Wal, Seestern und Koala


Warum der Wal Wasser herausspritzt, der Seestern Zacken bekam und der Koala starke Arme hat


Vor vielen Jahren, als diese alte Welt noch jung war, waren alle Tiere, die jetzt in Australien leben, Männer.
Zu dieser Zeit lebten sie in einem entfernten Land über dem Ozean. Doch nachdem sie von den wundervollen Jagdrevieren in Australien gehört hatten, beschlossen sie, ihr Land zu verlassen. So segelten sie in einem Kanu zu diesem sonnigen Land. Sie wussten, die Reise würde lang und gefährlich sein. Stürme werden über das Meer fegen und die Wellen können in weißere Wut gegen das Boot peitschen. Der der Wind würde wie der schlechte Geist des Waldes brüllen, die Blitze werden über  Himmel peitschen wie sich krümmende goldene Schlangen. Und der Tod könnte unter jeder Blatttangpflanze laueren. Es war folglich notwendig, ein sehr starkes Kanu für die Reise zu haben.

Der Wal, der größte unter den Männern, hatte ein großes starkes Kanu, das den wildesten Sturm bestehen könnte. Aber er war ein sehr egoistischer Gefährte und würde niemanden anderen erlauben, es zu benutzen. Doch man brauchte dieses Boot. Also warteten seine Gefährden auf eine passende Gelegenheit, um das Boot zu stehlen und dann die lange beschwerliche Reise zu beginnen. Doch der Wal war schlau. Ständig bewachte er sein Boot und ließ es keinen Augenblick allein. Die anderen Leute wussten keinen Ausweg mehr. So beratschlagten sie, wie man das Boot bekommen könne. Viele Vorschläge wurden gemacht. Aber keiner schien durchführbar. Bis der Seestern zum Beratungsplatz kam und eine Idee hatte. Da er aber ein enger Vertrauter des Wales war machte er mit leiser Stimme seinen Vorschlag.
„Ohne das große Kanu ist es unmöglich das Land, das neue Jagdgebiet, wo das Feuer der Sonne niemals stirbt, der Meersand so weich und golden ist, zu erreichen. Wo es genügend Nahrung für uns alle gibt. Ich werde meinen Freund veranlassen, von seinem Boot weg zu gehen und auch eine geraume Zeit fern zu bleiben. Und auf mein Signal sollte ihr das Boot stehlen. So schnell wie ihr könnt.“

Die anderen Männer waren so aufgeregt von dem Vorschlag, dass sie alle durcheinander redeten und den Seestern dann fragten, wie er das zu tun gedenke. Dieser lächelte und sagte  „Euere Aufgabe ist es das Boot zu stehlen. Meine ist es, den Wal zu beschäftigen, während ihr das tut.“
Einige Tage später besuchte der Seestern den Wal. Die beiden unterhielten sich über eine gewisse Zeit sehr angeregt. Dabei erwähnte der Seestern, dass er bemerkt habe, wie viel Schädlinge sich im Haar des Wals eingenistet hätten. „Ist das nicht schrecklich unangenehm?“ fragte er den Wal. „Wenn Du willst wird ich Dich das Ungeziefer entfernen.“

Da der Wal ziemlichen Ärger mit den Schädlingen auf seinem Kopf hatte stimmte er bereitwillig dem freundlichen Angebot seines Freunds zu. Er brachte sein Kanu ins tiefe Wasser und befestigte es an einem Felsen. Dann legte der Seestern den Kopf seines Freundes in seinen Schoß und begann das Ungeziefer zu fangen und zu entfernen.

Während er dies tat, erzählte er viele lustige Geschichten und lenkte die Aufmerksamkeit des Wals ab. Der Seestern gab den Männern, die nur darauf warteten, dann das Signal. Diese ergriffen das Kanu und segelten weg.

Aber der Wal war sehr misstrauisch. Sicher würde er für kurze Zeit  sein Kanu vergessen, aber bald würde er sich wieder daran erinnern. Und als er fragte  und sagen: „Ist mit meinem Kanu alles in Ordnung?“ war der Seestern vorbereitet. Er klopfte mit eine Stück Baumrinde an den Felsen, und ließ diese dann ins Wasser fallen. „Ja“ sagte er. „ Ich habe Dein Boot mal kurz angestoßen. Das ist ein sehr gutes Kanu.“ dem Fall des Meeres, er würde antworten, „ja stößt, ist dieses es, das ich mit meiner Hand klopfe. Es ist ein sehr feines Kanu.“

Er fuhr fort, dem Wal lustige Geschichten zu erzählen. Gleichzeitig kratzte er ziemlich stark um die Ohren des Wals, damit dieser nicht das Eintauchen der Ruder, bei dem das Wasser etwas spritzte, hören konnte.

Nach einiger Zeit wurde der Wal von der Behandlung durch seinen Freunds und vom dessen vielen Geschichten müde. Er wollte einen Blick auf sein Kanu werfen. Doch als er herum schaute, das Kanu war weg. Ungläubig rieb er sich die Augen. Er konnte es nicht glauben. Aber in der ferne sah er noch die verschwindenden Konturen seines Bootes. Da wurde ihm klar, dass man ihn betrogen hatte.
Der Wal war sehr verärgert und schlug unbarmherzig auf den Seestern ein. Er warf ihn auf einen Felsen und machte große Einrisse in den Körper des treulosen Geschöpfes.

Der Seestern war so  erschöpft, das er vom Felsen abrollte und sich im weichen Sand versteckte. Diese grausamen Schläge sind der Grund, warum der Seestern bis heute so ein zackiges und zerrissenes Aussehen hat, und das er sich immer noch überwiegend im Sand versteckt.
Nach der Bestrafung des Seesterns, der ihn verraten hatte, sprang der Wal ins Wasser und verfolgte die Männer im Kanu. Große weiße Wellen schossen hoch und fielen herab, als er bei der Verfolgung durch das Wasser peitschte. Und aus einer Wunde, die ihm der Seestern am Kopf gesetzt hatte spritzte das Wasser hoch in die Luft. Unnachgiebig verfolgte der Wal die Männer in seinem Boot. Und als diese ihn  sahen sagten sei „Er wird uns einholen, und wenn er uns fängt werden wir alle ertrinken. Aber der Koala, der verantwortlich für die Ruder war, sagte „Es gibt keinen Grund, Angst zu haben. Schaut Euch doch meine Arme an. Ich bin stark genug, und aus der Gefahr heraus zu rudern.“ Dieser Versicherung glaubten die Gefährten und die Flucht und die Verfolgung gingen weiter. 

Viele Tage und Nächte dauerte die Reise. Während des Tages brannte die Sonne unbarmherzig auf die Männer im Kanu. Und in der Nacht, wenn der kalten Winde ließ sie freieren. Aber es gab kein Entweichen; sie mussten immer weiter rudern. Ob Tag oder Nacht, immer konnten sie die Fontaine sehen, die der Wal vor Wut in die Luft blies. Und auch den Schaum des aufgepeitschten Meeres, durch den Schwanz des Wals. 

Schließlich wurde Land gesichtet und die Männer ruderten sehr schnell an Land. Als sie vom Kanu das Land betraten waren sie sehr, sehr erschöpft. Sie setzten sich zum Ausruhen in den Sand. Aber der Koala, der immer ein lebenslustiger Geselle und vernarrter Tänzer war, tanzte auf der Unterseite des Kanus, bis dort ein Loch entstand. In einem kurzen Abstand vom Ufer drückte der Koala das Kanu unter Wasser. So entstand eine kleine Insel, die seitdem am Eingang des Lake Illawarra (bei Wollongong) liegt. 

Als der Wal zu dem Landungsplatz kam, sah er, dass die Männer am Ufer in Sicherheit waren. Und sein Kanu war ruiniert. Er reiste entlang der Küste und spritzte voller Zorn Wasser heraus, sobald er nur an den Trick, mit dem er getäuscht wurde, und an sein geliebtes Kanu dachte.
Bis zum heutigen Tag spritzen die Wale das Wasser im hohen Bogen heraus, sind die Seesterne zackig und ziemlich zerrissen, hat der Koala sehr starke Vordertatzen, und die anderen Reisegefährten wandern noch heute durch das wilde Brachland von Australien.

@ 01.06.2010

OzBus Reporter

Isabelle Hiestand unterwegs mit dem OzBus von London nach Sydney. Sie berichtet täglich aus dem OzBus.

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