligen sich sehr gern an den australischen Großprojekten. Als Beispiel sei nur die Investorgruppe, unter amerikanischer Flagge stehend, für den Bau der Eisenbahnstrecke The Ghan und den Ausbau des Hafens von Darwin genannt. Überhaupt sind die USA Australiens größter Handelspartner. Und ein 2004 ratifiziertes Freihandelsabkommen soll die wirtschaftlichen Beziehungen noch enger werden lassen. Auch Japan, als ein Hauptabnehmer australischer Rohstoffe und landwirtschaftlicher Produkte, wurde so mittlerweile zum drittgrößten Investor in Australien. Man versucht auch in bilaterale Beziehungen zur EU zu kommen. So würde man gern den europäischen Markt für australische Produkte nutzen und bietet im Gegenzug die geförderte Möglichkeit von Investitionen in Australien. Die Deutsche Bank hat den Bau der unterirdischen Autotrasse in Sydney finanziert. Wie gesagt, Investoren sind jederzeit willkommen. Gebaut wird aber, wenn möglich, von den Australiern.

Es gab politisch bis 2007 in DU eine bizarre Konstellation. In allen Ländern der Federation regierten Ministerpräsidenten, die die Labour Party stellte. Nur der Premierminister John Howard war ein Liberaler. Mit der Zeit wurde der Premierminister zur bestgehassten politischen Persönlichkeit im Land. Fragt man die Australier, so ist die Vielzahl mit John Howard nicht einverstanden. Als Gründe werden Überheblichkeit, Intoleranz und Starallüren angeführt.

Aber immerhin wuchs die australische Wirtschaft zwischen 1998 bis 2006 jährlich um rund 3,7%. In den letzten 15 Jahren wurde Australien vier Mal als stabilste Volkswirtschaft der Welt eingestuft. Und die Nettostaatsverschuldung von 0,6% des Bruttoinlandproduktes (BIP) ist für Deutschland (61,4% des BIP) wohl noch für Jahre Utopie.

Doch Howard war schon immer unpopulär. Die Beschränkung der Macht der Gewerkschaften, die politische Einflussnahme auf den Kündigungsschutzes und nicht zuletzt die Androhung des nationalen Notstandes in den Aboriginal Communities im Northern Territory waren für viele Wähler Anlass, Kevin Rudd, den Kandidaten der Labour Party, zum neuen Premierminister zu wählen. Dieser Herausforderer Kevin Rudd hatte mehrere Vorteile. Der jüngere Politiker ist freundlich, kommunikativ, fachkompetent. Und er hat bis auf den viele diskutierten und wohl künstlich hochgespielten Bordellbesuch keine Flecken auf der Weste.

Viele Australier waren für den Wechsel. Und John Howard hat sich wohl auch ein wenig selbst seinen Abgang vorbereitet. Aber langfristig und weitschauend hat er die wirtschaftliche Stabilität des Landes geplant und durch entsprechende Verträge gefestigt.
Doch schon im Wahlkampf wurde klar, dass eine grundlegende Änderung der Sozialpolitik, wie Erhöhung der Renten, Verbesserungen der Leistungen der Krankenkassen, einschneidende Verbesserungen beim Arbeitslosengeld, Unterstützung der Erwerbsunfähigen usw. auch von Rudd nicht zu erwarten ist.

Wenn Rudd von einer „Bildungs- und Innovationsrevolution“ spricht, dann meint er Verbesserungen in der Schulausbildung, breiteres Angebot zur Erwachsenenausbildung, Anwendung der neuesten Technologien, Verbesserung der Infrastruktur des Landes und eine notwendige koordinierte Zusammenarbeit der Bundesstaaten.

Das ist sein Programm, das die vielen beunruhigten Australier für die Zukunft beruhigen soll. Für die Zukunft, in der wahrscheinlich die Rohstoffreserven nicht mehr so sprudeln, in der immer mehr mit Missernten zu rechnen ist und für die auch John Howard nur in der wirtschaftlichen Integration von Australia in internationale Verträge, in der Schaffung eines günstigen Investitionsklimas für ausländische Investoren und in einem zunehmenden Steuerabbau für die Australier eine Lösung sah.
Sein erstes Wahlversprechen hat Rudd eingelöst. Er unterschrieb das Kyoto Klimaschutz Abkommen. Ab 2010 wird Australia auch am weltweiten Emissionshandel teilnehmen.

Sein zweites Wahlversprechen, das ihm wahrscheinlich sogar den Wahlsieg brachte, ist terminlich angekündigt. Bis Ende 2008 werden alle australischen Soldaten aus dem Irak zurück kehren. Es wird sich also nach einem PM Wechsel nichts in der Wirtschaftspolitik ändern! Vielleicht sucht Rudd noch mehr den wirtschaftlichen Kontakt zur EU? Und das geplante Freihandelsabkommen mit China ist allerdings in beiden politischen Lagern umstritten.

Warten wir ab, ob auch in Down under neue Besen besser kehren. Und ob Kevin Rudds so populistische Entschuldigung beim Aboriginal People sich in der Politik des Landes niederschlägt. Ich persönlich bin da sehr skeptisch.
Doch zurück zum Gebiete von NSW.

Bei einer weiteren Tour 2007, wo wir zunächst den mächtigen Murray River von der Mündung bis zur Quelle begleiteten, sind wir dann von Mildura nach Norden gefahren. Denn Wagga Wagga hatten wir noch nicht gesehen. Hier nun der Bericht über diese Ecke von NSW. Also der Reise von Wagga Wagga nach Sydney.

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