Das Didgeridoo

Kult- und Kulturobjekt Denkt man an die australischen Ureinwohner, fällt einem meistens zuerst der Bumerang ein. Dieser spielt im Leben der Aboriginies zwar auch eine Rolle, diese hat aber mehr mit der Lebenserhaltung, sprich, der Jagd, zu tun. Fragt man weiter, fällt einem dieses urige Musikinstrument ein: das Didgeridoo. Was ist denn nun ein Didgeridoo? Ganz einfach ausgedrückt, ist es nichts weiter als ein langes Rohr. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieses Rohr aus Holz, Kunststoff, Glas oder anderen Materialien besteht. Warum? Nun, die Ureinwohner Australiens spielen eigentlich nicht auf einem Didgeridoo. Wie?! Genau, sie spielen auf einem Instrument, dem sie den Überbegriff Yidaki geben. Leider gibt es auch hier wieder ein „aber“. Aber nicht alle Clans nennen das Instrument so, schließlich gibt es nicht nur einen Clan, sondern noch viele mehr. Und jeder Clan hat einen eigenen Namen für das Yidaki, je nach Dialekt heißt das Instrument: Arawi, Djalupu, Djampun, Djubinj, Ganbag, Gamalag, Mago, Magu, Maluk, Jhambilbilg, Kanbi, Yidaki, Yirraki oder Yiraga. 

Warum wird denn in der westlichen Welt Didgeridoo gesagt? Dieses beruht wahrscheinlich auf einen Rhythmus, den die Aboriginies auf dem Yidaki spielen oder gespielt haben. Dieser Rhythmus klingt wie „didjeridu-dideru“, „didjemro“ und „didjeramo-rebo“. Doch daraus wird noch nicht der übernommene Name „Didgeridoo“. So existiert eine Geschichte, die besagt, dass die ersten Weißen einen Ureinwohner fragten, was er dort spiele. Auf diese Frage soll er mit obigem Rhythmus geantwortet haben. Die Frage zielte aber auf das Instrument, während der Ureinwohner den Rhythmus meinte. 

Woher kommt das Yidaki? Wie fälschlicher Weise angenommen, wurde das Instrument anfangs nicht in ganz Australien gespielt. Der Ursprung liegt in Nord-Ost-Arnhem-Land und verbreitete sich entlang der Küste nach Westen Richtung Kimberleys und nach Osten Richtung nördliches Queensland. Erst später, als die Ureinwohner aus allen Teilen des Kontinents von den Besatzern in Lager gesperrt wurden und die unterschiedlichen Clans so in Kontakt kamen, entdeckten auch die Clans aus dem mittleren Westen, Osten und Süden das Instrument für sich. Man muss wissen, dass die Clans untereinander sehr strenge Regeln haben und nicht einfach mal so zu einem Besuch bei den „Nachbarn“ kommen. 

Während nun in den nördlichen Gebieten das Yidaki mehr zu traditionellen Anlässen und Ritualen gespielt wird, erfreut sich das Instrument an der Ostküste und den anderen Teilen als Touristen-Attraktion. Hier werden dann auch nicht traditionelle Rhythmen gespielt, sondern viel mehr Publikums wirksame Effekte wie: Imitation eines Kängurus, Bellen wie ein Dingo (ein Dingo bellt nie!) oder fliegende Bumerangs.

Niemand kann wirklich verlässlich sagen, wie lange die Ureinwohner Australiens das Yidaki kennen. Da Holz ein vergängliches Material ist und in den Überlieferungen nie von Jahreszahlen die rede ist, muss man sich auf das verlassen, was man sehen kann. Die Ureinwohner selber reden von vielen Tausend Jahren. Verschiedene Wissenschaftler meinen in den Erzählungen zurück rechnen zu können und kommen auf 40.000 Jahre. In verschiedenen Höhlen wurden aber Abbildungen von Bambus ähnlichen Rohren entdeckt. Diese Bilder sind allerdings kaum älter als 2000 Jahre. Es wurde bis heute keine älteren Bilder gefunden. Man kann also davon ausgehen, dass das Didgeridoo nicht viel älter ist als 2000 Jahre. 

Abschließend kann man aber sagen, dass wohl kaum ein anderes Musikinstrument so viel Aufmerksamkeit erregt und darüber hinaus unseren Respekt verdient. Wer auf einem Original spielt, sollte sich bewusst machen, dass er auf einem Kulturinstrument spielt, welches bei den Ureinwohnern einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Mit dem Yidaki machen sich nicht nur Musik, sie erzählen sich hiermit seit vielen Generationen ihr Leben. 

Das Bild ist eine freundliche Überlassung von Stefan "GöG" Göggel, www.goljo.de

@ 01.06.2010

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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